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Neues Rathhaus, Architektur, Sehenswürdigkeiten, Leipzig
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Leipzig - Sehenswertes und Einmaliges

Vorbereitung für den EU-China-Gipfel


Leipzig – Sehenswertes und Einmaliges

Messe- und Kulturstadt mit Tradition

Es ist eine bewegte Geschichte, auf die Leipzig zurückblickt. Bereits im 7. Jahrhundert siedelten sich hier Sorben an. Sie begründeten einen Handelsstützpunkt, dem sie den Namen Lipzk, „Ortbei den Linden”, gaben. Um 1165 erhielt Leipzig das Stadtrecht und Marktprivilegien und entwickelte sich schnell zu einer bedeutenden Handelsstadt. Die Verleihung des kaiserlichen Messeprivilegs durch Maximilian I. im Jahr 1497 machte Leipzig zu einer Messestadt von europäischem Rang. Die erste Mustermesse der Welt wurde 1895 ebenfalls in Leipzig ausgerichtet, ein Ereignis, welches der Stadt bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges eine führende Position im internationalen Messewesen einbrachte. Die jüngste Etappe in Leipzigs Messegeschichte begann 1996 mit der Eröffnung des neuen Messegeländes, das mit wegweisender Architektur beeindruckt.

Leipzig präsentiert sich heute als eine der wachstumsstärksten Großstädte in Deutschland mit inzwischen über 600.000 Einwohnern. Das Herz der Stadt schlägt in der nur etwa ein Quadratkilometer großen Innenstadt. Für mediterrane Stimmung sorgen die zahlreichen Freisitze und Kneipenmeilen. In über 1.500 Restaurants, Bars und Cafés kann man Gastronomiekultur und Unterhaltung genießen.

Sehenswertes und Einmaliges

Einzigartiges System an Passagen und Messehöfen

Das Flair der Leipziger Innenstadt wird vor allem durch die Besonderheiten der städtischen Architektur geprägt. Neben der zahlreich erhaltenen Altbausubstanz ist es das einzigartige System an Passagen und Durchhöfen, bei dem Architekturbegeisterte immer wieder ins Schwärmen geraten. Zwar verfügen Städte wie London, Paris und Hamburg ebenfalls über zahlreiche Geschäftspassagen, aber nur Leipzig besitzt ein so geschlossenes System dieser Bauten im Bereich der Innenstadt. Bemerkenswert dabei sind die verschiedenen historischen Formen, die erhalten geblieben sind. Ob Specks Hof, Zentralmessepalast, Stenzlers Hof oder Jägerhof – die Bauten beeindrucken noch heute mit ihrem architektonischen Anspruch, ihrer Pracht und Monumentalität.

Die Mädler-Passage gilt als vornehmste Flaniermeile der Stadt. Sie wurde 1912-1914 für den Leder-Fabrikanten Anton Mädler nach Entwürfen von Theodor Kösser errichtet und löste den legendären Auerbachs Hof ab, den Heinrich Stromer von Auerbach bis 1538 erbauen ließ. Die Passage besitzt - nach dem Vorbild der Mailänder Passage Galleria Vittorio Emanuele II - als architektonischen Mittelpunkt eine zentrale Rotunde. Von hier aus erstrecken sich zwei Achsen, eine zur Grimmaischen Straße und eine weitere zum Neumarkt. Neben den rund 25 Ladengeschäften ist im Untergeschoss der Auerbachs Keller eine Attraktion. Seit 1525 wird hier Wein ausgeschenkt. Bekannt wurde der Keller vor allem in Verbindung mit der Legende von Faust und Mephisto, die durch den deutschen Nationaldichter Johann Wolfgang von Goethe unsterblich gemacht wurde.

Leipzig - hier lebt Musik

Kaum eine andere deutsche Stadt kann auf eine so große und lebendige Musiktradition verweisen wie Leipzig. Hier wirkte Johann Sebastian Bach 27 Jahre als Thomaskantor, schrieb Robert Schumann seine Frühlingssinfonie, feierte Clara Wieck als Pianistin große Erfolge, wurde Richard Wagner geboren, leitete Felix Mendelssohn Bartholdy viele Jahre das Gewandhausorchester... und ... und... und ...

