Kultur pur in Leipzig

Von Musik und Theater über Museen und Galerien hin zu außergewöhnlicher Architektur und historischen Orten bietet Leipzig einfach alles was das kulturelle Herz begeistert. Um einen Überblick über die Bandbreite des Angebots zu erhalten, haben wir euch hier die Highlights der Kulturstadt Leipzig zusammengestellt. Lasst euch von der Vielfalt der Angebote inspirieren.

Gewandhaus zu Leipzig
Oper Leipzig
Thomaskirche
Museen
Architektur der Gründerzeit
Galerien
Theater, Kabarett, Varieté
Passagen und Höfe
Historische Highlights
Marktplatz und Rathaus

Gewandhaus zu Leipzig

Das Gewandhaus liegt direkt am Augustusplatz gegenüber der Oper Leipzig. © LTM PUNCTUM

Leipzigs internationaler Ruf als Musikstadt ist eng mit dem Wirken des Gewandhausorchesters verbunden. Das älteste bürgerliche Konzertorchester Deutschlands musiziert mit international bekannten Dirigenten im Gewandhaus, welches euch schon bei eurem ersten Besuch auf dem Augustusplatz auffallen wird. Neben den Sinfoniekonzerten des Gewandhausorchesters im Großen Saal des Hauses dient das Gewandhaus mit seinen zwei Sälen auch als Konzert- und Veranstaltungsstätte. Es gibt also für jeden Geschmack ein Konzert, eine Lesung oder einen Vortrag.

Ihr könnt dem Gewandhausorchester aber auch einmal im Jahr unter freiem Himmel lauschen. Weil klassische Musik und Sommer hervorragend zusammenpassen, bildet das Open Air-Festival Klassik Airleben im Leipziger Rosental den abschließenden Höhepunkt einer jeden Gewandhaussaison. Eine perfekte Gelegenheit für euch um bei herrlichem Sommerwetter mit Picknickkorb und -decke zusammen mit tausenden anderen Gästen das größte Klassik-Event des Sommers auf der grünen Wiese zu genießen. Lasst euch von dieser ganz besonderen Atmosphäre mitreißen.

Mit Picknickdecke bewaffnet geht’s ins Rosental. © Gert Mothes

Die Highlights der Musikstadt Leipzig könnt ihr mit einem Spaziergang durch 800 Jahre Musikgeschichte auf kurzem Weg erkunden. Das Gewandhaus ist auch die erste Station der Leipziger Notenspur. Die Bodenintarsien überall in der Innenstadt führen euch auf 5,3 km zu Fuß durch die Stadt und vorbei an authentischen Wohn- und Schaffensstätten berühmter Komponisten wie Bach, Mendelssohn und Schumann. Ein Blick nach unten lohnt sich!

Oper Leipzig

Die Säle der Oper Leipzig haben eine atemberaubende Akustik © Daniel Koehler Photography

Am Augustusplatz befindet sich auch die Oper Leipzig, die eine weitere interessante Station der Leipziger Notenspur ist. Hier findet ihr Musiktheater der Extraklasse, das auf eine über dreihundertjährige Tradition zurückblicken kann.  Die Oper Leipzig gehört zu den renommiertesten Opernhäusern Deutschlands und das kommt nicht von ungefähr. Heute liegt der Fokus auf den Werken von Richard Strauss und Richard Wagner. Wagner ist ein echtes Leipziger Urgestein, er wurde 1813 hier geboren. Sein musikalisches Meisterwerk Der Ring der Nibelungen wurde in der Geburtsstadt des Komponisten besonders geehrt: Nach mehr als 40 Jahren war die Oper Leipzig das einzige Opernhaus, das den kompletten Ringzyklus auf die Bühne gebracht hat. Wagner-Liebhaber aus aller Welt pilgerten zu diesem Highlight nach Leipzig.

Eine ganz besondere Ehrung des Künstlers bieten auch die Richard-Wagner-Festtage, die jährlich im Sommer stattfinden. Die Veranstaltungsreihe bildet mit ihrem jugendlichen, unkonventionellen Charakter einen jährlichen Höhepunkt der Leipziger Festivalkultur. Ihr solltet definitiv einen Blick ins Programm werfen!

