Blick auf die Könneritzbrücke im Stadtteil Schleußig in Leipzig, Industriekultur, Architektur

#MeinLeipzig: Wir lieben Leipzig

Wann kann man eigentlich von sich behaupten, angekommen zu sein?

Wenn man einen Ort gefunden hat, wo man sich wohlfühlt? Wo man sich ein eigenes Zuhause geschaffen und einen Freundeskreis gefunden hat. Ein Ort, an dem die Familie nicht weit ist und man Menschen hat, mit denen man sich gerne umgibt und mit denen man im Alltag, auf Arbeit und in seiner Freizeit gemeinsame viele Stunden verbringen möchte.

Blick auf den Eingang und den befüllten Freisitz vom Café Puschkin auf der Karl-Liebknecht-Straße am Abend, Karli, Gastronomie, Freizeit, Szenemeile, Kneipenmeile
In meiner Jugend habe ich mit meinen Freunden die Karli unsicher gemacht. © LTM / Tom Schulze

Ich selbst kann von mir behaupten, endlich angekommen zu sein. In Leipzig – meiner Stadt. Das hat vielerlei Gründe und auch einige Anläufe gedauert.

Geboren und aufgewachsen in Wolfen (Sachsen-Anhalt) kannte ich Leipzig nur von Ausflügen – anfangs mit der Familie z.B. in den Zoo oder auf den Weihnachtsmarkt, später dann mit der Klasse zur Buchmesse und ab 17 mit den engsten Freunden zur Freitagabendlichen Kneipen- und Discotour ins Barfußgässchen und auf die Karli.

Aufgrund der Nähe zu meinen Schulfreunden und der Familie begann ich 2001 an der Universität Leipzig mein Magisterstudium – im Hauptfach Sportwissenschaft. In einem Handballkurs lernte ich dabei einen Kommilitonen kennen, der von seinem Gegenspieler umgerannt und schwer am Knie verletzt wurde.

Robert – kurz Rob. Ich half ihm auf und stützte ihn bis zur Notaufnahme in der Uni Klinik. Bis dato unbekannt, waren wir uns gleich sympathisch und wir überlegten später sogar eine WG zu gründen. Da es zur damaligen Zeit aber keinen NC gab, waren die Studienmöglichkeiten an der Fakultät aber sehr begrenzt und ich konnte nicht so zielstrebig lernen, wie ich gerne wollte. Ich bewarb mich schweren Herzens an anderen Hochschulen und erhielt eine Zusage u.a. aus Bayreuth.

Bild von Industriebauten die zu einer Ruine geworden sind in Leipzig, Freizeit
Bevor ich nach Leipzig zurückkehrte, lagen einige Häuser in der Stadt brach. © Philipp Kirschner

Unsere gemeinsame WG blieb daher leider eine Überlegung und ich ging 2002 aus Leipzig weg. Ich packte alle meine Habseligkeiten in meinen kleinen Nissan Micra und fuhr an einem regnerischen Sonntag, erst durch die kleinen, dann die großen Straßen gen Süden – vorbei an leerstehenden Häusern, zusammengefallenen Baracken und Industriebauten und lies diese Stadt für viele Jahre hinter mir.

Während meines Studiums in Bayreuth bereiste ich die Welt, sah Spanien, Frankreich, die USA und Venezuela, machte Praktika in Nürnberg, München und Hamburg. Und gerade Hamburg mit all seinem Wasser, seinen Brücken und den vielen Parks faszinierte mich besonders. Das wird meine Stadt, war ich mir sicher.

Drohnenaufnahme der Skyline Leipzigs mit dem Gewandhaus und dem City-Hochhaus sowie der Uni Leipzig im Vordergrund und im Hintergrund ist das Neue Rathaus und das Bundesverwaltungsgericht zu sehen, Sehenswürdigkeiten, Kultur
Bei meiner Rückkehr strahlte Leipzig. © Philipp Kirschner

Aber im Leben kommt es erstens anders und zweitens, als man denkt…

durch eine Konzerteinladung in´s Gewandhaus im Juni 2008 kam ich erstmals wieder nach Leipzig.

Gerade noch im Flieger aus Barcelona gekommen, saß ich nun im Auto Richtung Zentrum. Und was ich da sah – an diesem wunderschönen Sommertag – änderte alles. Die Häuser der großen Einflugschneisen waren allesamt saniert – diese Mischung aus restaurierter Gründerzeitarchitektur wie im Waldstraßenviertel, gepaart mit wiederbelebtem Industriecharme a la Lindenau/Plagwitz.

Die einst verdreckten und zugewucherten Kanäle waren freigelegt und voller, bunter Boote. Die vielen Grünflächen – allen voran der Clara-Park waren voller Leben – Sportbegeisterte, Bücherwürmer, Picknicker, Familien und mehr.

Und dann das Pünktchen auf dem „i“. Beim Konzert traf ich meine Tanzpartnerin aus Kindertagen und es war Liebe auf den ersten Blick. Keine Frage – Leipzig ist meine Stadt. Ich muss unbedingt zurück.