Die 1212 als Klosterkirche erbaute Thomaskirche zählt zu den bedeutendsten spätgotischen Hallenkirchen Sachsens. Markgraf Dietrich hatte sich das Gotteshaus 1212 angeeignet und „stiftete" es den an Macht interessierten Augustiner-Chorherren. Die dazugehörige Stiftschule hatte zunächst die Aufgabe, Knaben im liturgischen Singen auszubilden. Daraus ging der Thomanerchor hervor. Die Strukturen des berühmtesten Knabenchores in Deutschland sind seit über 800 Jahren die gleichen geblieben. Mehrmals in der Woche werden Motetten und Kantaten aufgeführt. Im Altarraum der Thomaskirche befindet sich das Grab von Johann Sebastian Bach. An den berühmten Thomaskantor erinnert auch das Bach-Denkmal im Thomaskirchhof.

Die 1165 erbaute Nikolaikirche ist mit über 1.400 Sitzplätzen die größte Kirche Leipzigs. Sie ging in die Geschichte mit den montags stattfindenden Friedensgebeten ein. In deren Folge wurden die Friedliche Revolution 1989 und die deutsche Einheit eingeleitet. 1175 als Marktkirche dem Schutzheiligen der Reisenden und Kaufleute St. Nikolaus geweiht, wurde sie mehrfach umgebaut und enthält Stilelemente von Romanik, Gotik, Renaissance, Barock und Klassizismus. Die viermanualige Konzertorgel gehört zu den größten Orgeln in Deutschland.

Seit dem frühen 13. Jahrhundert entwickelte sich Leipzig schnell zum wichtigsten Zentrum des musikalischen Lebens in Deutschland. Mit dem „Großen Concert“, das von 16 Leipziger Kaufleuten 1743 gegründet wurde und anfangs aus 16 Musikern bestand, begann die Geschichte des Gewandhauses. Heute ist das Gewandhausorchester weltberühmt. Fast 200 Musiker tragen unter Leitung von Gewandhauskapellmeister Andris Nelsons zum Erfolg des Ensembles bei. Die jetzige Spielstätte wurde auf Initiative von Kurt Masur 1981 am Augustusplatz errichtet. Der Große Saal bietet über 1.900 Besuchern und der Mendelssohn-Saal knapp 500 Besuchern Platz. Aushängeschild des dritten Gewandhauses ist das Deckenbild „Gesang vom Leben“ des Leipziger Künstlers Sighard Gille. Es erstreckt sich über vier Deckenschrägen und ist die größte zeitgenössische Deckenmalerei Europas.

Vor dem Gewandhaus befindet sich der 18 Meter hohe Mendebrunnen. Er wurde aus Stiftungsmitteln der Kaufmannswitwe Marianne Pauline Mende finanziert und 1886 eingeweiht. Der Entwurf stammt von Adolph Gnauth. Der plastische Schmuck, gestaltet von Prof. Jacob Ungerer, verkörpert eine Allegorie auf die Bedeutung des Wassers.

Die Geburtsstunde der Oper Leipzig schlug bereits 1693, womit sie nach Mailand und Hamburg die drittälteste Musikbühne Europas ist. Große Namen prägten ihre Geschichte, z.B. Georg Philipp Telemann, Gustav Mahler und Albert Lortzing. Aktuell hat sich die Oper Leipzig unter der Leitung von Intendant und Generalmusikdirektor Prof. Ulf Schirmer das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2022 das gesamte Repertoire der Opern Richard Wagners im Spielplan zu haben. Das Opernhaus ist die Spielstätte der Sparten Oper und Ballett der Oper Leipzig. Es steht auf dem Augustusplatz, gegenüber dem Gewandhaus. Die Spielstätte wurde 1954 bis 1960 nach einem Entwurf von Kunz Nierade und Kurt Hemmerling erbaut und ist im neoklassizistischen Stil gehalten.