Ein weiterer Tipp: Zur Oper Leipzig gehört außerdem die Musikalische Komödie in Lindenau. Die „MuKo“, wie sie liebevoll genannt wird, hat sich ganz dem Genre Musical und Musiktheater verschrieben und ist damit eine echte Rarität in Deutschland und auf jeden Fall einen Besuch wert!

Thomaskirche

Unter dem alten Gewölbe der Thomaskirche kann man jeden Freitag und Samstag den klangvollen Motetten des Thomanerchors lauschen. © Robin Kunz Fotografie

Wenn von Musik in Leipzig gesprochen wird, kommt ihr am Thomanerchor nicht vorbei! Als einer der ältesten Chöre der Welt ist er auch durch Johann Sebastian Bachs frühere Funktion als Thomaskantor bekannt. Der Thomanerchor singt mehrmals wöchentlich die Motette in der Thomaskirche, die nicht nur deswegen sehenswert ist.

Zu seiner Zeit noch ein Geheimtipp, ist Bach heute der weltweit bekannteste Komponist der Musikstadt Leipzig. Er hat 27 Jahre in Leipzig verbracht und viele seiner bedeutendsten Kompositionen sind hier entstanden, unter anderem die berühmte Johannes- und Matthäuspassion. Grund genug, diesem Genie eine ganze Festwoche, das Bachfest, zu widmen! Aus über 40 Ländern strömen jedes Jahr die Besucher nach Leipzig. Neben unzähligen Veranstaltungen gibt es für Kurzentschlossene und alle Musikfreunde jedes Jahr auch das kostenlose Bach Open Air auf dem Leipziger Marktplatz.

Museen

Die Leipziger Museen können sich sehen lassen. ©Laura Hörschelmann

Auch die vielfältige Museumslandschaft der Stadt widmet sich der Bedeutung Leipzigs als Musikstadt. Viele Biographien weltberühmter deutscher Musiker und Komponisten sind eng mit Leipzig verbunden.

Johann Sebastian Bach zu Ehren unterhält das Bach-Archiv Leipzig ein Bach-Museum am Thomaskirchhof. Das Bach-Museum widmet sich vorrangig dem Leben und Wirken des Thomaskantors in Leipzig. In der abwechslungsreichen und hochmodernen Ausstellung könnt ihr neben kostbaren Handschriften, Grafiken und Notendrucken auch historische Instrumente und Möbel aus dem 18. Jahrhundert sehen. Das Hörkabinett und ein kostenloses Audio-Guide-System bringen die Ausstellung zum Klingen. Hört rein!

„Ach wie beneide ich immer Leipzig um seine Musik“, schrieb die Komponistin Clara Schumann einst in einem Briefwechsel. Selbst in Leipzig geboren und aufgewachsen, schätzte sie die Stadt vor allem musikalisch. In Leipzig lernte sie auch ihren Ehemann kennen, den Komponisten Robert Schumann. Im Schumann-Haus in der ersten Etage befinden sich jetzt eine museal eingerichtete Gedenkstätte und ein Konzertsaal. Der ist einmal im Jahr zur Schumann-Festwoche rund um den 12. September, dem Hochzeitstag des Ehepaars Schumann, ein besonderer Anziehungspunkt international renommierter Künstler auf den Gebieten der Klassik und des Jazz. Hier könnt ihr gemeinsam die besondere Aura des historischen Musiksalons im Schumann-Haus erleben. Filmvorführungen und Hausführungen runden das Angebot ab.