Blick auf die Fassade der Arena Leipzig bei Sonnenuntergang in der viele Veranstaltungen im Sport aber auch der Musik stattfinden, Kultur, Freizeit
In der Arena Leipzig moderierten wir bereits vor über 1700 Menschen. © Robin Kunz

2011 war es dann soweit. Etliche Vorstellungsgespräche, Bewerbungsrunden und einen kleinen Umweg über Halle nehmend, kam ich nach Leipzig – genauer gesagt zu Radio Leipzig. Und passend zum Slogan „Wir lieben Leipzig“ war ich vom ersten Tag an auch arbeitstechnisch angekommen – mit tollen Kollegen, einem interessanten Betätigungsbereich als Mediaberater, Werbetexter und Eventkoordinator.

Eines Tages ergab es sich, dass die Uni Riesen – eine hiesige Basketballmannschaft – die in die Pro B aufgestiegen sind und in der Arena Leipzig ihre neue Heimspielstätte gefunden haben, einen neuen Moderator suchten und u.a. bei uns im Sender anfragten.

Ich hatte noch nie ein Mikro in der Hand gehabt, kannte mich aber in der Theorie dieses Spiels aus und bin früher selbst ganz gut zum Korb gezogen. Was hatte ich also zu verlieren? Ich wollte es gerne versuchen – aber für mich klar, nicht allein, sondern nur mit meinem alten Kumpel Rob zusammen, zu dem ich all die Jahre Kontakt gehalten hatte. Einen Anruf später waren wir uns einig und so moderierten wir ab 2012 die Heimspiele erst in der Pro B, später sogar in der höheren Pro A vor bis zu 1.700 Zuschauern.

Martin Zeunert und Rober Schwandtke die Moderatoren von Shoutcaps vor ihrem Moderatorenauto, Sport, Veranstaltungen, Freizeit
Unsere Duckcaps sind unser Markenzeichen geworden. © Martin Zeunert

Da Leipzig eine Sportstadt war und ist, kam eines zum anderen. Verschiedenste Veranstalter, Vereine, Agenturen und Verbände sahen uns und fanden unser Konzept zweier Moderatoren gepaart mit passender Musik genial und wollten uns auch für Ihr Event buchen.

Ihr seid doch die mit den Mützen, wurden wir gefragt. Unser Künstlername Shoutcaps setzt sich aus dem englischen „Shout“ für Rufen/Kommentieren und „Caps“ zusammen, da wir zu jeder Gelegenheit andere, thematisch passende Mützen tragen – allen voran unsere Markenzeichen, die Duckcaps.

Schlammverschmierte Menschen im Ziel des Crossdeluxe Leipzig im Leipziger Neuseenland, Sport, Veranstaltungen, Freizeit
Die Shoutcaps haben bereits die wildesten Sportveranstaltungen moderiert. © larasch

Wir halfen beim SC DhfK aus, flippten zum Bootcamp Day Traktorreifen und sorgten beim Skispringen am Markkleeberger See für einen vorübergehenden Schanzenrekord. Aus einer witzig, lockeren Idee unter Freunden waren wir plötzlich Teil vieler, großer Veranstaltungen geworden, auf denen wir für die gute Laune, Unterhaltung, Musik und Moderation zuständig waren und noch immer sind.

7 Seen-Wanderung in Markkleeberg, Cross Deluxe am Kanupark, Neuseen Classics an der Alten Messe, Paddle & Run am Elsterflutbett und der Treppensprint im Löhrs Carré,  um nur ein paar zu nennen, sind tolle Beispiele für die Vielseitigkeit der Sportlandschaft in unserer Stadt.

Ein Spaziergang durch das herbstliche Leipzig ist Balsam für die Seele. © Philipp Kirschner

Nun, 7 Jahre später sind aus Veranstaltern Freunde geworden – genauso wie aus Kollegen, Nachbarn und Vereinsmitgliedern im LSC 1901 e.V. – in dem ich aktiv Tennis spiele. Meine damalige Tanzpartnerin ist mittlerweile meine, mich liebende Frau – wir haben eine tolle Tochter, zwei Katzen und eine Wohnung in Schleußig, ein idealer Stadtteil für Familien.

Wenn ich so die Kö entlang schlendere und in die kleinen Cafés, Restaurants oder Boutiquen schaue, wenn ich mir gleich um die Ecke ein Boot ausleihe um über die Kanäle zu paddeln oder wir als Familie in den Auwald oder den Clara-Park zum Picknicken, Eis essen und spielen fahren, weiß ich, dass ich angekommen bin. Wir alle sind Leipzig – wir alle lieben Leipzig.

Foto: Robert Schwandt und Autor Martin Zeunert (v.l.)Martin Zeunert, Inhaber einer Werbeagentur und Moderator

Martin Zeunert ist Inhaber einer Werbeagentur mit Schwerpunkt auf Audiovermarktung im Radio, Audioproduktionen (z.B. Werbespots, Sound Logos und Showroom-Beschallung) und eine Hälfte (die „seriöse“) des Moderations-Duos Shoutcaps, die auf Sport-, Familien- und Firmenfeiern für gute Laune sorgen.

Link zur Webseite: audiobewegt.de
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