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Kaffeehauskultur in Leipzig

Kaffeegenuss in Leipzig

Kaffeekultur
Café Kandler © Dirk Brzoska

Leipzigs Kaffeetradition

Kaffee und Leipzig gehören zusammen.
In Leipzig unterhielten die ersten Kaffeehausmusiker Deutschlands ihre Gäste: Georg Philipp Telemann musizierte in den Kaffeehäusern am Markt mit dem 1701 gegründeten Collegium musicum. Johann Sebastian Bach besuchte zwei Mal in der Woche das Zimmermannsche Kaffeehaus in der Katharinenstraße. Seine Kaffeekantate gilt als Höhepunkt der sächsischen Kaffeehausmusik.

Neben dem Pariser ”Café Procope” befindet sich das älteste durchgehend geöffnete Kaffeehaus Europas in Leipzig. Adam Heinrich Schütze eröffnete 1694 den barocken ”Coffe Baum” in der Kleinen Fleischergasse 4 und schenkte erstmals Kaffee aus. Im Verlauf der folgenden drei Jahrhunderte trafen sich hier viele Geistesgrößen und genossen das populäre Getränk. In der dritten Etage befindet sich heute eines der bedeutendsten Kaffee-Museen der Welt

Blümchenkaffee

Doch wie trinkt man nun in Leipzig den Kaffee? „Sieße muss d`r Coffe sein“, sagt ein Sprichwort. Abfällig sprechen die verwöhnten Kaffeesachsen von „Plempe“, wenn der koffeinhaltige Aufguss zu dünn geraten ist. Da man in schlechten Zeiten die Kaffeebohnen zählen musste, schenkte man den Gästen Schwerter-Kaffee ein. Der Kaffee war so schwach, dass die blauen Schwerter, die sich am Boden des Meißener Porzellans befanden, durchschimmerten. Seit 1729 sagt man Blümchenkaffee, wenn der Kaffee so dünn ist, das man den Grund der Tasse sehen kann.

Bohnenkaffee und Meißner Porzellan sind bis heute Identifikationsmerkmale der Kaffeesachsen, die ihren Spitznamen von Friedrich dem Großen im Siebenjährigen Krieg bekamen. Weil ihnen der Kaffee fehlte, haperte es den Sachsen an der Kampfmoral und sie verweigerten den Waffeneinsatz mit dem Argument „Ohne Gaffee gönn mer nich gämpfn!”.

© Andreas Schmidt

Seit über 100 Jahren besteht das Familien-Unternehmen in Leipzig, welches wie damals, auch heute bei der Fertigung der Konditoreiwaren auf höchste Maßstäbe achtet Alle Produkte aus dem Hause Corso werden in reiner Handarbeit hergestellt.

Höchster Anspruch an Qualität und Umgang mit erlesenen Zutaten ist die Maxime. Das Können und die jahrelange Erfahrung zeigt sich in erstklassigen Torten, Kuchen und Gebäck, die jeden Genießer um seine Sinne bringen.

Einen besonderen Stellenwert nimmt die Herstellung von Christstollen und anderem weihnachtlichen Gebäck ein. Zudem ist das Corso deutschlandweit eine der wenigen verbliebenen Konditoreien, welche Baumkuchen in ausschließlich handwerklicher Produktion herstellen. Mit der Einheit Deutschlands wurde der Wunsch der Familie Fischer Wirklichkeit und das Unternehmen wieder Familienbesitz. Nun führt "Corsoela" die altbewährte Tradition fort.

© Dirk Brzoska

Das in der August-Bebel-Straße 2 befindliche Café Grundmann hat seit seiner Gründung im Jahr 1919 eine große kulturelle Bedeutung. Hier finden Stammtische, Lesungen sowie Chanson- und Jazzabende statt. Seit der Eröffnung wird es ohne Unterbrechung von Konditorenmeistern bewirtschaftet, die dem Café ihren jeweiligen Namen geben. Der Umbau im Stil des Art déco erfolgte 1930. Zwischen 1998 bis 2000 wurde das nach der Wende verfallene Gebäude umfassend rekonstruiert.

