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Leipziger Spezialitäten

Die Liebe zu Leipzig geht durch den Magen

Kaffeehaus, Spezialitäten, Gastronomie Leipzig
© Andreas Schmidt

Leipzig – Stadt der Freisitze

Südländisches Flair können Sie auch in Leipzig genießen. Die Konzentration und Vielfalt an Gastronomie und Kultur sorgt für eine einzigartige Atmosphäre. Besonders die Innenstadt strahlt ab 23 Uhr Volksfest-Charakter aus. Dann heißt es: Sehen und gesehen werden. Mittlerweile hat sich Leipzig einen hervorragenden Namen als Stadt der Freisitz-Kultur gemacht. Dieser Begriff, der in anderen Städten eher durch Biergarten ersetzt wird, besitzt in Leipzig Kultstatus. Von den über 1.400 Restaurants und Cafés in Leipzig verfügen die meisten über einen Freisitz.

Das Phänomen der Freisitz-Kultur war bereits früher vorhanden, hat sich jedoch erst nach 1990 rasant entwickelt. Als Katalysator wirkte dabei die städtische Strategie der "fußgängerfreundlichen Innenstadt". Aber auch bauliche Maßnahmen, wie die Sanierung der alten Messehäuser und Innenhöfe sowie die Verbreitung der Fußwege, förderten diese Entwicklung.

Schmackhaftes aus Leipzig

Die Liebe geht durch den Magen! Ein kluger Spruch, der sich aus der Vorstellung ergibt, dass die Liebe größer wird, wenn ein Partner gut kocht. Er findet schon seit Jahrhunderten Beachtung – auch in Leipzig. Sie werden schnell feststellen, dass Leipzig eine Stadt für Genießer ist, in der man mit Familie und Freunden bei Speis und Trank entspannt. Der Gaumen dankt es.

Seit Jahrhunderten kann man in der weltoffenen Metropole von einem “Scheelchen Heeßen” (Kaffee) über das Gemüsegericht “Leipziger Allerlei” bis hin zur obergärigen Bierspezialität “Gose” viele kulinarische Spezialitäten genießen. Ob historische Restaurants oder Zeitgeistkneipen, überall lässt es sich hervorragend essen und kommunizieren. Aber was ist nun wirklich “typisch Leipzig”? Die folgende Auswahl an Spezialitäten trägt dazu bei, diese Frage zu beantworten. Dabei wird ersichtlich, dass Leipzigs Kulinaria Überraschendes bietet.

© Dirk Brzoska
© Andreas Schmidt
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© Andreas Schmidt
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Spezialitäten Bachtaler und Bachtorte, Gastronomie Leipzig
© Andreas Scmidt

Zum 250. Todestag von Johann Sebastian Bach kreierte der Leipziger Konditor René Kandler ein eigenes, unverwechselbares Gebäck, den Bachtaler.

Der Bachtaler besteht aus einer Kuvertüreschale gefüllt mit einer Canachecreme, einer harmonischen Verbindung aus Sahne und Buttercreme. Den Kern des Talers bildet eine im Haselnussmürbeteig eingeschlossene Kaffeebohne.

Der original Bachtaler wird ausschließlich von den Konditoren des Café Kandler hergestellt. Diese kreierten auch die leckere Bachtorte, die mit einer leichten Mokka-Kaffeecreme gefüllt ist. Serviert mit einer heißen Schokolade oder dem eigens für die Bachstadt Leipzig entwickelten Bach-Kaffee - der perfekte Genuss.

Der Bach-Kaffee entstand in Kooperation zwischen der GANOS Kaffee-Kontor & Rösterei AG und dem Café Kandler. Er ist ein magenschonender, reizarmer und dennoch sehr aromatischer Kaffee.