Ein berühmter Gast des Künstlerpaares Schumann in ihrem Haus war Felix Mendelssohn-Bartholdy. In Leipzig gründete er 1843 das Konservatorium, die erste Musikhochschule Deutschlands, in der er auch selber unterrichtete. Zudem leitete er von 1835 – 1847 das Gewandhausorchester, das den internationalen Ruf Leipzigs als Musikstadt prägt. Heute könnt ihr euch im Mendelssohn-Haus in authentischen Räumen dem Leben und Werk des vielseitigen Künstlers Felix Mendelssohn Bartholdy nähern. Sein erhalten gebliebenes Wohnhaus und gleichzeitig Sterbehaus bietet euch neben dem heutigen Museum einen großen Garten, der zum Verweilen einlädt. Im Mendelssohn-Haus gibt es auch ein reiches Angebot an Veranstaltungen: allwöchentliche Sonntagskonzerte im Musiksalon und Konzerte zu den Mendelssohn-Festtagen, an denen die Musik des Künstlers wieder in den historischen Räumen erklingt.

Auch der vielseitige Musiker und Komponist Max Reger, der weitreichenden Einfluss auf die musikalische Entwicklung des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart hatte, hat knapp 13 Jahre in Leipzig als Leipziger Universitätsmusikdirektor und Professor am Konservatorium gewirkt. Er feierte hier mit der Uraufführung seines Klavier- und Violinkonzertes große Erfolge und avancierte damit zur Ausnahmeerscheinung der Messestadt.

Die Museen im Grassi bieten vielfältige Ausstellungen. © Andreas Schmidt

Wie passend, dass Leipzig auch ein Museum für Musikinstrumente der Universität Leipzig im Gebäudekomplex des Grassimuseums beheimatet. Der große Rundgang durch fünf Jahrhunderte Musikgeschichte lässt die Musikinstrumente vergangener Zeiten lebendig werden und zeigt dabei viele Facetten der Musikstadt Leipzig. Im Klanglabor könnt ihr selbst Instrumente ausprobieren, darunter ein transparentes Klavier und ein Orgelmodell. Mit seinem abwechslungsreichen Angebot ist das Museum für Musikinstrumente im Leipziger Musikleben längst kein Geheimtipp mehr.

Das Grassimuseum am Johannisplatz in Leipzig beherbergt daneben auch das Museum für Angewandte Kunst. Die Sammlung lockt mit über 90.000 Ausstellungsobjekten des Kunsthandwerks, die einen Bogen von der Antike hin zu den Designströmungen des 21. Jahrhunderts spannen. Jährlich findet ihr hier mit der Grassimesse Ende Oktober eine der europaweit bedeutendsten Verkaufsmessen für angewandte Kunst und Design, bei der ihr unbedingt mal vorbeischauen solltet. Findet euer Lieblingsstück!

Das dritte Museum im Bunde der Grassimuseen ist das Museum für Völkerkunde zu Leipzig. Hier könnt ihr mit 200.000 Objekten eine der größten ethnischen Sammlungen in ganz Deutschland bestaunen, die fast alle Kulturen dieser Welt dokumentiert. Mit den exotischen, kostbaren und zum Teil weltweit einzigartigen Exponaten entdeckt ihr hier die Kunst und Lebensformen nahezu aller Kulturen der Welt. Wie ihr seht, könnt ihr euch hier locker tagelang vergnügen.

Als alte Universitäts- und Messestadt mit einem wohlhabenden Bürgertum verfügt Leipzig über eine große Anzahl bedeutender Kunstsammlungen. Das Museum der bildenden Künste besitzt eine der eindrucksvollsten Bildersammlungen Deutschlands. Etwa 3.000 Gemälde plus 55.000 Zeichnungen und Drucke vom Spätmittelalter bis zur Moderne sind hier ausgestellt. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Kunst der „Neuen Leipziger Schule“, die Kunstliebhabern und Sammlern weltweit ein Begriff ist und Werke von Künstlern wie Neo Rauch, Matthias Weischer und Christiane Baumgartner vereint.

Das Museum der bildenden Künste beeindruckt auch durch seine Architektur. © Andreas Schmidt

Geschichte erleben wird im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig großgeschrieben. In der sehr lebendigen Dauerausstellung über die Geschichte von Teilung und Einheit, der Diktatur sowie dem Widerstand in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR könnt ihr in zahlreichen Video- und Tonstationen mit interaktiven Medien in die historische Atmosphäre einzutauchen. Außerdem empfehlen wir euch die spannenden Wechselausstellungen, die wie das ganze Museum täglich kostenlos besucht werden können.

