Leipziger Bretter, die die Welt bedeuten – Bühnen in Leipzig

„Sein oder nicht Nichtsein“ – Jeder kennt die weltberühmte Frage aus Shakespeares Hamlet. In Leipzig bewegt uns vielmehr die Frage, wo man sein sollte! Es gibt in der Stadt so viele Bühnen, dass die Entscheidung über den abendlichen Theaterbesuch nie leichtfällt. Wir helfen euch da heute etwas aus und zeigen euch die Bühnen, bei denen sich jeder Besuch lohnt!

Schauspiel Leipzig
Oper Leipzig
Gewandhaus zu Leipzig
Theater der Jungen Welt
Leipziger Kabarettszene

Schauspiel Leipzig

Das Schauspiel Leipzig ist die Heimat der Theaterkultur der Stadt. © Andreas Schmidt

Mit 73 Jahren ist das Gebäude des Schauspiels Leipzig in der Bosestraße 1, direkt an der beliebten Szenemeile Gottschedstraße, noch eine sehr junge Theaterbühne. Die Einrichtung selbst ist jedoch um einiges älter, denn ihre Tradition geht zurück bis ins Jahr 1766, als an der Rannischen Bastei (dem heutigen Richard-Wagner-Platz) das Comödienhaus erbaut wurde. Goethe war hier als Student oft begeisterter Zuschauer und neben seinem späteren Freund Schiller feierten viele Schriftsteller im Comödienhaus Uraufführungen, bis das Gebäude, das Ende des 19. Jahrhunderts in Altes Theater umbenannt wurde, im Krieg zerstört wurde. 1945 fand die Leipziger Theaterkultur im damaligen Centraltheater in der Bosestraße schließlich ihre neue Heimat.

Bis heute werden natürlich Klassiker im Schauspiel Leipzig aufgeführt. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt liegt für Intendant Enrico Lubbe, der das Amt 2013 übernahm, jedoch besonders auf Gegenwartsliteratur und deren Uraufführungen. Darüber hinaus macht das Schauspiel Leipzig seine Veranstaltungen durch Audiodeskriptionen und Simultanübersetzungen auch sehbehinderten Menschen und nicht deutschsprachigen Zuschauern zugänglich.

Neben der großen Bühne im Schauspielhaus bespielt das Schauspiel aber auch die Diskothek, welche sich ebenfalls im Gebäude befindet, und die Residenz in der Baumwollspinnerei. Häufig gibt es auch Gastspiele im Gohliser Schlösschen oder dem Zoo Leipzig.

Habt ihr jetzt Lust auf Theater bekommen? Verständlich! Wie wäre es mit einer der vielen Aufführungen von „Die Nachtigall“ von Hans Christian Andersen, Goethes „Faust I“ am 21. Dezember oder Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“, das am 31. Dezember im Rahmen der großen Silversterparty im Schauspiel Leipzig seine Premiere feiert? Informationen und Tickets findet ihr im Spielplan vom Schauspiel Leipzig.

Oper Leipzig

Eine der berühmtesten Bühnen der Stadt ist die Oper Leipzig. © Kirsten Nijhof

In diesem Jahr feierte die Oper Leipzig ihr 325. Jubiläum, denn das erste Opernhaus der Stadt wurde schon 1693, unweit des heutigen Standorts, am Brühl erbaut. Heute findet ihr an dieser Stelle die Ritterpassage. Das Opernhaus am Brühl war jedoch schnell marode, sodass es bereits 1729 nicht mehr als Kulturstätte genutzt werden konnte.

Ab 1766 konnte auf das Comödienhaus ausgewichen werden, bis 1868 das Neue Theater eröffnet wurde, das dann aus dem Comödienhaus schlicht das Alte Theater machte. Das Neue Theater befand sich auf dem Augustusplatz, genau dort wo heute auch die Oper Leipzig steht. Es war perfekt geeignet für Opern und Ballett, weshalb das Schauspiel gänzlich in das Alte Theater zog. Wie das Alte Theater wurde leider auch das Neue Theater im Jahr 1943 zerstört. Als einziges Opernhaus, das in der DDR errichtet wurde, wurde nach vier Jahren Bauzeit 1960 schließlich das Gebäude eröffnet, das wir heute als Oper Leipzig kennen. Vom Neuen Theater übernahm es nicht nur seine Adresse, sondern auch einige der architektonischen Stilelemente.

Jeder Fan der Oper Leipzig denkt sich jetzt sicherlich: „die Oper Leipzig, die ist nicht nur auf dem Augustusplatz zu finden, sondern auch in Lindenau!“ Richtig! Das ehemalige Haus Dreilinden diente nach der Zerstörung des Neuen Theaters bis zur Eröffnung des neuen Opernhauses als Spielort und ist auch heute noch als Musikalische Komödie der „Außenposten“ der Oper Leipzig.

Mit der Berufung von Ulf Schirmer als Intendant rückte besonders das Leipziger Urgestein Richard Wagner in den Fokus der Oper. 2016 wurde in der Oper Leipzig das erste Mal nach über 40 Jahren der komplette „Ring des Nibelungen“ an vier aufeinanderfolgenden Tagen aufgeführt. Auch 2019 könnt ihr den Ring-Zyklus in Leipzig erleben.

Aber auch noch in diesem Jahr bietet die Oper Leipzig mit Tschaikowskis Nussknacker und Schwanensee oder der Märchenoper Hänsel und Gretel wahre Highlights an. Auf dem Spielplan findet ihr noch viele weitere tolle Veranstaltungen im Jahr 2018.

