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»Rühr mich nicht an«

Digitale Ausstellung zur Kulturgeschichte des Social Distancing

Auch wenn im Sommer 2020 die Suchmaschinen kaum eine halbe Sekunde benötigen, um unter dem Stichwort Social Distancing weit über eine Milliarde Treffer auszuspucken, so ist das Phänomen der sozialen, besser: physischen Distanznahme keineswegs ein Thema des beginnenden 21. Jahrhunderts: Der Begriff Social Distancing ist neu, die Idee dahinter aber schlägt sich seit Jahrtausenden in gesellschaftlichen und kulturellen Praktiken nieder. Ihre Ziele sind dabei sehr unterschiedlich. Die Infektionskontrolle hat sich dabei im kulturellen Gedächtnis besonders stark eingeprägt, aber es geht bei der verordneten Distanz neben der Gesundheit vor allem um Machterhalt, manchmal auch um Mysterien.

Und immer schon war Social Distancing von Verschwörungsmythen begleitet, deren Salz immer der Verdacht von Machtmissbrauch ist. Aber es hat auch Potenzial, Neues zu schaffen: Einerseits entstehen neue Formate und Instrumente der Kommunikation, die überraschende Akzeptanz erleben; andererseits kann die Leere, die durch radikale soziale Abstinenz entsteht, Raum für ein neues Bewusstsein für ethische und moralische Prioritäten schaffen – auch jenseits der wohlfeil daherkommenden Weisheiten »Abstand ist der neue Anstand«. Oder – wie Schopenhauer schon wusste: Abstand ist »Höflichkeit und feine Sitte«.

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