Architektur der Gründerzeit

Bei einem Spaziergang im Waldstraßenviertel wirst du viele architektonische Schätze entdecken. ©Andreas Schmidt

Wusstet ihr schon, dass Leipzig die heimliche Hauptstadt des Historismus ist? Leipzig verfügt über einen, in Deutschland beispiellosen geschlossenen Bestand an Häusern aus der Zeit des Wilhelminischen Kaiserreichs. Mit 15.672 Kulturdenkmälern – darunter 80 Prozent Gründerzeithäusern – ist Leipzig Deutschlands Denkmalhauptstadt und besitzt den größten Reichtum an Bauten der Gründerzeit und des Jugendstils. Heute sind ehemals großbürgerliche Wohnviertel, zum Beispiel in der Südvorstadt, im Musikviertel und im Waldstraßenviertel, flächenhaft saniert und bei Leipzigern und Zugezogenen beliebte Wohnorte.

Eine besonders bedeutende dreigeschossige Stadtvilla in Leipzigs Waldstraßenviertel wurde um 1865 erbaut und war zeitweise das Wohnhaus von Gustav Mahler. Hier schuf er sein „Symphonisches Gedicht“ als Urfassung und die daraus folgende Erste Symphonie. Als Höhepunkt seines Wirkens in Leipzig gilt die Uraufführung der nur aus Skizzen überlieferten Oper „Die drei Pintos“ von Carl Maria von Weber, die auch das sächsische Königspaar König Albert und Königin Carola besuchte.

Die Schillerstraße, eine Prachtstraße des Historismus, entstand im 19. Jahrhundert. Die Besonderheit der Straße wird euch nicht verborgen bleiben. Aus dem einst engen Weg zwischen Moritzbastei und Peterstor machte man einen Park und die geschmackvollen Wohn-Geschäftshäuser des Bürgertums wurden mit Motiven der römischen, florentinischen und venezianischen Palazzobaukunst der Früh- und Hochrenaissance verziert.

Auch in Richtung Norden könnt ihr eine der schönsten Platzgestaltungen aus der Epoche der Gründerzeit entdecken – den Nordplatz. Den absoluten Blickfang des Platzes stellt der rund 70 Meter hohe Turm der Michaeliskirche dar. Er bildet den Schlusspunkt der Nordstraße, die vom Zentrum der Stadt herführt. Schon wenn ihr diesen Weg geht, wird euch die neobarocke Fassadengestaltung ins Auge springen.

Galerien

Leipzig lockt kreative Köpfe und Künstler an. © Oskar Gotter

Sie sind künstlerisch, produktiv und ideenreich: Immer mehr junge Menschen kommen nach Leipzig, um ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen und ihre Ideen zu verwirklichen. Ein Teil der aufstrebenden, urbanen Szene ist definitiv in Plagwitz zu finden. Auch als modernes Künstlerviertel bekannt, zieht es Studenten, Künstler und Existenzgründer quasi magisch an. Auf dem Gelände der Alten Baumwollspinnerei sind heute zahlreiche Galerien und Ausstellungen zu finden.

Die HALLE 14 ist ein unabhängiges und gemeinnütziges Zentrum für zeitgenössische Kunst innerhalb der Leipziger Baumwollspinnerei. In der denkmalgeschützten Industriehalle werden in wechselnden Gruppenausstellungen internationale Positionen zu gesellschaftlichen Themen präsentiert. Regelmäßig finden Veranstaltungen wie Vorträge, Diskussionsrunden und Gespräche zu Kunst und kunstrelevanten Themen statt.

Mit dem Kunstkraftwerk findet sich in einem ehemaligen Heizkraftwerk ein neuer außergewöhnlicher Kulturstandort. Das Kunstkraftwerk wurde in ein Zentrum für zeitgenössische Kunst und Kultur, Design und Kommunikation verwandelt, das Gäste weltweit mit seinen innovativen Ausstellungen begeistert.

