SITZEN, LIEGEN, SCHAUKELN – Möbel von Thonet im GRASSI-Museum

Das erste Mal Grassimuseum… jedenfalls für mich. Im Rahmen meines Praktikums bei der LTM ging es heute zusammen mit zwei Mitpraktikantinnen und unter der fachkundigen Begleitung von Katharina Nitsch in eine Ausstellung des GRASSI Museums für Angewandte Kunst. Dort ist noch bis zum 14. September eine Ausstellung zu sehen, die die verschiedenen Sitzmöbel des Herstellers Thonet vorstellt, angefangen beim berühmten Kaffeehausstuhl bis hin zum modernen Kuhfellsessel.

Zugegeben, ich war zunächst skeptisch, denn von Thonet (ausgesprochen: Tonett) hatte ich erstens noch nie gehört und mich zweitens nur beim Einkauf im Möbelhaus für Stühle interessiert. Das sollte sich schnell ändern, denn die Palette des Stuhluniversums ist ungeheuer breit: Stühle aus Holz, aus Metall, mit Leder, mit Korbgeflecht, in grün, rot, braun, schwarz, zusammenklapp- oder stapelbar, mit Beinen oder freischwingend, hart oder gepolstert, für drinnen oder draußen, schaukelnd, fest oder drehend, für Kinder oder Erwachsene – bei 130 Exponaten ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Moderne Clubsessel in allen Farben © Andreas Schmidt
Moderne Clubsessel in allen Farben © Andreas Schmidt

Durch die vielen Informationen, die am Fuße jedes Stuhls zu finden sind, verstehe ich langsam, was die Thonet-Möbel auszeichnet. Der Kenner verbindet mit Thonet geschwungene Linien aus Holz oder Stahlrohr. Der berühmte „Kaffeehausstuhl Nr. 14“ aus dem Jahr 1859 wird seit 1960 aufgrund seines Kultcharakters wieder produziert – auch als spaßige Version mit Knoten im Stuhlbein.

Der Klassiker Nr. 14 - mit witzigem Brezelknoten © Andreas Schmidt
Der Klassiker Nr. 14 – mit witzigem Brezelknoten © Andreas Schmidt

Natürlich darf in der Ausstellung auch auf einigen Stücken Platz genommen werden, beim Rest gilt wie immer: Nur gucken, nicht anfassen! Das fällt bei manchen Exponaten schwer und am liebsten würde ich einen der Schaukelstühle sofort ausprobieren. Wer auf den „erlaubten“ Sitzgelegenheiten Platz nimmt, bekommt die Gelegenheit, in den bereitgelegten großen Katalog zur Ausstellung zu schauen, der für 44 € erhältlich ist. Darin wird die Entwicklungsgeschichte der Thonet-Möbel historisch aufgearbeitet, mit vielen Abbildungen und Detailangaben. Auch Kurzbiografien zu Architekten und Designern, die für Thonet gearbeitet haben, sind darin zu finden. Am spannendsten ist wohl das Kapitel, in dem das Herstellungsverfahren erklärt und damit das Geheimnis der geschwungenen Stühle gelüftet wird. Soviel sei verraten: Was wie „aus einem Guss“ aussieht, ist in Wahrheit das Ergebnis von Verleimungen vieler kleiner Stäbe und Holzschichten.

Auch für ein bisschen Spaß ist im GRASSI-Museum Platz! © Andreas Schmidt
Auch für ein bisschen Spaß ist im Grassimuseum Platz! © Andreas Schmidt

Nachdem wir die Ausstellung durchlaufen haben und sich das Bedürfnis nach einer Pause im Sitzen breitmacht, finde ich sogar noch meinen Lieblingsstuhl: Ein gemütliches, dunkelgrün geflochtenes Exemplar im „Café im Grassi“, bei dem man sich köstlichen Kuchen und noch vieles andere mehr schmecken lassen kann. Bei herrlichstem Sonnenschein machen wir uns schließlich gut gelaunt als frischgebackene Stuhlexperten auf den Rückweg.

Ein schattiges Plätzchen im "Café im Grassi" © Andreas Schmidt
Ein schattiges Plätzchen im „Café im GRASSI“ © Andreas Schmidt

Wenn ihr auch an Möbelvielfalt und -geschichte interessiert seid und vielleicht euren höchstpersönlichen Lieblingsstuhl kennenlernen wollt, könnt ihr dies noch bis zum 14. September, Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr tun – z.B. im Zuge unseres Reiseangebots „Kunstreise nach Leipzig“.

Und hier noch der Beitrag zum Facbook-Album.

 

Autorin: Elisabeth Schinner
Fotos: Andreas Schmidt

Weitere Informationen:
Leipzig Tourismus und Marketing GmbH
Augustusplatz 9
04109 Leipzig
Tel. +49 (0)341 7104-340
Fax +49 (0)341 7104-211
j.jahnel@ltm-leipzig.de
www.leipzig.travel

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6 Kommentare

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