Leipzig weist eine weltweit einzigartige Dichte authentischer Wohn- und Wirkungsstätten berühmter Komponisten auf. Diesen Schatz für Besucher sichtbar und erlebbar zu machen, ermöglicht die 2012 eröffnete Leipziger Notenspur. Der fünf Kilometer lange Rundweg verbindet die wichtigsten Originalschauplätze im Stadtzentrum miteinander. Dabei visualisieren geschwungene Edelstahlelemente im Boden das Band zwischen den insgesamt 23 Stationen. Ein innovatives Audioleitsystem macht Musikgeschichte hörbar.

Das Mendelssohn-Haus in der Goldschmidtstraße 12 enthält die letzte Privatwohnung von Felix Mendelssohn Bartholdy, der als der bedeutendste Leipziger Gewandhauskapellmeister gilt und die Bach-Renaissance in Deutschland einleitete. Neben einem Blick in die Wohnräume bietet das Museum auch interaktive Stationen an. Wer schon immer mal ein Sinfonieorchester dirigieren wollte, hat im weltweit einzigartigen „Effektorium“ die Gelegenheit dazu. Gegenüber der Thomaskirche befindet sich im 1710 erbauten Bosehaus das Bach-Museum Leipzig, das sich mit dem Leben und Wirken Johann Sebastian Bachs beschäftigt. Hier sind Klangexperimente und interaktive Elemente ebenso zu finden, wie kostbare Originale. Einen Besuch lohnt auch das Schumann-Haus in der Inselstraße 18. Robert Schumann und Clara Wieck zogen hier nach ihrer Hochzeit am 12. September 1840 ein. Während dieser Zeit entstand u.a. die „Frühlingssinfonie“. Heute finden im Musiksalon Konzerte statt und unter dem Motto „Experiment Künstlerehe“ wurde 2019 eine neue Dauerausstellung eröffnet.

Bedeutende Baudenkmale in der Innenstadt

Der Hauptbahnhof ist der ideale Ausgangspunkt für einen Stadtbummel. Er wurde nach 13 Jahren Bauzeit am 1. Oktober 1915 eröffnet und zählt zu den größten Personenbahnhöfen der Welt. Nach seiner Modernisierung 1997 finden Reisende in den Promenaden auf drei Etagen über 140 Geschäfte, Restaurants und Dienstleister. Mit rund 1.300 Zügen sowie 120.000 Reisenden und Besuchern täglich ist er hoch frequentiert. Einen Anteil an der starken Nutzung des Bahnhofs hat seit 2013 auch der City-Tunnel, der Leipzig in das Netz der S-Bahn Mitteldeutschland integriert und den Nah- und Fernverkehr stärkt. Die Bahn unterquert zwischen dem Hauptbahnhof und dem Bayerischen Bahnhof die Innenstadt in einem Tunnel, wobei auf der Strecke vier unterirdische Stationen liegen.

Eine der meist fotografierten Attraktionen Leipzigs ist das Alte Rathaus am Markt. Es wurde 1556 nach nur neun Monaten Bauzeit als erstes Renaissance-Rathaus in Deutschland von Hieronymus Lotter errichtet und war bis 1905 Sitz der Stadtverwaltung. Seit 1909 befindet sich das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig darin. Bei der 1672 am Rathaus angebrachten goldenen Umschrift handelt es sich um eine der längsten Umschriften der Welt. Der rund 10.000 Quadratmeter große Markt war seit dem 13. Jahrhundert Hauptplatz des Handels und Messetreibens. Mit der Exekution des Mörders Johann Christian Woyzeck, durch Georg Büchners Drama später bekannt geworden, fand 1824 die letzte öffentliche Hinrichtung statt.

Hinter dem Alten Rathaus befindet sich der 1556 angelegte Naschmarkt mit der Alten Handelsbörse. Diese wurde 1678 bis 1687 nach einem Entwurf von Johann Georg Starcke errichtet. Bei dem pavillonartigen Bau handelt es sich um Leipzigs ältestes Versammlungsgebäude. Der ehemalige Börsensaal wird heute für Veranstaltungen genutzt. Vor der Handelsbörse steht das Goethe-Denkmal, das 1903 vom Leipziger Bildhauer Carl Seffner geschaffen wurde. Es zeigt den Dichterfürsten als Leipziger Studenten.

