Leipzig Tourismus und Marketing GmbH

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Stand / Druckdatum: 25.05.2017

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Berühmte Leipziger Persönlichkeiten

Größen der Weltgeschichte und ihr Wirken in Leipzig

Ob Kultur, Politik, Sport, Wirtschaft oder Wissenschaft - kaum eine andere deutsche Stadt hat in ihrer langen Geschichte eine derartige Anziehungskraft auf kluge Köpfe ausgeübt. Persönlichkeiten wie Bach, Leibniz oder Nietzsche hinterließen ihre Spuren in Leipzig. Anhand von Portraits wird nachfolgend eine Auswahl der wichtigsten Leipziger Persönlichkeiten vorgestellt. Die Texte zum Download finden Sie links unter "Pressetexte Persönlichkeiten".

 
 
 
 
 
 

Lotter, Hieronymus

Achtmaliger Bürgermeister Leipzigs

Einer der berühmtesten sächsischen Baumeister und überragende Persönlichkeit Leipzigs im Zeitalter der Renaissance, Hieronymus Lotter, wurde im Herbst 1497 in Nürnberg geboren. 1522 war Lotter, Sohn einer wohlhabenden Nürnberger Kaufmannsfamilie, mit seinem jüngeren Bruder Anton Lotter von Annaberg nach Leipzig gekommen und hatte 1533 die Bürgerrechte erworben. Überliefert ist, dass es 1532 zu einem Streit zwischen Lotter und dem Mediziner Heinrich Stromer von Auerbach kam, als sich Lotter ein Haus neben dem gerade im Bau befindlichen Auerbachs Hof baute. Als Baumeister leitete Lotter 1546 die Anlage der neuen Stadtbefestigung und wurde durch den Kurfürst Moritz von Sachsen 1548 zum kurfürstlichen Baumeister ernannt. Lotter verdrängte den bis dahin vorherrschenden gotischen Baustil und führte die Renaissance-Bauweise ein. Während seiner Amtszeit verschwanden die meist nur stroh- oder schindelgedeckten Fachwerkhäuser des Mittelalters aus dem Leipziger Stadtbild. Weltoffen durch viele Reisen und voller Unternehmungslust plante er zahlreiche Projekte und leitete deren Umsetzung. Nach Lotters Plänen wurde u.a. in den Jahren 1556/57 das Alte Rathaus, eines der eindrucksvollsten Bürgerbauten Sachsens errichtet. Dies geschah in einer Rekord-Bauzeit von nur neun Monaten. Unterstützt wurde er dabei von seinen Mitarbeitern Paul Speck und Paul Wiedemann.

1549 wurde Lotter in den Leipziger Rat gewählt und bekam die Leitung zum Neubau der Pleißenburg übertragen. 1555 wurde er auf Vorschlag des Kurfürsten August I. von Sachsen, dem Nachfolger des Kurfürsten Moritz, zum Bürgermeister Leipzigs gewählt. Durch die Freundschaft mit dem Landesherrn stieg Lotters Ansehen in der Leipziger Bürgerschaft. Er bekleidete das Bürgermeisteramt insgesamt acht Mal (1555, 1556, 1558, 1561, 1564, 1567, 1570, 1573). Lotter trug nun die Verantwortung für alle öffentlichen Bauten. Zu seinen berühmten Bauwerken gehören u.a. die Moritzbastei (1551), die Alte Waage (1555), das Alte Rathaus (1556/57) und die Emporen der Thomaskirche (1570). Als Unternehmer war er im erzgebirgischen Bergbau tätig. Am 14.7.1567 besuchte ihn der sächsische Kurfürst im Herrenhaus des Lotterhofs und überredete ihn, die Augustusburg - eines der Vorzeigeobjekte sächsischer Renaissance-Architektur - zu bauen. Widerwillig nahm der 70-jährige Lotter den Auftrag an. Wegen Überschreitung der Bauzeit und des Budgets fiel er jedoch beim Kurfürsten in Ungnade und wurde 1572 kurz vor der Fertigstellung des Schlosses entlassen. August I. von Sachsen blieb ihm auch die 15.000 Gulden, die Lotter vorgestreckt hatte, schuldig. Obwohl Lotter 1574 wieder zum Leipziger Bürgermeister gewählt wurde, befürchtete er, vom Kurfürsten nicht bestätigt zu werden. Er bat ihn deshalb um seine Entlassung aus dem Amt. Weitere finanzielle Fehlspekulationen Lotters im Zinn- und Kupferbergbau führten zu wirtschaftlichen Rückschlägen.

Ruiniert verließ Lotter 1576 Leipzig und zog auf sein Lehngut nach Geyer. Dort hatte er sich 1566 am Hang des Geyserberges ein repräsentatives zweistöckiges Herrenhaus - genannt „Lotterhof“ - gebaut. Verarmt starb er dort 1580, vier Jahre nach seinem Weggang aus Leipzig. Der „Lotterhof“ blieb bis heute erhalten. Allerdings ist der immer noch gebräuchliche Begriff der „Lotterwirtschaft“ nachweislich nicht auf Hieronymus Lotter zurückzuführen.

Zu seinem 400. Geburtstag wurde 1898 in Leipzig eine Straße nach ihm benannt. Eine Gedenktafel am Eingang des Neuen Rathauses wurde ebenfalls zu seinen Ehren angebracht.

Anekdoten/ Zitate:
Als Herzog Moritz von Sachsen im Jahre 1551 beim Bau der Moritzbastei von Lotter forderte, er solle den Stadtgraben innerhalb von 10 Tagen bis zu seiner Rückkehr aus Wittenberg vom Schutt befreien, löste Lotter diese scheinbar unmöglich erscheinende Aufgabe mit Hilfe von 1200 Bauern der umliegenden Ämter. Auch darin zeigte sich seine Überlegenheit als hervorragender Bauorganisator.

 
 
 
 
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