Violonisten des Gewandhausorchesters bei einem Großen Concert im Gewandhaus zu Leipzig am Augustusplatz, Musikstadt, Kultureinrichtung, Sehenswürdigkeiten
Infoservice
Sie befinden sich hier: Kultur/Musik/Leipziger Komponisten/Clara Schumann

Clara Schumann - Leipzigs herausragende Künstlerin

Clara Schumann, geb. Wieck, in Leipzig

Portrait der berühmten Leipziger Komponistin Clara Schumann gebürtige Wieck die später Robert Schumann heiratete und als Klaviervirtuosin auch im Gewandhaus zu Leipzig gespielt hat, Kultur, Musikstadt Leipzig
Schon in jungen Jahren war Clara Schumann eine begnadete Klavierspielerin. © Andreas Staub

Die Tochter des ehrgeizigen Klavierpädagogen und Instrumentenhändlers Friedrich Wieck ist bis heute  die berühmteste Leipziger Musikerin. Sie wurde am 13. September 1819 in Leipzig geboren und erhielt seit ihrem fünften Lebensjahr eine strenge Ausbildung am Klavier. Bereits mit neun Jahren trat sie zum ersten Mal im Gewandhaus auf. Mit 16 Jahren galt sie als Pianistin von europäischem Rang.

Im Oktober 1831 spielte sie bei Johann Wolfgang Goethe in Weimar vor, der voller Lob war. Darauf folgten zahlreiche Tourneen auf denen sie Werke von Ludwig van Beethoven, Frederic Chopin, Johannes Brahms und Robert Schumann interpretierte.

1828 lernte sie den achtzehnjährigen Jura-Studenten Robert Schumann kennen. Schumann kam als Klavierschüler zu ihrem Vater und wohnte 1830/31 bei den Wiecks. Er verliebte sich in die junge Clara, die seine Zuneigung erwiderte. Fünf Jahre später verlobten sie sich heimlich. Am 12. September 1840 heirateten die gefeierte Pianistin und der noch unbekannte Komponist in der Schönefelder Kirche und zogen in ihre Wohnung in der Inselstraße 18. Dort verbrachten sie vier glückliche und schaffensreiche Jahre.

Sie wollen auf den Spuren von Clara und Robert Schumann wandeln? 
Das Schumann-Haus präsentiert eine interessante Ausstellung zu Leben und Werk des Musikerpaares.

Schumann-Festwoche Leipzig

Konterfei von den Komponisten Clara und Robert Schumann die zusammen in der Musikstadt Leipzig gelebt haben, Kultur
Das Ausnahmepaar der Musikgeschichte © Sepp Beck

Welche unterschiedlichen Einflüsse prägten ihr Leben?

Claras Erziehung war durch Strenge und Autorität geprägt. Ihr Vater setzte alles daran, Clara so früh wie möglich als Wunderkind am Klavier zu vermarkten. Nach wenigen Jahren in einer öffentlichen Grundschule, wurde sie privat unterrichtet und konnte sich so völlig auf das Klavierspielen konzentrieren. Ihre Ausbildung und Freizeit waren ausschließlich auf das Klavierspielen beschränkt.

Seine kontrollierende Art fand ihren Höhepunkt in einem Tagebuch für Clara, welches er in der Ich-Perspektive schrieb, als habe sie selbst geschrieben. Dieses pflegte Clara später selber, musste ihre häufig deprimierten Einträge jedoch stets laut vorlesen.

Der Erfolg seiner Tochter gab dem strengen Vater jedoch recht. Clara wurde gefeiert und trat schon früh auf großen Bühnen auf.

Clara lernte Robert im zarten Alter von acht Jahren kennen, als er bei ihrem Vater Klavierstunden nahm. Der zehn Jahre ältere Robert wohnte bei den Wiecks und  freundete sich mit Clara an. Diese war schon immer angetan von Robert und seinen Erzählungen.

Als sie 16 war, kamen sie sich näher, und so schwärmte Robert noch Jahre später von ihrem ersten Kuss. Doch wieder einmal war es der herrische Vater, der die Liebe unterbinden wollte. Niemals wollte er seine Tochter mit einem erfolglosen Klavierspieler, der dazu noch gelähmt war an einer Hand, zusammen sehen. Er untersagte den beiden jeglichen Kontakt und entzog Clara sogar ihre Tinte um eine briefliche Kontaktaufnahme zu vermeiden. So schlich sich Clara regelmäßig von Zimmer zu Zimmer um satzweise Tinte für ihre Briefe an Robert zu stehlen.

Im Jahr 1989 reichten die Verliebten schließlich eine Klage beim Leipziger Gericht ein und bekamen das Recht auf Eheschließung zugesprochen. Gemeinsam bekamen sie acht Kinder, wovon der kleine Emil jedoch bereits im Alter von 16 Monaten starb.

Die ersten vier Ehejahre lebten Clara und Robert  in der zweiten Etage im heutigen Schumann-Haus in Leipzig. Clara nutzte die langersehnte Loslösung vom Vater, um sich sowohl allgemein als auch musikalisch weiterzubilden. Doch auch Robert versuchte Claras Schaffen einzuschränken und zu beeinflussen. So sollte sie ihr Klavierspielen mäßigen und sich mehr der Komposition widmen, um sich endlich Roberts Stil anzupassen. Sein Wunsch war eine „musikalische Zweisamkeit in Einheit“. In dieser Zeit komponierte Clara u.a ein Klavierkonzert, das im Gewandhaus uraufgeführt wurde.  Die  Schumanns führten zudem ein Ehetagebuch, welches einem zusätzlichen Austausch der Gedanken dienen sollte. In ihrer Leipziger Zeit wurden zwei Töchter geboren.

Clara ging jedoch schon bald wieder ihrem Wunsch nach Klavierspielen und Konzertieren nach. Durch die  Einnahmen aus ihrer Konzertätigkeit konnte und musste der Lebensunterhalt für das Ehepaar und ihre Kinder bestritten werden. Außerdem machte Clara ihren Ehemann als Komponisten in ganz Europa bekannt,  indem sie viele seiner Werken  zur Uraufführung brachte.

Wie groß indessen der Ruhm Claras war, zeigt die Tatsache, dass sie während einer Russlandtournee  von der russischen Zarenfamilie empfangen wurde. Allerdings missfiel Robert der Erfolg seiner Frau.Während sie gefeiert wurde, stand er häufig im Hintergrund des Geschehens.

Clara trat bis ins hohe Alter als Pianistin auf und ging auf Konzerttournee. Ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum feierte sie mit einem Festkonzert 1878 in Leipzig, im Gewandhaus.

Als berühmte Pianistin, Komponistin und Mutter von acht Kindern war Clara eine absolute Ausnahmepersönlichkeit im 19. Jahrhundert, aus heutiger Sicht eine richtige Powerfrau!

200 Jahre Clara Schumann

Im Jahr 2019 feiern wir die Virtuosin am Klavier © Dirk Brzoska