Direkt am Markt befindet sich der Barthels Hof. Hier handelt es sich um den letzten erhaltenen Durchgangshof aus den Zeiten der Warenmesse. Er wurde bis 1750 von George Werner im Auftrag des Kaufmanns Gottlieb Barthel erbaut. Der Sandsteinerker des Hauses „Zur goldenen Schlange“ ist auf 1523 datiert und gilt als das älteste erhaltene Fragment einer Leipziger Bürgerhausfassade. Im Barockhof von 1750 befindet sich das „Gasthaus Barthels Hof“. Hier werden sächsische Klassiker aus regionalen Zutaten serviert.

Die rund 200 Meter lange Katharinenstraße, die den Markt mit dem Brühl verbindet, gilt als Hauptstraße des Barocks in Leipzig. Durch Um- und Neubau entstanden ab 1700 prächtige Bürgerhäuser und Kaufmannshöfe, von denen neben dem Fregehaus und Kretschmanns Hof vor allem das Romanushaus beeindruckt. Den prächtigsten Barockbau der Stadt errichtete Gregor Fuchs 1703 für den Bürgermeister Franz Conrad Romanus. Dieser wurde 1705 wegen Unterschlagungen verhaftet und bis zu seinem Tod 1746 auf der Festung Königstein inhaftiert.

Wer sich für moderne Architektur interessiert, wird auf dem Augustusplatz fündig, der vom 142 Meter hohen City-Hochhaus dominiert wird. Das ehemals zur Universität gehörende Gebäude wurde 1968 bis 1972 nach Entwürfen von Hermann Henselmann errichtet. In der 29. Etage befindet sich mit dem „Panorama Tower“ das höchste Restaurant Mitteldeutschlands, von dem aus man zu einer Aussichtsplattform gelangt.

Neben dem City-Hochhaus steht der beeindruckende Neubau der Universität Leipzig. Der 2017 eröffnete Komplex „Paulinum – Aula und Universitätskirche St. Pauli“ wurde nach Plänen des niederländischen Architekten Erick van Egeraat geschaffen. An gleicher Stelle befanden sich bis 1968 das Augusteum und die kulturgeschichtlich bedeutende Universitätskirche, die auf Befehl von Walter Ulbricht am 30. Mai 1968 gesprengt wurden. Die 1409 gegründete Universität Leipzig gilt als zweitälteste ohne Unterbrechung lehrende deutsche Universität. Heute studieren hier rund 30.000 Personen aus aller Welt.

Sehenswert ist auch das Krochhochhaus an der Westseite des Augustusplatzes. Es wurde 1927 bis 1929 für das Bankhaus Kroch errichtet. Das elfgeschossige Gebäude war das erste Hochhaus in Leipzig. Die Glockenmänner, die seinerzeit als das größte Turmschlagwerk der Welt galten, schlagen Leipzigs Stunde. Sie wurden dem Uhrturm auf dem Markusplatz von Venedig nachempfunden. Das Krochhochhaus ist Sitz des Ägyptischen Museums Leipzig.

Am Martin-Luther-Ring befindet sich das Neue Rathaus, das bis 1905 nach Plänen von Stadtbaudirektor Hugo Licht auf den Grundmauern der ehemaligen Befestigungsanlagen der Pleißenburg errichtet wurde. Zusammen mit dem 1912 fertiggestellten Stadthaus umfasst es 870 Räume und ist Sitz der Stadtverwaltung. Der 110 Meter hohe Rathausturm ist im Rahmen von Führungen zugänglich und bietet einen faszinierenden Rundumblick.

Gegenüber dem Neuen Rathaus befindet sich auf dem Simsonplatz das ehemalige Reichsgericht, seit 2002 Sitz des Bundesverwaltungsgerichts. Das Gebäude wurde 1888 bis 1895 nach Entwürfen von Peter Dybwad und Ludwig Hoffmann errichtet. Es gehört neben dem Reichstag und der Ruhmeshalle in Görlitz zu den durch eine Kuppel charakterisierten Monumentalbauten des Wilhelminischen Kaiserreiches.

