Verborgenes Leipzig: G2 Kunsthalle – junge Malerei aus Leipzig

Junge Kunst aus Leipzig – Das ist das Motto der Eröffnungsausstellung Sammlung Hildebrand in der G2 Kunsthalle. Die Ausstellung ist ein echter Leipzig-Tipp abseits bekannter Wege, denn sie kann nur im Rahmen einer geführten Tour besucht werden.

An der Ecke Dittrichring/Gottschedstraße gegenüber der Thomaskirche ragt ein moderner Betonbau auf. Unscheinbar sieht er von außen aus. Kein großes Plakat weist darauf hin welche Kunstschätze im Inneren des Gebäudes verborgen sind. Lediglich ein kleines Klingelschild lässt erkennen, dass man sich am Eingang zur G2 Kunsthalle befindet. Über einen Aufzug gelangt man in das dritte Stockwerk. Oben angekommen blickt man in leere, weiße Räume mit hohen Decken. Die ganze Etage ist lichtdurchflutet. Kaum zu glauben, dass man hier vor ein paar Jahren keine Stille sondern surrende Computer hörte. Die G2 Kunsthalle war ein Rechenzentrum.

In diesem Gebäude gegenüber der Thomaskriche befindet sich die Sammlung Hildebrand. ©Eva Zeltner
In diesem Gebäude gegenüber der Thomaskriche befindet sich die Sammlung Hildebrand. ©Eva Zeltner

Auf 1000 Quadratmetern und in vier Räume unterteilt warten 50 Exponate der Sammlung von Steffen Hildebrand auf Besucher. Diese machen jedoch nur einen Bruchteil des gesamten Kunstschatzes aus. Die öffentlich gemachte Privatsammlung bietet Einblick in seine Leidenschaft. Leidenschaft wofür? Für Leipzig! Bis auf drei Werke stammen alle Ausstellungsstücke von Leipziger Künstlern. Darunter befinden sich große Meister der Neuen Leipziger Schule wie Neo Rauch, David Schnell und Tilo Baumgärtel. Doch auch junge und weniger bekannte Leipziger Maler werden miteinbezogen. Viele sind Absolventen der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig.

"Das Treffen" von Neo Rauch kann in der G2 Kunsthalle bewundert werden. ©Uwe Walter
„Das Treffen“ von Neo Rauch kann in der G2 Kunsthalle bewundert werden. ©Uwe Walter

Eine zweite Leidenschaft Hildebrands ist junge Kunst. Keines der Werke ist früher als 2001 entstanden. Der Besucher erhält einen Einblick in die Leipziger Malerei zwischen 2001 und 2014. Neben der Malerei finden auch Zeichnungen, Fotografien und eine Skulptur Platz in der Ausstellung. Die Kunsthalle hat sich auf die Fahnen geschrieben Themenvielfalt und Formenreichtum der Leipziger Kunst nach der Jahrtausendwende darzustellen.

Die Führungen vereinen Fachwissen und eigene Interpretationen der Werke. ©Eva Zeltner

Spontan vorbeilaufen und einen Blick reinwerfen, das ist nicht möglich in der G2 Kunsthalle. Man muss sich Zeit nehmen und den Besuch planen, denn die Ausstellung kann nicht individuell besucht werden, sondern nur im Rahmen einer Führung. Eine vorherige Anmeldung auf der Homepage ist nötig. Einen Einblick gibt entweder die Kuratorin selbst oder Studenten der Kunstgeschichte. Die Planung lohnt sich, denn jede Führung ist anders und liebevoll vorbereitet. Die Studenten wählen die Werke, die sie vorstellen selbst aus und wechseln regelmäßig. Sie zitieren nicht ihre Kuratorin sondern bereichern den Rundgang mit eigenen Interpretationen. Mehrfaches Besuchen lohnt sich, denn es wird nie etwas zweimal erzählt.

Eine Studentin führt die Besucher mit viel Engagement durch die Ausstellung. ©Eva Zeltner

Schüler können den Kunstschatz im Rahmen einer Schülerführung entdecken. Für internationale Gäste werden englischsprachige Rundgänge angeboten. Die Eröffnungsausstellung ist noch bis zum 18. Oktober zu bewundern, dann wird gewechselt. Bis dahin sind ständig neue Projekte geplant, wie z. B. Künstlergespräche.

Copyright der Bilder

Bild 2: Neo Rauch, Das Treffen, 2013, Öl auf Leinwand, 300 x 250 cm, Sammlung Hildebrand, Leipzig. Foto: Uwe Walter, Berlin © courtesy Galerie EIGEN+ART Leipzig/Berlin / VG Bild-Kunst, Bonn 2015.

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4 Kommentare

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  2. Hallo,

    ich bin Hobbymaler und gehe sehr oft in Ausstellungen, um mich neu inspirieren zu lassen und interessante Ideen zu sammeln. Der Artikel ist sehr interessant. So bekommt man auch mal einen Einblick in Ausstellungen, die nicht nur in der eigenen Umgebung stattfinden. Sehr aussagekräftig sind auch die Fotos die sie verwendet haben. So bekommt man einen wirklich guten Eindruck von der Austellung. „Das Treffen“ von Neo Rauch kenne ich, habe es aber noch nicht „live“gesehen.

    Liebe Grüße, Stefan

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