Installationskunst vom feinsten gibt es im Kunstkraftwerk. © Tom Schulze

Ganz in der Nähe bietet das Tapetenwerk als Kunst- und Atelierkomplex auf dem Gelände einer ehemaligen Tapetenfabrik seit 2007 in acht Fabrikgebäuden aus der Gründerzeit Raum für Künstler, Designer, Architekten und Kreative.

Die Privatsammlung des Sammlers Steffen Hildebrand zählt zu den jüngsten, öffentlich zugänglichen Privatsammlungen. Sie wird in der G2 Kunsthalle auf über 1000 m² ausgestellt. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt im Bereich der Gegenwartsmalerei in Leipzig mit jungen, aber auch renommierten Positionen, darunter hochkarätige Werke von Rosa Loy, Neo Rauch, David Schnell. Fast täglich finden öffentliche, geführte Rundgänge statt, die euch die Möglichkeit geben, die Kunst gemeinsam und im Dialog zu entdecken.

Die seit 1993 entstehende Sammlung in der Kunsthalle der Sparkasse Leipzig ist inzwischen mit circa 2.500 Exponaten aus Malerei, Grafik, Fotografie, Keramik und bildhauerischer Kunst die umfangreichste ihrer Art. Zahlreiche Veranstaltungen, darunter Konzerte, Lesungen und Vorträge, ergänzen das Ausstellungskonzept und laden zum künstlerischen Austausch ein. In der Kunsthalle der Sparkasse Leipzig finden sich wechselnde Ausstellungen mit Exponaten der Kunstsammlung – ausschließlich Leipziger Schule“, außerdem Sonderschauen zu diesen und angrenzenden Themen. Die Kunsthalle befindet sich an einem der ältesten Sparkassenstandorte in Leipzig. Die Kunsthalle hat ihre 352 m² große Ausstellungsfläche im Anbau von 1924, direkt am Ufer des Pleißemühlgrabens. Seit 2001 gewährt dieser besondere Ort unter den zahlreichen Leipziger Kunsteinrichtungen, in wechselnden Ausstellungen, einen exklusiven Blick in die Vielfältigkeit und Einmaligkeit der „Leipziger Schule“.

Theater, Kabarett, Varieté

In der Mädler-Passage findet zum Beispiel das Kabarett Sanftwut

Die gute Nachricht, ihr habt Glück wenn ihr in Leipzig eine Theater- oder Kabarettveranstaltung besuchen wollt. Die schlechte Nachricht? Ein einziger Abend reicht niemals aus um einen Eindruck der Szene zu bekommen. Denn Leipzig ist eines der Zentren der deutschsprachigen Kabarett-, Varieté- und Kleinkunstszene. Leipzig hat bundesweit die höchste Kabarettdichte pro Kopf und gilt damit als DIE Kabaretthauptstadt.

Das Kabarett Leipziger Pfeffermühle gehört zu den ältesten und bekanntesten Kabaretts der deutschen Kleinkunstszene und darf in der Liste der Leipziger Kabaretts deshalb auf keinen Fall fehlen! Ein Markenzeichen ist die Mischung aus zeitgemäßer Unterhaltung und künstlerischer Tradition. Auch unbedingt auf die Liste müssen die Academixer, denn dort genießt man die Show in einem Art-Deco Theatersaal. Kabarett-Urgestein Dieter Hildebrandt adelte das Gemäuer mit den Worten „Eine der schönsten Kleinkunstbühnen Deutschlands“. Na, seid ihr neugierig?

Im Krystallpalast Varieté Leipzig erlebt ihr unkonventionelle und poetische Varietéshows und im Kabarett-Theater SanftWut, das nur wenige Schritte vom Auerbachs Keller entfernt liegt, ist für die hohe Musikalität der Programme bekannt. SanftWut vergibt sogar eine Lachgarantie – nichts wie hin!