Die besucherstärksten Museen und Freizeiteinrichtungen

Der Zoo Leipzig in der Pfaffendorfer Straße 29 wurde 1878 von Ernst Pinkert geschaffen und gehört zu den ältesten und renommiertesten Zoos der Welt. Er ist Heimstatt für über 800 Tierarten. Neben der weltgrößten Menschenaffenanlage Pongoland eröffnete der Zoo 2011 eine weitere Attraktion: die Tropenerlebniswelt Gondwanaland. Hier erwartet die Besucher auf 16.500 qm Fläche ein unnachahmliches Regenwalderlebnis. Rund 17.600 verschiedene tropische Pflanzen und rund 300 Tiere haben hier ihr zu Hause. Mit jährlich über 1,8 Millionen Besuchern ist der Zoo Leipzig der größte Publikumsmagnet der Stadt.

Eine weitere Attraktion ist das Panometer Leipzig in der Richard-Lehmann-Straße 114. Im Innern eines ehemaligen Gasometers der Stadtwerke zeigt Yadegar Asisi das größte 360° Panoramagemälde der Welt. Bis Ende 2020 macht das 32 Meter hohe Panorama „CAROLAS GARTEN – Eine Rückkehr ins Paradies“ die Welt des Mikrokosmos erlebbar.

Der 2004 eröffnete Neubau des Museums der bildenden Künste Leipzig (Katharinenstraße 10) beherbergt eine bedeutende Sammlung von rund 3.500 Gemälden und 1.000 Skulpturen. Auf ca. 7.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche sind Werke der holländischen und deutschen Malerei vom 15. bis zum 21. Jahrhundert zu sehen.

Wer Leipzig besucht, sollte das Völkerschlachtdenkmal gesehen haben. Dieses wurde am 18. Oktober 1913 eingeweiht und ist mit 91 Metern Höhe das größte Denkmal Europas. Die gewaltige Kuppel zieren im oberen Teil 324 Reiterreliefs. Zur Aussichtsplattform führen 500 Treppenstufen hinauf. Bei der Völkerschlacht fielen auf beiden Seiten ca. 125.000 Soldaten. Das Völkerschlachtdenkmal steht an der Stelle, wo 1813 die Hauptkämpfe der Völkerschlacht bei Leipzig stattfanden.

Das Grassimuseum am Johannisplatz wurde 1925 bis 1929 erbaut und beherbergt drei Museen, deren Sammlungen zu den bedeutendsten in Europa gehören: das GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig, das GRASSI Museum für Angewandte Kunst und das GRASSI Museum für Musikinstrumente der Universität Leipzig.

Über 200.000 Besucher strömen jährlich in das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig (Grimmaische Straße 6). Es thematisiert in seiner Dauerausstellung die Geschichte der deutschen Teilung, das Alltagsleben in der Diktatur der DDR und die Wiedervereinigung. Zusätzlich werden regelmäßig publikumswirksame Sonderausstellungen gezeigt.

Ein Publikumsmagnet ist ebenso das Museum in der „Runden Ecke“ (Dittrichring 24), das sich im ehemaligen Sitz der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit in Leipzig befindet. Es thematisiert mit seiner Dauerausstellung „Stasi – Macht und Banalität“ die Struktur und Arbeitsweise des Ministeriums für Staatssicherheit in der DDR.

Die lässige Großstadt: Neues Leben in ehemaligen Fabriken

In Leipzigs Westen hat sich mit dem Stadtteil Plagwitz ein 90 Hektar großes Flächendenkmal der Industriearchitektur erhalten. Es war das erste planmäßig entwickelte, großräumige Industriegebiet Deutschlands. Der Leipziger Rechtsanwalt Dr. Carl Erdmann Heine hatte ab 1844 damit begonnen, das versumpfte Gelände entlang der Pleiße trockenzulegen und Wasserläufe zu regulieren. Seine Visionen ermöglichten den Bau des heutigen Karl-Heine-Kanals, der zur Schaffung einer Schifffahrtsstraße von Leipzig nach Hamburg führen sollte. Weiterhin sorgte Heine für die Ansiedlung von Industrieunternehmen. Die Kombination von Wohnquartieren und Arbeitsstellen in Plagwitz war einmalig.

