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Stand / Druckdatum: 28.03.2017

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Berühmte Leipziger Persönlichkeiten

Größen der Weltgeschichte und ihr Wirken in Leipzig

Ob Kultur, Politik, Sport, Wirtschaft oder Wissenschaft - kaum eine andere deutsche Stadt hat in ihrer langen Geschichte eine derartige Anziehungskraft auf kluge Köpfe ausgeübt. Persönlichkeiten wie Bach, Leibniz oder Nietzsche hinterließen ihre Spuren in Leipzig. Anhand von Portraits wird nachfolgend eine Auswahl der wichtigsten Leipziger Persönlichkeiten vorgestellt. Die Texte zum Download finden Sie links unter "Pressetexte Persönlichkeiten".

 
 
 
 
 
 

Liebknecht, Karl

Identifikationsfigur für alle Kriegsgegner

Karl Liebknecht wurde am 13.8.1871 in Leipzig als Sohn des sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten Wilhelm Liebknecht in der Braustraße 11 (heute Braustraße 15) geboren. Seine Taufe erfolgte in der Thomaskirche. Als Taufpate waren Karl Marx und Friedrich Engels vorgesehen, die jedoch verhindert waren und entsprechende Vollmachten schickten. Liebknecht besuchte von 1878 bis 1881 die Bürgerschule und anschließend von 1881 bis 1890 die Nikolaischule. Großes Interesse hatte der Schüler auch an künstlerischer Betätigung. Er initiierte eine Schüleraufführung des „Faust“ im „Auerbachs Keller“ und stand als Schauspieler in einer Hauptrolle bei einem Schulfest im „Krystallpalast“ auf der Bühne.

Liebknecht wuchs in einer Familie auf, deren Alltag durch behördliche Schikanen gegen die Arbeiterbewegung und durch die gesellschaftliche Ächtung der Sozialdemokraten im Kaiserreich gekennzeichnet war. Von 1890 bis 1893 studierte er an der Universität Leipzig Jura und Nationalökonomie. Mit seinem Bruder Theodor Liebknecht gründete er nach der Promotion (1897) und dem Referendariat 1899 eine Rechtsanwaltspraxis in Berlin. Bekannt wurde Karl Liebknecht als politischer Anwalt u.a. durch sein erfolgreiches Auftreten im „Königsberger Hochverratsprozess“ (1904). Dort verteidigte er neun deutsche Sozialdemokraten, die wegen Unterstützung der russischen Arbeiterbewegung angeklagt waren. Der SPD war er bereits 1900 beigetreten und von 1901 bis 1913 Mitglied der Berliner Stadtverordnetenversammlung. Sein Hauptanliegen war der Kampf gegen Militarismus und Kriegsgefahr. Besonders die Jugend versuchte er für seine antimilitaristischen Ziele zu begeistern. Seine Schrift „Militarismus und Antimilitarismus unter besonderer Berücksichtigung der internationalen Jugendbewegung“ (1907) fand große Verbreitung, brachte ihm jedoch eine Klage wegen Hochverrats und achtzehn Monate Festungshaft ein.

Liebknecht, seit 1908 Mitglied des Reichstags, trug wesentlich zur Aufdeckung der Geschäftspraktiken der Rüstungsindustrie bei. Während er bei Beginn des Ersten Weltkrieges aus Gründen der Parteidisziplin im Reichstag zunächst für die Kriegskredite stimmte, verweigerte er am 2.12.1914 als einziger Abgeordneter die Zustimmung. Es kam zum Bruch mit der SPD und 1915 zur Einberufung Liebknechts in den Militärdienst. Trotz Verbots setzte er seinen Kampf gegen den Krieg fort. Sein Motto: „Krieg dem Kriege“. Liebknecht war Mitbegründer der „Gruppe Internationale“. Daraus ging die „Spartakusgruppe“ (ab 11.11.1918 „Spartakusbund“) hervor, die Liebknecht im Januar und März 1916 gemeinsam mit Rosa Luxemburg, Franz Mehring und Clara Zetkin gegründet hatte. Er war ihr führender Vertreter und schrieb für die seit März 1916 erscheinenden „Spartakusbriefe“ viele Artikel. Darin rief er u.a. zu politischen Streiks und Antikriegskundgebungen auf. Sein Handeln war hauptsächlich von humanitären und rechtlichen Motiven bestimmt, weniger von marxistischen Theorien. Auf dem Parteitag vom 30.12.1918 bis 1.1.1919 gehörte er zu den Mitbegründern der KPD und teilte sich mit Rosa Luxemburg den Parteivorsitz. Während der Januarkämpfe (Spartakusaufstand) rief er zum Sturz der Ebert-Scheidemann Regierung auf. Einige Tage später wurden Liebknecht und Luxemburg verhaftet und ins Berliner Eden-Hotel gebracht. Nach kurzem Verhör sollten sie einzeln von Angehörigen der Garde-Kavallerie-Schützendivision ins Moabiter Gefängnis gebracht werden. Die Militärs hielten jedoch wegen angeblichen Motorschadens im Tiergarten und töteten Liebknecht am 15.1.1919 mit drei Schüssen.

Nach dem frühen Tod der Mutter 1911 wurde die Ermordung des Vaters für die drei Liebknecht Kinder Wilhelm, Robert und Vera zu einem schweren Schicksalsschlag. Während Vera bereits 1934 in Wien starb, begann für den Maler Robert nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges eine Odyssee durch französische Internierungslager. Der ein Jahr ältere Wilhelm war im Moskauer Exil trotz seines berühmten Namens stalinistischen Repressionen ausgesetzt und wurde 1941 gezwungen, Moskau zuverlassen.

Heute befinden sich ihm zu Ehren mehrere Gedenktafeln in Leipzig, u.a. in der Braustraße 15 seit 1971 (seinem Geburtshaus), an seinem ehemaligen Wohnhaus in der heutigen Karl Liebknecht-Straße 69 (seit 1945 nach ihm benannt) und in der Eingangshalle der Karl-Liebknecht-Grundschule in der Heinrich-Mann-Straße 1.
 
 
 
 
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