Damit ihr euch vor Lachen den Bauch haltet, legen wir euch noch die Lachmesse an den Bauch – Verzeihung – ans Herz. Das Europäische Humor- und Satire-Festival, die Lachmesse, ist Deutschlands großes internationales Kabarett- und Kleinkunstfestival. Seit 1991 gastieren jährlich im Oktober in 14 Gastspielhäusern in 8 Tagen über 90 namhafte Ensembles und Künstler. Wenngleich in der Kabarett-Hauptstadt Leipzig bei diesem Festival dem politisch-satirischen Kabarett besondere Aufmerksamkeit zukommt, sind mit über der Hälfte aller Gastspiele das gesamte Spektrum der Kleinkunst vertreten: Comedy, Clownerie, Poetry-Slam, Varieté, Pantomime, Nonsens und Groteske. Die Veranstaltungsorte sind über die ganze Stadt verteilt. Ein berauschendes Programm, dass euch Leipzig garantiert mit einem Lächeln verlassen lässt – wenn ihr es denn verlassen müsst.

Auch das Schauspiel Leipzig und das Theater der Jungen Welt haben haben für Groß und Klein viel zu bieten, es gibt mehrere Spielstätten mit abwechslungsreichem Programm.

Das Schauspiel Leipzig hat sich der Bühnen- und Theaterkunst verschrieben. ©Rolf Arnold

Fans der Vokalmusik kommen jährlich voll auf ihre Kosten, wenn das Ensemble Amarcord zu seinem internationalen Festival „a cappella“ einlädt. Es sind Gruppen aus ganz Europa sowie aus Australien mit den verschiedensten Klangfarben und Repertoires zu erleben. Beim ebenfalls von Amarcord initiierten Internationalen a cappella Wettbewerb Leipzig wetteifern junge Vokalensembles aus aller Welt miteinander.

Passagen und Höfe

Durch die Häuser ziehen – funktioniert in Leipzig dank vieler Passagen und Durchgangshöfen ganz prima! ©PK-Fotografie

Wenn der Frühling eine Pause einlegt, euch im Sommer die Hitze zu viel wird oder im Winter der Schneematsch stört. Leipzig hat auch dafür eine Lösung! In die Leipziger Passagen könnt ihr zu jeder Jahreszeit abbiegen, um ein besonderes (Shopping-)Erlebnis zu erfahren. Denn die vielen für Leipzig charakteristischen Passagen und Durchgangshöfe sind Flaniermeile, Shoppingparadies und architektonisches Kleinod zugleich. Wenn ihr euch also durch die Straßen der Altstadt treiben lasst, könnt ihr an jeder Ecke einen Durchgang oder einen Torbogen entdecken, der euch in das viel verzweigte System führt.

Der Klassiker unter den Passagen ist die Mädler-Passage. Die bekannteste Passage Leipzigs ist auf dem früheren Auerbachs Hof errichtet und heute auch Deutschlands größte und bekannteste Passage aus der Hochzeit des Passagenbaus. Die 140 m lange, elegante Ladenstraße ist ein wahrer Touristenmagnet. Das erhaltene Gasthaus Auerbachs Keller ist ein Schauplatz in Goethes Drama „Faust“ und zählt zu den bekanntesten Gaststätten weltweit. Es soll Glück bringen, wenn ihr an der dort stehenden Bronzeskulptur von Mephisto und Faust, diesem über seinen Schuh reibt. Außerdem soll das Berühren eine Rückkehr nach Leipzig garantieren. Ratet mal, warum die Schuhspitze von Faust mittlerweile golden ist!

Nach der Pflicht folgt die Kür! Die ganz besonderen Schätze unter den Leipziger Passagen entführen euch in die verwinkeltesten Ecken der Leipziger City, wie der Jägerhof oder Oelßners Hof. An die Tradition der historischen Passagen knüpfen auch die modernen Neuaflagen an. Hier erstrecken sich Geschäfte so weit das Auge reicht. Schaut doch mal in den Höfen am Brühl oder dem Petersbogen vorbei.  Vielleicht auch beim nächsten Passagenfest. Denn die Liebe der Leipziger geht soweit, dass die Passagen einmal im Jahr mit einem großen Fest gefeiert werden. Am ersten Freitag im September gibt es ein vielfältiges mit Öffnungszeiten bis 24 Uhr. Merkt euch das im Kalender vor! Ein ganz besonderer Tag um die Leipziger Passagen zu erkunden.