Leipziger Bier, Spezielitäten, Gose, Gastronomie Leipzig
© Andreas Schmidt

"Was unter den Blumen die Rose, ist unter den Bieren die Gose!“ Die Bierspezialität ist ein obergäriges, leicht säuerliches Weißbier. Es wird mit dem Zusatz von Kochsalz und Koriander sowie einem hohen Anteil an biologischer Milchsäure hergestellt. Ihren Namen leitet sie von ihrem Ursprungsort, der alten Kaiserstadt Goslar ab, wo sie Kaiser Otto bereits im Jahre 1000 gelobt haben soll.

Im Mittelalter verbreitete sich das "Goslarisch Bier" bis nach Anhalt. Seit 1738 hat sie – dank der Empfehlung des "Alten Dessauers" – ihre neue Heimat in Leipzig gefunden.

Um 1900 war die Gose sogar das meist getrunkene Bier der Messestadt. Hauptlieferant der Gose war seit 1824 die Ritterguts-Gosenbrauerei in Döllnitz.

Ab 1966 gab es keine Gose mehr. Erst 1986 begann deren Wiederentdeckung, als Lothar Goldhahn die alte Gosenschenke „Ohne Bedenken“ neu eröffnete. Heute ist die Original Ritterguts-Gose in über 100 Lokalen erhältlich. Seit 2000 wird im Bayerischen Bahnhof die Leipziger Gose gebraut und ausgeschenkt. Die Gose kann auch mit Allasch, Sirup und Kirschlikör gemischt werden. Na dann: GOSEANNA!

Spezialitäten, Gastronomie Leipzig
© Andreas Schmidt

Seinen Namen verdankt der Allasch seinem Ursprungsort, einem livländischen Gut in der Nähe von Riga in Lettland. 1830 brachten vermutlich Handelsleute das Rezept für den Allasch von seinem Ursprungsort über Mecklenburg nach Sachsen. Hier erfreut sich der Allasch großer Beliebtheit und wird in der ältesten Leipziger Branntwein- und Likörfabrik, der 1923 gegründeten Firma Wilhelm Horn, seit 1926 hergestellt. Er trägt den Namen „Echter Leipziger Allasch“.

Allasch ist ein unter Verwendung von Kümmeldestillat hergestellter Kümmellikör, der sich durch einen hohen Alkoholgehalt (etwa 38% vol.), ein starkes Kümmelaroma und einen reichlichen Zuckerzusatz auszeichnet.

Der Likör wird eiskalt serviert und gern zur Verdauung nach dem Essen getrunken. Viele konsumieren ihn auch zusammen mit der Leipziger Bierspezialität Gose, bekannt als „Gose Regenschirm“.

 

Allerlei, Gastronomie Leipzig
© Armin Kühne

Leipzigs bekannteste Spezialität ist das "Leipziger Allerlei", ein Gemüsegericht, dass auch als Beilage serviert wird. Im 19./20. Jahrhundert erlangte es einen hohen Bekanntheitsgrad. Um 1900 hieß das Gericht ausschließlich “Allerlei”. Den Herkunftsnamen “Leipziger” erhielt es erst, als man es in diverse Kochbücher aufnahm. Eine Legende besagt, dass das Gericht die reichen Leipziger Bürger nach den Napoleonischen Kriegen vor Steuereintreibern schützen sollte. Indem man diesen "nur" ein Gemüsegericht servierte, wollte man ihnen weismachen, dass im Haushalt kein Geld zu holen sei.

Heute findet man "Leipziger Allerlei" deutschlandweit als Tiefkühlkost im Supermarkt. Nach überliefertem Rezept gehören jedoch außer jungem Gemüse wie Möhren, Kohlrabi, Spargel, Blumenkohl auch Morcheln, Krebsschwänze sowie Semmelklößchen dazu. Das Original "Leipziger Allerlei" wird im Juni serviert, wenn die Spargelzeit beginnt, die Schonzeit für Flusskrebse vorbei ist und das Gemüse frisch geerntet wurde.