Das Café Grundmann ist heute das letzte echte  "Wiener Café“ in Leipzig und eines der wenigen komplett im Art-Déco-Stil erhaltenen Kaffeehäuser im deutschen Sprachraum. Es besticht mit schlichtem Stil: Lindgrüne Decken und dunkle Holzmöbel verbreiten eine angenehme Atmosphäre.

Die Karte der Kaffeespezialitäten ist lang. Ein Muss sind die Torten, die in der hauseigenen Konditorei hergestellt und in einer Auslage am Eingang präsentiert werden. Der Gastraum bietet 100 Plätze sowie bei schönem Wetter 50 Außenplätze.

© Dirk Brzoska

Im Café Kandler vereinigen sich seit 1989 Tradition, Stil und der typische Leipziger Kaffeehaus-Charme zu einem einzigartigen Ort für Genießer.

Die Kandler Cafés sind ein “süßer” Treffpunkt für Liebhaber von exklusiven Kuchen, Torten, Eis vom Konditor sowie Kaffee- und Teespezialitäten. Hier wird Ihnen Kaffeehauskultur auf höchstem Niveau geboten.

Hier genießen Sie feinste Köstlichkeiten wie Baumkuchen, Torten, Teegebäck, Leipziger Lerchen, Bachtaler und feine Pralinen in exklusiver Qualität, verteilt an den schönsten Orten Leipzigs.

Die traditionellen Kaffeehäuser befinden sich zentral im Stadtzentrum an der Thomaskirche und der Nikolaikirche. Weitere Lokale finden Sie mit einer Prise frischem Wind am Pier 1 im Zörbiger Hafen des Cospudener Sees, im Wildpark sowie im weltweit bekannten Leipziger Zoo.

© Andreas Schmidt

Das Geschäftshaus im Schuhmachergässchen 1 wurde 1908/09 im Auftrag der Firma Riquet & Co errichtet und war seinerzeit eines der modernsten und originellsten Neubauten in Leipzig.

Die Handelstradition der Firma Riquet mit Ostasien und dem Orient reicht bis ins Jahr 1745 zurück. Der Architekt Paul Lange setzte dies in der Architektur des Cafés auf einfallsreiche Weise um. Das doppelstöckig geschweifte Dachtürmchen ahmte er der klassischen chinesischen Baukunst nach. Brüstungen, Pfeiler, Hauptgesims und Rundgiebel sind mit wunderschönen farbigen Mosaiken in Jugendstilmanier verziert. Zwei kupfergetriebene Elefantenköpfe, die die Eingangstür zum Kaffeehaus flankieren, stellen das Markenzeichen der Firma Riquet dar.

Der denkmalgeschützte Innenraum des Cafés ist nach der Restauration 1996 wieder in seiner vollen Schönheit erwacht. Seit dieser Zeit lassen die Betreiber die Tradition der Alten Kaffeehäuser wieder aufleben. Als Liebhaber von Kaffee, Tee und Torten werden Sie das Kaffeehaus schon beim Verlassen vermissen und wiederkommen wollen.

© Andreas Schmidt

Der Coffe Baum ist eines der ältesten, original erhaltenen "Kaffeetempel" Europas. Johann Lehmann erwarb 1717 das Gebäude in der Fleischergasse und baute es zum Kaffeehaus um. Ein Jahr nach seinem Tod im Jahre 1720 eröffnete seine Witwe darin das Café Zum Arabischen Coffe Baum.

Berühmt ist die Sandsteinplastik über dem Portal. Ein Osmane mit einer großen Kanne reicht Amor eine Tasse Kaffee. Sie symbolisiert die Begegnung des christlichen Abendlandes mit dem islamischen Orient.

Seit der Restaurierung und Sanierung von 1991 bis 1998 können Sie das vierstöckige Gebäude wieder vollständig erleben. Dabei hat jeder der Räume seine eigene Geschichte. Sie vermitteln Ihnen einen guten Eindruck vom damaligen Leben und Treiben der Coffe Baum-Gesellschaft. Im linken Teil des Erdgeschosses befindet sich das mit bürgerlich rustikaler Einrichtung ausgestattete Schumann-Zimmer. Zwischen 1828 und 1844 verkehrte hier der Komponist Robert Schumann regelmäßig. In der dritten Etage befindet sich ein Kaffee-Museum.

Leipzigs große Kaffeetradition