Historische Highlights

Der Augustusplatz erstrahlt zum Lichtfest. PUNCTUM / Alexander Schmidt

Die Friedliche Revolution des Herbstes 1989 lebt im Gedächtnis der Leipziger durch tausende persönlicher Erinnerungen fort. Die umwälzenden und aufwühlenden Veränderungen jener Wochen lassen sich nicht zuletzt an markanten Orten ablesen. Mitten im Leipziger Häusermeer gelegen, lud das protestantische Gotteshaus, die Nikolaikirche, Leipzig seit 1982 mit der heutzutage unspektakulär scheinenden, damals jedoch höchst selbstbewussten Aufforderung „Nikolaikirche – offen für alle“ zu den Montagsgebeten ein. Der immer öffentlicher werdende Massenprotest entlud sich am 9. Oktober 1989 in der mit geschätzten 70.000 Teilnehmern unglaublich angeschwollenen Montagsdemonstration, die auf das Montagsgebet folgte. Die Nikolaikirche ist damit zum Symbol der Friedlichen Revolution geworden.

Die Erinnerung daran halten die Leipzigerinnen und Leipziger jedes Jahr beim Lichtfest auf vielfältige Weise lebendig, ganz besonders das Gedenken an den 9. Oktober. Im Mittelpunkt stehen an diesem Tag Friedensgebet, Rede zur Demokratie und das Lichtfest Leipzig. Leipziger und Gäste der Stadt erinnern an den Originalschauplätzen gemeinsam an die historischen Ereignisse. Den 9. Oktober solltet ihr euch also auf jeden Fall vormerken, denn dann seid ihr Teil der jährlichen tausenden Besucher aller Generationen, die die Ausstellungen, Podiumsdiskussionen und viele andere Formate bevölkern.

Das wohl bekannteste Leipziger Wahrzeichen das Völkerschlachtdenkmal erinnert an die historische Völkerschlacht gegen Napoleon im Herbst 1813, die auf den Feldern rund um Leipzig ausgetragen wurde. Mit rund einer halben Million Soldaten und mehr als 110.000 Gefallenen wurde das Geschehen zur größten Schlacht des 19. Jahrhunderts. Das Bauwerk wurde in 15-jähriger Bauzeit 1913 eingeweiht und zum Gedenken an die Soldaten erbaut, welche im Zuge der Schlacht ihr Leben verloren. Vor dem Denkmal befindet sich mit dem „See der Tränen“ ein großes Wasserbecken, das ebenfalls an jene erinnern soll. Das Denkmal besticht nicht nur durch seine Optik, sondern auch mit seiner Aussicht. Wenn ihr die 364 Stufen bis zur Aussichtsplattform hinter euch gelassen habt, werdet ihr mit einem phänomenalen Panoramablick über Leipzig und die Umgebung belohnt. DAS dürft ihr auf keinen Fall verpassen.

Eines der beeindruckendsten Bauwerke ist das Völkerschlachtdenkmal im Südosten Leipzigs. © Daniel Koehler

Im 15. und 16. Jahrhundert war Leipzig für das geistige und wirtschaftliche Leben in Kursachsen von zentraler Bedeutung. Auch für den Fortgang der Reformation nahm es eine wichtige Rolle ein. Martin Luther war mehrfach in Leipzig, sein nachhaltigster Besuch jedoch ereignete sich 1519 anlässlich der Leipziger Disputation. Er führte in der Pleißenburg ein heftiges Streitgespräch mit seinem Widersacher Johannes Eck, in Folge dessen es zum endgültigen Bruch mit der katholischen Kirche kam. Auch als Stadt des Buchdrucks, durch den Luthers Lehren Verbreitung fanden, leistete Leipzig einen entscheidenden Beitrag für die Reformationsbewegung. Auch umgekehrt profitierte die Stadt von den Umbrüchen und Entwicklungen, die die Reformation mit sich brachte. In ihrer Folge bescherten sie Leipzig einen ungeahnten Aufschwung. 500 Jahre Reformation – das wird 2017 allerorten groß gefeiert, so auch in Leipzig. Ihr könnt hier auf den Spuren von Martin Luther wandeln.  Ausstellungen, Musik-Festivals und viele weitere Veranstaltungen lassen Geschichte lebendig werden und weisen zugleich in die Zukunft.