Nachdem fast 150 Jahre die Schornsteine rauchten, wurden nach dem Ende der DDR ab 1990 die meisten Betriebe liquidiert. Die Bevölkerung wanderte ab. Gespenstische Häuser, leere Fabrikgebäude, vom Gras überwucherte Bahngleise und verschmutzte Gewässer prägten Plagwitz. Nun waren abermals Visionen gefragt. Die Stadt und zahlreiche Investoren starteten ein Aufbauprogramm. Heute kann man die prachtvollen sanierten Backsteinbauten bewundern und mit Booten die Wasserwege erkunden. In ehemaligen Fabrikhallen sind Lofts entstanden. Und in den Höfen, wo sich einst Schmiede, Dreher und Pferdeställe befanden, haben jetzt Künstler ihre Ateliers. Bis in den Morgen pulsiert in den Szenelokalen rund um die Karl-Heine-Straße das Leben...

Die ehemals größte Baumwollspinnerei Kontinentaleuropas ist heute ein Ort mit höchster Kunstdichte. Sie wurde 1884 gegründet und produzierte bis 1989. Heute ist die Fabrikstadt Domizil für rund 80 Künstler, 10 Galerien und verschiedene Geschäfte. Nur 500 Meter weiter befindet sich das Kunstkraftwerk Leipzig, das sich seit 2016 als europäischer Hotspot für New Media Art profiliert. Schwerpunkt sind immersive Kunstprojekte, die in außergewöhnlicher Weise mit ihrer industriellen Umgebung korrespondieren und verschiedene Kunstformen miteinander verknüpfen.

Eine ausgeprägte multikulturelle Szene findet man im Süden Leipzigs entlang der Karl-Liebknecht-Straße. Hier reihen sich alternative Geschäfte, urige Kneipen, exotische Restaurants und soziokulturelle Zentren wie naTo, Werk 2 und Feinkost aneinander.

Auch in der in der Innenstadt gelegenen Moritzbastei, dem einzig erhaltenen Teil der 1551/54 errichteten Stadtmauer, pulsiert das urbane Leben. Ob Konzerte, Theater, Kneipe, Biergarten – die Gewölbekeller bieten eine einmalige Atmosphäre und sind ein beliebter Treff, vor allem für Studenten. Ohnehin kommen Nachtaktive in Leipzig ins Schwärmen: Theater wie das Schauspiel Leipzig, zahlreiche Kabaretts, das Krystallpalast Varieté und die vielen Spielstätten der freien Szene bieten tolle Programme. Leipzig ist immer hellwach – und Sperrstunde ein Fremdwort.

Mit Fahrrad, Kanu oder zu Fuß in die Region Leipzig

Ein Drittel Leipzigs ist von Wäldern, Parks oder Gartenanlagen durchzogen. Als breiter Streifen quer durch die Stadt ist der Auwald ideal zum Wandern und Fahrradfahren. Oasen mitten in der Stadt sind der Clara-Zetkin-Park und der Johannapark.

Wer aktive Erholung und Wassersport sucht, ist im Leipziger Neuseenland richtig. Mit den vielen Wasserwegen und seinen mehr als 20 Seen ist die Region Leipzig nicht nur für Wasserwanderer interessant. Segeln, Tauchen, Surfen, Motorboottouren oder einfach nur Entspannung an einem der herrlichen Badestrände sind beliebt. Sogar Wildwasserrafting ist im Kanupark am Markkleeberger See möglich. Von dort aus ist es nicht weit in das AbenteuerReich BELANTIS, das inmitten einer Parklandschaft über 60 Attraktionen für die ganze Familie bietet. Reizvolle Ziele im Leipziger Neuseenland sind auch der Bergbau-Technik-Park, das schwimmende Bauwerk VINETA auf dem Störmthaler See und das CAMP DAVID Sport Resort am Schladitzer See.

Für Naherholung bieten sich die Rad- und Wandergebiete Naturpark Dübener Heide, die Dahlener Heide und der Wermsdorfer Wald sowie die Städte am Lutherweg Sachsen wie Grimma, Döbeln, Wurzen, Torgau und Colditz an. Aber auch die mächtigen Burgen von Rochlitz, Kriebstein und Leisnig sind einen Ausflug wert.

Weitere Informationen: www.leipzig.travel