Gewandhaus zu Leipzig

Das Gewandhausorchester ist das größte Berufsorchester der Welt. © Jens Gerber

Ihr habt es vermutlich schon geahnt: auch die Geschichte des Gewandhausorchesters hängt vielmals von ihren Spielorten ab. Das wichtigste Gebäude ist hierbei wohl das namensgebende: 1743 gründeten 16 Musiker mit der finanziellen Unterstützung von Wohlhabenden ein Konzertorchester und veranstalteten „Große Musicalische Concerte“. Zu der Zeit spielten sie jedoch noch im Gasthaus „Zu den drei Schwanen“, nahe des 1766 eröffneten Comödienhauses, wo das Orchester bald musikalische Unterstützung leistete. Erst 1781 ergab es sich, dass der Dachboden der Gewerbehalle der Tuchmacher, dem Gewandhaus, zum Konzertsaal umgebaut wurde. Im November wurde (von nun 32 Musikern) dort das erste Gewandhauskonzert gespielt, was schließlich zur Benennung in „Gewandhaus- und Theaterorchester“ führte.

Die Unterstützung der Theater- und Opernstücke im Comödienhaus wurde später natürlich auch im Neuen Theater fortgeführt. Es entwickelte sich eine enge Beziehung zwischen der Oper Leipzig und dem Gewandhausorchester, die wir auch heute noch bestaunen dürfen. Auch die Kirchenmusik hatte es nicht leicht, die steigenden musikalischen Anforderungen zu meistern und so übernahm das Gewandhaus- und Theaterorchester auch diese Aufgabe. Noch heute profitieren wir beispielsweise beim berühmten Weihnachts-Oratorium des Thomanerchors davon.

Die steigende Beliebtheit und die Vergrößerung des Orchesters sorgten dafür, dass der mehrmals ausgebaute Saal im Gewandhaus zu klein wurde. Es wurde ein neues Konzerthaus erbaut, dass 1884 als Neues Gewandhaus eröffnet und zur neuen Heimat des Orchesters wurde. Nach vielen musikalischen Jahren erlitt das Gebäude im Krieg leider das gleiche Schicksal wie das Alte und Neue Theater.

Erst 1981 wurde (besonders durch Anstrengungen des ehemaligen Gewandhauskapellmeisters Kurt Masur) das 3. Gewandhaus als einzige Neuerrichtung eines Konzerthauses in der DDR auf dem Augustusplatz erbaut, welches wir heute als Gewandhaus zu Leipzig kennen. Einmal jährlich tauscht das Orchester seine Heimatbühne jedoch gegen das grüne Gras des Rosentals und lädt ganz Leipzig zum „Klassik airleben“ ein.

In der Saison 2017/18 feierte das Gewandhausorchester sein 275. Jubiläum und seit Februar dieses Jahres wird das größte Berufsorchester der Welt von Andris Nelsons als 21. Gewandhauskapellmeister dirigiert. Im Dezember kann man es beispielsweise beim Weihnachts-Oratorium, einigen Großen Concerten oder in der Oper Leipzig bewundern. Der Spielplan hilft euch, die perfekte Veranstaltung zu finden.

Theater der Jungen Welt

Das Theater der Jungen Welt begeistert auch Erwachsene. © Tom Williger

Wusstet ihr, dass das Theater der Jungen Welt, von vielen nur TdJW genannt, das erste professionelle Theater für Kinder und Jugendliche Deutschlands war? 1946 wurde das Theater gegründet und blickt damit immerhin schon auf 72 Jahre Geschichte zurück. Seit 2003 beheimatet das umgebaute ehemalige Haus der Volkskunst am Lindenauer Markt das TdJW und lockt nicht nur jung, sondern mittlerweile auch alt mit seinen Stücken vor die insgesamt drei Bühnen. Schließlich bezeichnet das Theater sich selbst als Theater der Generationen und ist immer einen Ausflug mit der Familie wert.

Kinder ab 4 können im Dezember das Puppentheater „Pinocchio“ bestaunen. Ältere Kids und die im Herzen Junggebliebenen können sich im Januar über Schillers „Kabale und Liebe“ oder Lessings „Nathan der Weise“ erfreuen. Mehr Infos erhaltet ihr aber natürlich im Spielplan.

Leipziger Kabarettszene

Die Heimat des Kabarett-Theater SanftWut ist die zauberhafte Mädler-Passage. © LTM

Wenn über Bühnen geredet wird, dürfen in Leipzig natürlich die vielen Kabaretts nicht außer Acht gelassen werden! In Sachen Politsatire oder sächsische Mundart bieten die Leipziger Kabaretts schon seit den Zeiten der DDR eine absolute Lachgarantie. In unserer Stadt habt ihr ein tolles Angebot an Kabaretts, denn bundesweit gibt es hier die höchste Kabarettdichte pro Kopf!

Die Klassiker unter ihnen sind die academixer, die Leipziger Pfeffermühle oder die Leipziger Funzel, die vor der deutschen Einheit die damalige Zensur mit Andeutungen und Wortwitzen geschickt umgingen. Nach der Wende erweiterten das Kabarett-Theater SanftWut in der Mädler-Passage und das Leipziger Central Kabarett am Markt das Kulturangebot.

Ein wenig außer der Reihe tanzt das Krystallpalast Varieté, das strenggenommen kein Kabarett ist, aber nicht unerwähnt bleiben sollte. Hier genießt ihr leckere Dinner bei aufregenden Abendshows, die mit Akrobatik, Comedy, Musik oder Magie begeistern. Eine besondere Empfehlung: jedes Jahr in der Weihnachtszeit veranstaltet das Varieté die atemberaubende Dinnershow „Gans ganz anders“.

Ihr habt noch Fragen? Dann meldet euch gern bei uns!

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