Spezialitäten, Gastronomie Leipzig
© Andreas Schmidt

Eine besondere Leckerei ist die Leipziger Lerche, die im 18./19. Jahrhundert den Sprung auf die internationalen Speisenkarten schaffte. Wie der Name vermuten lässt, wanderten ursprünglich Feldlerchen in die Pfanne. Schätzungsweise 1,5 Millionen dieser Singvögel wurden jährlich in den Leipziger Auen gefangen, mit Kräutern und Eiern gebacken und von den “Lerchenfrauen” im Salzgässchen mit Sauerkraut oder im Speckmantel serviert.

Im August 1860 gab es einen furchtbaren Hagelschlag. Tausende toter Singvögel lagen in Leipzigs Straßen. Es folgten Bürgerproteste, so dass der Sächsische König 1876 die Lerchenjagd verbot. Findige Bäckermeister fanden sogleich einen Ersatz, indem sie einen Leckerbissen aus ofenfrischem Mürbeteig, Mandeln, Nüssen und Erdbeerkonfitüre bzw. Marzipan kreierten.

Das Mürbeteigtörtchen erinnert an einen Vogelbalg. Die zwei kreuzweise aufgelegten Mürbeteigstreifen symbolisieren den ursprünglichen Faden, mit dem das gefüllte Tier zusammengehalten wurde. Bis in die heutige Zeit werden die Leipziger Lerchen per Hand in sieben verschiedenen Arbeitsschritten angefertigt und sind beliebter als jemals zuvor.

© Andreas Schmidt

Die Salzburger haben ihre Mozartkugel, die Pulsnitzer ihre bekannten Pfefferkuchen und die Leipziger haben den Leipziger Linden-Taler. Dieser steht für den Namensursprung Leipzigs. Der Name kommt aus dem Slawischen vom Wort Lipsk, das Linde heißt. Lipsk ist der Ort bei den Linden und Leipzig ist die Lindenstadt.

Die Idee, einen Leipziger Linden-Taler zu kreieren, stammt vom Geschäftsführer der Pfeffi plus e. K., Wilfried Opitz. 

Bei der Nascherei handelt es sich um ein absolut faires Produkt. So kommen die Kakaobohnen für den handgeschöpften Schokoladentaler direkt vom Bauern aus Kolumbien und der Rohrzucker aus fairem Anbau in Paraguay. Die Lindenblütenhonig-Sahne-Trüffel Füllung macht die 25 g schwere Köstlichkeit zur wahrscheinlich größten Praline der Welt.

Doch der Leipziger Linden-Taler ist mehr als nur ein Stück Schokolade. Zum echten Souvenir macht den Taler eine 20-seitige Broschüre auf Deutsch und Englisch, die mit attraktiven Leipzig-Bildern und überraschenden Fakten zur Stadtgeschichte glänzt. 

Räbchen, Spezialitäten, Gastronomie Leipzig
© Andreas Schmidt

Es ist verwunderlich: Fast jeder spricht vom Kaffee-Sachsen und kennt den legendären "Blümchenkaffee". Aber wer spricht eigentlich von den Kuchen-Sachsen?

Kaum jemand weiß, dass die Sachsen die größten Kuchenerfinder Deutschlands sind. Schon vor 300 Jahren haben die sächsischen Zuckerbäcker unentwegt neue köstliche Backwerke erschaffen. Eines dieser Werke sind die Leipziger Räbchen, die schon Goethe zu seiner Zeit in Leipzig zu schätzen wusste.

Leipziger Räbchen sind eine klassische Süßspeise der gutbürgerlichen Sächsischen Küche, die ihren Ursprung in Leipzig hat. Bei dieser Spezialität handelt es sich um mit Marzipan gefüllte Pflaumen, die in einem Eierkuchenteig gebacken werden. Die kugelförmigen Krapfen werden anschließend in Zimtzucker gewälzt und noch heiß serviert. Mit etwas Vanillesoße erhält das Dessert einen köstlichen Rahmen.