Marktplatz und Rathaus

Mit dem Neuen Rathaus erhielt die Leipziger Stadtverwaltung nach dessen Fertigstellung im Jahre 1905 nicht nur einen neuen Sitz, sondern Leipzig auch den mit 114,7 Metern höchsten Rathausturm in ganz Deutschland. Der burgähnliche Gebäudekomplex wurde auf dem Gelände der ehemaligen Pleißenburg erbaut und ist seitdem zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden. Der angrenzende Burgplatz entstand erst bei der Bebauung um 1900. Die Anlage des Neuen Rathauses umfasst zwei Querflügel und drei Innenhöfe, mit einer Gesamtfläche von ca. 10.000 m², die sich auf fast 600 Räume verteilen. Eine besondere Attraktion des Neuen Rathauses ist der Aussichtsbalkon des Rathausturms, den ihr im Rahmen einer Führung mehrmals in der Woche besteigen könnt.

Das Herzstück jeder Stadt ist der Marktplatz. Er befindet sich am Alten Rathaus, das Hieronymus Lotter errichtete. Es zählt zu den herausragenden Beispielen deutscher Renaissance-Architektur. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war es Sitz der Leipziger Stadtverwaltung. Nach dem Bau des Neuen Rathauses wurde das Gebäude jedoch nicht mehr als solches genutzt und ist seit 1909 die Heimat des Stadtgeschichtlichen Museums.

Der Leipziger markt ist das Herzstück der Innenstadt. © Robin Kunz Fotografie

Der Marktplatz ist von außerhalb auch durch den City-Tunnel zu erreichen. Dienstags und donnerstags kann hier von 9 bis 16 Uhr über den Wochenmarkt geschlendert werden und es finden zahlreiche Veranstaltungen wie z.B. auch der Weihnachtsmarkt auf dem Platz statt.

Klassische Musik auf dem Markt in Leipzig und das kostenfrei für alle Leipziger und Gäste? Ja das gibt es hier! Leipzigs „Classic Open“ hat sich seit der ersten Veranstaltung 1994 zu einem Festival entwickelt, welches aus dem Kulturkalender der Stadt nicht mehr wegzudenken ist. Das jährlich stattfindende mehrtägige Musikfestival auf dem Marktplatz der Leipziger Innenstadt bietet ein umfangreiches und abwechslungsreiches Programm aus verschiedensten musikalischen Genres. Während ihr mit einem Wein oder einem anderen Getränk gemütlich Platz nehmt, erlebt ihr kostenfrei Live Auftritte lokaler sowie internationaler Künstler, die durch Audio – und Videoaufnahmen von Konzerten des Swing, Pop, Musical, Jazz und der Klassik ergänzt werden. Genießt die Kombination aus musikalischem und kulinarischem Programm sowie der einzigartigen Atmosphäre in der belebten Innenstadt.

Als ob das alles noch nicht genug wäre, könnt ihr euch natürlich auch außerhalb der Stadt in der Region Leipzig von der kulturellen Vielfalt in den Bann ziehen lassen.  Schaut doch mal hier, wie viel es noch zu erleben gibt. Wir wetten ihr werdet erstaunt sein.

Da fällt die Entscheidung ganz schön schwer, oder?

Wir hoffen ihr habt nun einen guten Überblick über die zahlreichen und vielfältigen Kulturerlebnisse in Leipzig. Viel Freude beim Entdecken!

Ihr habt noch Fragen? Dann meldet euch bei uns!

Leipzig Tourismus und Marketing GmbH
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