Völkerschlachtdenkmal Leipzig im Sonnenschein mit Fahrradfahrer im Vordergrund, Sehenswürdigkeiten in Leipzig, Architektur, Geschichte, Völkerschlacht
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Die Völkerschlacht bei Leipzig

Veranstaltungen, Geschichte
Jahrestag der Völkerschlacht © Andreas Schmidt
Nachstellung der Völkerschlacht am Jahrestag

Die größte Schlacht des 19. Jahrhunderts

Nachdem Napoleon im Russlandfeldzug 1812 eine Niederlage erlitten hatte, schloss General Yorck mit dem russischen General Diebitsch am 30. Dezember 1812 die Konvention von Tauroggen. Die Kampfhandlungen zwischen Preußen und Russland wurden eingestellt. Beide Länder unterzeichneten einen Bündnisvertrag und erklärten daraufhin am 16. März 1813 Frankreich den Krieg. Am 12. August 1813 folgte die Kriegserklärung Österreichs an Frankreich. Einen Tag zuvor hatte die Streitmacht der Koalition die Oder überschritten – ihr Ziel: Napoleons Truppen bekämpfen. Veranlasst durch mehrere Niederlagen zog sich Napoleon zwei Monate später zurück, um seine Armee um Leipzig zu vereinigen. Auch die Heere der Verbündeten setzten sich in Bewegung.

Die Völkerschlacht wurde am 14. Oktober 1813 durch ein Reitergefecht bei Liebertwolkwitz eingeleitet, an der über 14.000 Reiter beteiligt waren. Napoleon drängte auf eine Entscheidungsschlacht und kämpfte mit seinen Truppen vom 16. bis 19. Oktober 1813 gegen die zahlenmäßig überlegene Armee der Verbündeten. Mit rund 600.000 beteiligten Soldaten aus über einem Dutzend Völkern war dieser Kampf bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts die größte Feldschlacht der Weltgeschichte. Über 100.000 Soldaten verloren dabei ihr Leben. 

Geschlagen zog sich Napoleon mit seinen Truppen am 19. Oktober 1813 zurück. Die Alliierten erstürmten Leipzig, das damals nur 30.000 Einwohner zählte. Viele der 59.000 Verwundeten beider Seiten starben in den Folgetagen wegen fehlender ärztlicher Versorgung. In Leipzig brach eine Typhus-Epidemie aus. 

Die Niederlage Napoleons sorgte dafür, dass seine Machtambitionen auf deutschem Gebiet endgültig scheiterten. 

Das Völkerschlachtdenkmal

Völkerschlachtdenkmal Leipzig, Sehenswürdigkeit

Ernst Moritz Arndt regte als erster an, den Toten ein ehrendes Monument zu errichten. Initiator des Völkerschlachtdenkmals war Clemens Thieme, der 1894 den Deutschen Patriotenbund gründete und Spenden einwarb. Das Mahnmal wurde nach Plänen von Bruno Schmitz errichtet. Zum 100. Jahrestag der Völkerschlacht erfolgte am 18. Oktober 1913 die feierliche Einweihung des größten und monumentalsten Denkmalbaus Europas. 

Leipzigs Wahrzeichen ragt 91 Meter in die Höhe und steht an einem Brennpunkt des damaligen Kampfgeschehens. Vom Beginn des Sockels bis zur Aussichtsplattform sind es 501 Stufen. Ein 60 Meter langes Schlachtrelief an der Vorderfront des Denkmals und die Ruhmeshalle (Krypta) erinnern an die über 100.000 Gefallenen. 

Die 10 Meter hohen Kolossal-Figuren im Innern stellen die Personifikationen der Tugenden Tapferkeit, Glaubensstärke, Volkskraft und Opferbereitschaft dar. Ein beeindruckendes musikalisches Erlebnis sind die Auftritte des Denkmalchores in der Krypta.