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Stand / Druckdatum: 28.03.2017

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Berühmte Leipziger Persönlichkeiten

Größen der Weltgeschichte und ihr Wirken in Leipzig

Ob Kultur, Politik, Sport, Wirtschaft oder Wissenschaft - kaum eine andere deutsche Stadt hat in ihrer langen Geschichte eine derartige Anziehungskraft auf kluge Köpfe ausgeübt. Persönlichkeiten wie Bach, Leibniz oder Nietzsche hinterließen ihre Spuren in Leipzig. Anhand von Portraits wird nachfolgend eine Auswahl der wichtigsten Leipziger Persönlichkeiten vorgestellt. Die Texte zum Download finden Sie links unter "Pressetexte Persönlichkeiten".

 
 
 
 
 
 

Speck von Sternburg, Maximilian

Vom Wollgroßhändler zum bedeutendsten Kunstsammler Leipzigs

Der aus einfachen Verhältnissen stammende Kaufmann war einer der beispielhaften Gründerpersönlichkeiten und Mäzene des 19. Jahrhunderts in Sachsen. Am 30.7.1776 als Sohn eines Gastwirts in Gröba geboren, hütete er in seiner Kindheit Schafe und half in der elterlichen Schenke "Zum Schifflein" aus. Selbst mit 14 Jahren konnte dieser jedoch weder Lesen noch Schreiben. Der später in Lützschena ansässige Pfarrer Reichel sorgte für den erfolgreichen Werdegang Maximilian Specks, der sich autodidaktisch weiter bildete und 1791 in Leipzig eine Lehre als Handelsgehilfe absolvierte. Nebenbei erwarb er sich souveräne Sprachkenntnisse. Bereits fünf Jahre später arbeitete Speck als Französisch- und Englischkorrespondent in der Beyer’schen Wollhandlung. Hier wurde er auf Grund seiner unermüdlichen Tätigkeit bald Teilhaber und gründete zahlreiche ausländische Niederlassungen. Auf seinen Reisen durch ganz Europa entwickelte Speck Kontakte zu Geschäftspartnern und beschäftigte sich mit den verschiedenen Kunstströmungen seiner Zeit. Bald wurde der Wollgroßhändler einer der bedeutendsten Leipziger Kunstsammler.

Um 1807 begann er, Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafik zu sammeln. Speck, dem die Stadt 1807 das Bürgerrecht verlieh, heiratete im Jahr 1811 die Tochter des Leipziger Seidenwarenhändlers Christian Friedrich Hänel von Cronenthall. An der Stelle, an der Emil Franz Hänsel 1908 das heutige Messehaus "Specks Hof" errichten ließ, gründete Speck 1818 sein eigenes Handelshaus. Dort brachte er zunächst auch seine Kunstsammlung unter. Auch während des Krieges gegen Napoleon besaß Speck unternehmerischen Weitblick. Er widersetzte sich durch die Fertigung sächsischer „Elektoral-Wolle“ der Kontinentalsperre.
1822 erwarb er für 101.570 Taler auf einer Versteigerung das in den Napoleonischen Kriegen stark zerstörte Rittergut Lützschena am Rande von Leipzig, welches seit Beginn des 15. Jahrhunderts der alten sächsischen Adelsfamilie von Üchtritz gehörte. Die letzte Besitzerin, Maximiliane Ernestine Sophie von Klengel (geb. von Üchtritz), hatte das Erbe wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten ausgeschlagen. Er baute das Grundstück als Mustergut für Schafzucht aus und gestaltete den Schlosspark in einen englischen Landschaftspark mit Teichen, Tempeln und Statuen um. Zuvor ließ er die sumpfige Elsteraue durch Flussverlegung und künstliche Kanäle kultivieren. Der Schlosspark war 1825 vollendet und besaß nur natürliche Grenzen wie Flussläufe und Grün.

