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Gustav Mahler - Dirigent am Leipziger Stadttheater

Gustav Mahler

Im Juli 1886 kam Gustav Mahler nach einem einjährigen Engagement am Deutschen Theater in Prag nach Leipzig. Der Leiter des Leipziger Stadttheaters Max Stägemann hatte ihn unter Vertrag genommen. Als Mahler nach seiner Ankunft in Leipzig merkte, dass mit Arthur Nikisch bereits ein ehrgeiziger Kollege neben ihm wirkte, wollte er am liebsten nach Prag zurückkehren. Stägemann bestand jedoch auf die Erfüllung des Vertrags und Mahler wurde 2. Kapellmeister am Leipziger Stadttheater. Bei seinem Debüt am 3. August 1886 dirigierte Mahler „Lohengrin“ von Richard Wagner.

Schon bald kam es zu einem Rivalitätsstreit mit Nikisch. Der 26-jährige Mahler wollte die Überordnung des nur fünf Jahre älteren Dirigenten nicht akzeptieren. Als Nikisch im Februar 1887 erkrankte, musste Mahler (zu seiner geheimen Freude) die Arbeit des Rivalen übernehmen. So dirigierte er 214 Theatervorstellungen und 54 verschiedene Werke in der Saison 1887/88. In Mahlers Leipziger Zeit fiel auch die erste Begegnung mit Richard Strauss, dessen Musik am 13.10.1887 zum ersten Mal im Gewandhaus erklang. Strauss dirigierte seine 2. Sinfonie f-Moll, op. 12 selbst. 

Ein Höhepunkt in Mahlers Tätigkeit war die Uraufführung von Carl Maria von Webers „Die drei Pintos“ am 20. Januar 1888. Mahler hatte aus der unvollendeten, nur aus Skizzen überlieferten Oper eine Einheit zusammengefügt. Dabei rekonstruierte er Webers Werk und fügte Eigenes hinzu. Die Uraufführung war ein Ereignis ersten Ranges, bei dem sogar das sächsische Königspaar anwesend war. Mahler wurde enthusiastisch gefeiert.

Radierung des Komponisten Gustav Mahler, der in der Musikstadt Leipzig tätig war.
Radierung des Komponisten Gustav Mahler © Emil Orlik