Leipzig Tourismus und Marketing GmbH

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Stand / Druckdatum: 19.08.2017

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Berühmte Leipziger Persönlichkeiten

Größen der Weltgeschichte und ihr Wirken in Leipzig

Ob Kultur, Politik, Sport, Wirtschaft oder Wissenschaft - kaum eine andere deutsche Stadt hat in ihrer langen Geschichte eine derartige Anziehungskraft auf kluge Köpfe ausgeübt. Persönlichkeiten wie Bach, Leibniz oder Nietzsche hinterließen ihre Spuren in Leipzig. Anhand von Portraits wird nachfolgend eine Auswahl der wichtigsten Leipziger Persönlichkeiten vorgestellt. Die Texte zum Download finden Sie links unter "Pressetexte Persönlichkeiten".

 
 
 
 
 
 

Brockhaus, Friedrich Arnold

Leipzigs erster international anerkannter Verleger

Am 4. 5.1772 wird Brockhaus in Dortmund als Sohn eines Kaufmanns und Ratsherrn geboren. Auf Wunsch seines Vaters beendete er den Besuch des dortigen Gymnasiums im Alter von sechzehn Jahren vorzeitig und begann eine kaufmännische Lehre, die ihn jedoch nie ausfüllte. Angesichts seines aufbrausendes Temperaments brach er die Lehre in Düsseldorf ab und kehrte 1793 nach Dortmund zurück. Auf seinen Wunsch hin begann er danach ein anderthalbjähriges Studium in Leipzig, nahm aber lediglich als Gasthörer an den Vorlesungen teil.

1796 begann Brockhaus als Teilhaber einer Großhandelsfirma für englische Manufakturwaren in Dortmund. Zerwürfnisse mit seinen Partnern veranlassten ihn sich 1802 in Amsterdam selbständig zu machen. Der anfangs günstigen Entwicklung seines Geschäfts setzten die wirtschaftlichen Maßnahmen Napoleons, die ihn von seinem Hauptlieferanten abschnitten, ein Ziel, und er entschloss sich 1805, aufgrund seiner starken Liebe zur Literatur, vom Tuchhandel zum Buchhandel überzuwechseln. Der gelernte Kaufmann mit seinen langjährigen Erfahrungen erwies sich sofort als geborener Buchhändler: er verstand, die kulturelle Aufgabe des Buches mit einem finanziell lohnenden Gewinn in Einklang zu bringen. Die 1814 nach ihm benannte Firma zeichnete sich durch die beispielhafte Pflege der Auslandsbeziehungen, den geistigen Austausch mit der Welt und die Universalität aus.

Die Auswirkungen der Kontinentalsperre auf sein Geschäft veranlassten ihn, 1805 zum Buchhandel zu wechseln und der Tod seiner Frau stärkte ihn in seinem Wunsch nach Leipzig zurückzukehren. Seiner Meinung nach war dort der richtige Platz für den Ausbau jenes Unternehmens, von dem er sich den größten Erfolg für lange Zeit versprach: das Konversationslexikon. Auf der Leipziger Buchhändlermesse 1808 erwarb Brockhaus für 1800 Taler die Rechte des unvollendenten „Konversationslexikons“, das 1796 von Renatus Gotthelf Löbel und Christian Wilhelm Franke begonnen worden war. Den Restbestand dieses Werkes lieferte er seit 1809 unter dem neuen Titel „Conversations-Lexicon oder kurz gefasstes Handwörterbuch“ (6 Bände) aus. Brockhaus entwickelte daraus eine das gesamte Wissen umfassende Enzyklopädie. Zunächst pendelte er mit dem Verlag zwischen Amsterdam und Leipzig, siedelte 1811 nach Altenburg über, bevor er 1817 schließlich den Firmensitz nach Leipzig verlegte und eine eigene Druckerei errichtete. 1818 wurde er Leipziger Bürger und baute den Verlag F. A. Brockhaus systematisch aus. Er verlegte vor allem Lexika, Sach- und Reisebücher (z.B. das Taschenbuch „Urania“), aber auch Zeitschriften wie die „Deutschen Blätter“ und das „Literarische Wochenblatt“. Brockhaus war der erste Verleger von Arthur Schopenhauer, zunächst von „Die Welt als Wille und Vorstellung“ (1819), später von dessen Gesamtwerk. Sein Konversationslexikon wurde ein großer Erfolg. Die fünfte Auflage erschien 1819/20 in zehn Bänden. Zwei Jahre vor seinem Tod am 20.8.1823 in Leipzig, hatte Brockhaus noch einen lange gehegten Plan umgesetzt und im Mai 1821 ein großes Grundstück am Ostrand Leipzigs gekauft, das ihm zugleich als neuer Wohnsitz wie auch als Standort für sein expandierendes Unternehmen diente. Später siedelten sich in der Nähe weitere Buchhändler und verwandte Geschäftszweige an, so dass nach Brockhaus’ Tod ein neues Buchhändlerviertel entstand.

In den knapp 18 Jahren seines Leipziger Wirkens stieg Brockhaus in die erste Reihe der international anerkannten Verleger auf. Er kämpfte unerbittlich gegen Nachdruck und Zensur. Seine Söhne Heinrich Brockhaus und Hermann Brockhaus setzten das Werk fort. 1832 war Brockhaus das damals größte deutsche Verlags- und Druckereiunternehmen.

Anekdoten/ Zitate:
Der Schriftsteller Ludwig Tieck schrieb für die Brockhaus’sche Zeitschrift „Urania“ eine Novelle. Er lieferte einzelne Abschnitte zu, und in Fortsetzungen erschien sie dann auch. In einer der gedruckten Folgen bemerkte Brockhaus, dass der Liebhaber seine Eugenie plötzlich als Emilie anbetete. Der Verleger intervenierte sofort bei Tieck. Was sollte geschehen? Tieck wusste sofort einen Ausweg. Er ließ seinen Helden in der nächsten Fortsetzung sagen: „Teure Eugenie, die ich mitunter auch Emilie zu nennen pflege, Du bist mir unter beiden Namen wert und lieb!“ Damit war der Frieden zwischen Autor und Verleger wieder hergestellt.
 
 
 
 
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