Im Großstadtdschungel: Neues aus dem Zoo Leipzig

Naturnahe Freigehege mit Felsen, Wasserläufen und landestypischer Vegetation – der Zoo Leipzig hat sich die artgerechte Haltung seiner Tiere zum Ziel gesetzt. Jüngst eröffnete mit der Kiwara-Kopje eine neue Anlage im Stil einer afrikanischen Felsen- und Steppenlandschaft. Wir verraten dir welche Philosophie hinter dem Zoo Leipzig steckt, was du momentan alles entdecken kannst, welche Projekte für die Zukunft geplant sind und welche Veranstaltungen du im Zoo besuchen kannst.

Der Zoo der Zukunft
Hängebrücken durch den Urwald
Kleine Oase
Nationale Fernsehstars
Die nächsten Ziele
Volles Programm

Zoo der Zukunft

Der Zoo der Zukunft setzt auf natürliche Begrenzungen wie Steine und Wälder anstatt Gitterstäbe. ©Zoo Leipzig
Der Zoo der Zukunft setzt auf natürliche Begrenzungen wie Steine und Wälder anstatt Gitterstäbe. ©Zoo Leipzig

Von der hölzernen Hängebrücke hoch über der Kiwara-Kopje schweift der Blick von den Nashörnern und Geparden zu den Hyänen, die sich um ein Stück Fleisch raufen. Aus sicherem Abstand reckt eine Giraffe neugierig den Kopf. Direkt hinter den Gehegen schließen sich nahtlos die weiten Grünflächen des Rosentals an. Man hat das Gefühl, man befinde sich tatsächlich auf einer Safaritour in Afrika statt im Zoo Leipzig. Auf einem bis zu drei Meter hohen Holzsteg kannst du das neue Gelände frei einsehen: riesige Felsen, umgrünte Wasserlöcher und eine nachempfundene Steppenlandschaft, zwischen denen sich die Tiere frei bewegen.
Nur das afrikanische Klima lässt sich nicht kopieren. Doch auch dafür haben die Architekten eine passende Lösung gefunden. Der Unterstellplatz für die Spitzmaulnashörner, ein großer Strohschirm, ist mit Heizstrahlern versehen und unter den Kunstfelsen wurden Heizschlangen angebracht. Damit kommen die Dickhäuter auch gut durch den Leipziger Winter.

In guter Nachbarschaft: neben der Tiger Taiga sind nun die Leoparden untergebracht. ©Zoo Leipzig
In guter Nachbarschaft: neben der Tiger Taiga sind nun die Leoparden untergebracht. ©Zoo Leipzig

Die Zeiten, in denen Löwen und Panther hinter den Gitterstäben ihrer kleinen Gehege auf und ab tigerten, sind lange vorbei. Mit der Ende April erweiterten Afrika-Anlage ist der Tiergarten einen weiteren Schritt in der Umsetzung seines Konzepts vom „Zoo der Zukunft“ gegangen. Das im Jahr 2000 gestartete Großprojekt strebt eine möglichst detailgenaue Nachahmung der natürlichen Lebensräume der Tiere an. So umgeben hauptsächlich naturnahe Abgrenzungen wie Felsen oder Wassergräben die Gehege. „Das hat einen positiven Doppeleffekt“, erläutert Kurator Ruben Holland. „Zum einen bieten die Anlagen ideale Bedingungen für die Tiere. Zum anderen ermöglichen wir den Besuchern auf ihrem Zoospaziergang ein außergewöhnliches Naturerlebnis und sie erhalten oft barrierefreie Einblicke in die Gehege.“ Der 35-Jährige kümmert sich seit 2010 als einer von vier Kuratoren um den Tierbestand im Leipziger Zoo und überwacht die Ausgestaltung der neuen Gehege. Eines der ersten Bauvorhaben war dabei das im Sommer 2014 eröffnete Leopardental. In einer übernetzten Anlage im Stil eines Felshangs mit Wasserlauf haben die Amurleoparden ein neues Zuhause neben der Tiger-Taiga erhalten. Eine begehbare Flamingolagune ergänzt zudem seit Kurzem den Ausgangsbereich.