Die poetischen Lithografien des Wieners Friedrich Loos, der den Park 1826 besuchte, vermitteln noch heute ein ziemlich genaues Bild vom Speck von Sternburgschen Anwesen. Die Tätigkeit Specks erstreckte sich jedoch nicht nur auf Schafzucht und Wollhandel, sondern er beschäftigte sich auch mit der Entwicklung der gesamten Agrarwirtschaft - einschließlich der technischen Geräte. Mit Vorträgen und Schriften wirkte er nachhaltig auf die ökonomische Entwicklung Mitteleuropas mit ein. Sein Ruhm drang bis nach Russland. So kam es, dass Speck 1825 auf Einladung des Zaren Alexander I. eine Forschungsreise durch Russland unternahm. Der Zar bat ihn, seine Erfahrungen beim Aufbau der Musterschäfereien und Pflanzschulen weiterzugeben. Für seine Leistungen wurde Speck in den Ritterstand erhoben. Wenige Jahre später wurde er zur „Förderung ökonomischer Verhältnisse“ nach Bayern berufen und erwarb im Jahr 1829 das säkularisierte Stift St. Veit. Auch hier wirkte er beispielhaft in der Agrarentwicklung, sodass ihn der bayrische König Ludwig I. in den erblichen Freiherrenstand eines Königlich-Bayerischen Barons von Sternburg erhob. 1836/37 ließ Speck in Lützschena die bis heute existierende Sternburg Brauerei errichten, welche bis heute erfolgreich von seinen Nachkommen weitergeführt wird. Nach seinem Rückzug aus dem Wollhandel 1846 wirkte er als Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Akademien und wurde Mitbegründer des Leipziger Kunstvereins. Am Morgen des 22.12.1856 starb er nach einem Schlaganfall.

In seinem Testament hatte er festgelegt, dass seine wertvolle Kunstsammlung nach dem Erlöschen der erbfolgerechtlichen Nachkommenschaft in den Besitz des Museums der bildenden Künste Leipzig übergeben soll. Sie umfasste 126 Zeichnungen, mehr als 500 druckgraphische Blätter sowie 202 Gemälde, die er aus berühmten Sammlungen in Wien, Rom oder Brüssel erworben hatte. Darunter befinden sich Werke von Lucas Cranach, Caspar David Friedrich und Peter Paul Rubens. Diese Sammlung, die er 1822 erstmals auf seinem Landgut Lützschena in einer vielbesuchten Galerie präsentiert hatte – das Gästebuch nennt u.a. Albert Lortzing, Robert Schumann und Gustav Adolph Hennig –, kam 1946 ins Museum der bildenden Künste. Die Maximilian Speck von Sternburg Stiftung überließ den Bilderschatz 1996 dem Museum als Dauerleihgabe.

Den persönlichen Besitz der Allgemeinheit zugänglich zu machen – dies ist eine der herausragenden Leistungen Maximilian Speck von Sternburgs und seiner Nachkommen. Auch der Schlosspark Lützschena ist seit 1989 wieder im Familienbesitz. Der Ururenkel Maximilians, Wolf-Dietrich Freiherr Speck von Sternburg, rettete das 19 Hektar große Areal vor dem endgültigen Verfall sowie der Parzellierung durch die Stadt Leipzig und ließ das Wege- und Gewässernetz wieder nach historischem Vorbild errichten.

Anekdoten/ Zitate:
Der Kunstmäzen war für seine kauzigen und ungewöhnlichen Einfälle bekannt. Speck hatte sich um die Schafzucht verdient gemacht und dabei besonders der Elektoralrasse eine weite Verbreitung ermöglicht. Stolz ließ er eines Tages im Zentrum ein riesiges Spruchband anbringen mit der Inschrift: „O, möchte doch in unserem schönen Sachsen Elektroral veredelt wachsen!“ Dies veranlasste einen Spaßvogel, am nächsten Tag gegenüber ein gleich großes Transparent aufzuhängen: „Damit der Speck auf dieser Erde, noch immer fetter und fetter werde!“

 
 
 
 
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