Die Kiwara Kopje bietet den Spitzmaulnashörnern ein neues Zuhause. ©Andreas Schmidt
Die Kiwara Kopje bietet den Spitzmaulnashörnern ein neues Zuhause. ©Andreas Schmidt

Die Kiwara-Kopje ist das jüngste Projekt, das der Zoo fertiggestellt hat. Mit den vom Aussterben bedrohten Spitzmaulnashörnern und Geparden sind auch Husarenaffen auf die Fläche gezogen. In der benachbarten Savanne galoppieren temperamentvolle Grévyzebras neben Straußen und Rothschildgiraffen. Und während die Säbelantilope an den zarten Halmen der weitläufigen Wiese knabbert, ist vor dem benachbarten Gehege richtig viel los. Schon aus der Ferne kannst du die hochgereckten Stupsnasen auf einem Termitenhügel erkennen: Das gesellige Treiben des Erdmännchen-Clans ist ein lohnenswerter Stopp. Es wird gebuddelt, gekuschelt und gekabbelt – und dabei stets aufmerksam beobachtet.

Hängebrücken durch den Urwald

Auf der Hängebrücke im Gondwanaland ist dein Gleichgewicht gefragt. ©Andreas Schmidt
Auf der Hängebrücke im Gondwanaland ist dein Gleichgewicht gefragt. ©Andreas Schmidt

Auf einem 26 Hektar großen Gelände führt dich ein artenreicher Rundkurs über Bäche und Flüsse, verwinkelte Pfade und großzügige Parkwege durch die Themenwelten Asien, Afrika, Südamerika, Pongoland, das weitläufige Affenfreigehege, und Gondwanaland, eines der spektakulärsten Projekte des Zoos. Die riesige Tropenhalle, überspannt von einem 34 Meter hohen Kuppeldach, ist schon von Weitem sichtbar. In ihrem Inneren wuchern auf über 16.000 Quadratmetern von Sumpfgewächsen über Baumriesen circa 24.000 Pflanzen, die aus der ganzen Welt zusammengetragen wurden. Am besten lässt sich der Mini-Urkontinent Gondwana von hoch oben auf den schwingenden Holzbrücken des Baumwipfelpfades oder auf einer Bootstour erkunden. Diese führt auf dem künstlichen Fluss Gamanil – eine Wortschöpfung aus Ganges, Amazonas und Nil – mitten durch die Halle. Mal durch ein sicheres Glasfenster getrennt, mal nur einen Palmwedel entfernt, beobachten dich auf deinem Weg über 300 exotische Augenpaare. Bei durchgängig gleichbleibenden Temperaturen um 25 Grad Celsius durchstöbern unter anderem Tapire, Zwergflusspferde und ein Komodowaran das Tropenhaus. Auf der Totenkopfaffeninsel hangelt sich ein „Herr Nilsson“ nach dem anderen auf Lianen, Geländer und Geäst direkt über deinen Kopf. Doch Vorsicht! Die neugierigen Tierchen haben mit ihren kleinen Pfoten schon so Manchem die Kamera aus den Händen stibitzt.

Kleine Oase

Das Vogelhaus ist definitiv einen Besuch wert. ©Charlotte Thiele
Das Vogelhaus ist definitiv einen Besuch wert. ©Charlotte Thiele

Ein Gondwanaland im Kleinformat finden Besucher im eher unauffälligen Vogelhaus. Neben dem Robbenbassin gelegen, verirren sich angesichts der großen Konkurrenz jedoch weniger Besucher in die kleine Freiflughalle. Ein Fehler, denn in der üppigen Vegetation sitzen exotische Papageien auf dem Geländer, hüpfen bunte Hühner mit extravagantem Kopfschmuck über den Weg und hängen Flughunde zum Anfassen nah von der Decke. Mit lautem Gekreische hangeln sie sich umständlich von Ast zu Ast, um dann plötzlich mit ausgebreiteten schwarzen Schwingen so dicht über dich hinweg zu flattern, dass du den Kopf einziehen musst. Ein gurrendes Spektakel, dem man sich nur schwer entziehen kann – und ein kleiner Geheimtipp inmitten des großen Naturerlebnisparks.

Nationale Fernsehstars

Das Highlight eines jeden Zoo Besuchs ist das Elefantenbaden. ©Zoo Leipzig
Das Highlight eines jeden Zoo Besuchs ist das Elefantenbaden. ©Zoo Leipzig

Auch wer den historischen Tiergarten zum ersten Mal erkundet, stößt möglicherweise auf bekannte Namen und Gesichter. Die Vorabendserie „Tierärztin Dr. Mertens“, die durchschnittlich knapp fünf Millionen Zuschauer an den Bildschirmen verfolgen, spielt im Zoo. Und auch das wöchentliche Erfolgsformat „Elefant, Tiger & Co.“ bringt Geschichten aus dem Zoo Leipzig direkt in die heimischen Stuben.
Die dickhäutigen Namensgeber der Sendung sind nach wie vor eine der größten Attraktionen des Zoos. Täglich um 10.30 Uhr kannst du Zeuge eines besonderen Spektakels werden: Beim Elefantenbaden lassen sich Hoa, Dong Chung oder Trinh dabei beobachten, wie sie nach Äpfeln schnappen, schwimmen, tauchen und sich mit dem Rüssel Wasser über den Körper spritzen. Wie viele Tiere der Zoo insgesamt zählt, lässt sich laut Ruben Holland nicht beziffern: „Wir beheimaten beispielsweise auch Ameisenstämme, Schmetterlinge oder Fischkolonien. Das macht es dann fast unmöglich, eine genaue Tierzahl zu schätzen.“

Die nächsten Ziele

Der Zoo Leipzig hat viel vor. Für die kommenden Jahre sind einige Projekte geplant. ©Zoo Leipzig
Der Zoo Leipzig hat viel vor. Für die kommenden Jahre sind einige Projekte geplant. ©Zoo Leipzig

Bevor es an die nächsten Projekte geht, feiert der Zoo Leipzig die Fertigstellung des Abenteuerspielplatzes auf der ehemaligen Bärenburg. Ab 3. Juli können Kinder dort toben, klettern und spielen, wo einst Eisbären und Braunbären wohnten. Der Umbau geht weiter: In mehreren Bauabschnitten werden im nächsten Schritt bis 2020 die Anlagen Südamerikas und Asiens modernisiert. Zunächst entsteht an den neu gebauten Raubtierfelsen neben dem Ein- und Ausgang von Gondwanaland die asiatische Hochgebirgswelt Himalaya mit einer begehbaren, übernetzten Anlage für Schneeleoparden, Rote Pandas und Geier. Unter dem Stichwort „vom Pantanal über die Pampas nach Patagonien“ werden bis 2017 unter anderem Nasenbären, Mähnenwölfe, Große Ameisenbären und Vikunjas die Themenwelt Südamerika bewohnen. Am südlichsten Zipfel des Kontinents, auf Feuerland, entsteht eine spektakuläre Wasserwelt für Pinguine und Robben. Für echte Meeresstimmung sorgt dabei eine eigene Wellenanlage. Die Besucher gehen dank eines begehbaren 360-Grad-Unterwassertunnels auf Tauchgang. Das letzte Vorhaben ist eine asiatische Inselwelt mit großzügigen Vogelvolieren und einer Kranichanlage. „Wenn wir mit diesen Vorhaben fertig sind, können wir wahrscheinlich fast schon wieder von vorne anfangen, die älteren Gehege zu sanieren“, schmunzelt Ruben Holland und freut sich auf die ständigen Veränderungen. Die rund zwei Millionen Gäste, die den Zoo Leipzig alljährlich besuchen, wissen das Engagement zu schätzen. Nicht nur für Familien ist der Zoo ein beliebtes Ausflugsziel. Aus ganz Deutschland kommen Reisegruppen, um für einen Tag in der reichen Flora und Fauna auf Entdeckungstour zu gehen.

Volles Programm

Gerade für Kinder ist im Sommerferienprogramm des Zoo Leipzig einiges geboten. ©Zoo Leipzig
Gerade für Kinder ist im Sommerferienprogramm des Zoo Leipzig einiges geboten. ©Zoo Leipzig

Im Sommer ist einiges los im Zoo Leipzig. Wir geben dir einen Überblick über alle Veranstaltungen.

Jazzkonzert „Bach – African Reflections“ in der Kiwara-Lodge
16. Juni

Sommerferienprogramm
11. Juli bis 23. August
• Sommerferientouren mit den Zoolotsen
jeden Di. und Do. 10 Uhr
• Regenwaldpass
jeden Mo. und Mi. 15 Uhr
• Puppentheater
an den Wochenenden
• Tiergesichterschminken mit den Zoolotsen
täglich

Grillabenteuer im Urwalddorf
16. Juli

Sommerkabarett Leipziger Funzel
24. Juli bis 7. August

Orang-Utan-Tage
25. und 26. Juli

Dschungelnacht
8. August

Grillabenteuer im Urwalddorf
20. August

Schulanfängertag
22. August

K!DZ – Riesenkinderfest zugunsten der Uni-Kinderklinik
19. September

Welche Wünsche hast du für die Zukunft des Zoo Leipzig? Verrate uns deine Visionen!

Leipzig Tourismus und Marketing GmbH
Augustusplatz 9
04109 Leipzig
Tel. +49 (0)341 7104-340
www.leipzig.travel
social.media@ltm-leipzig.de

(Visited 3.174 time, 1 visit today)

4 Kommentare

  1. Pingback: SEO Services

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.