In 9 Tagen

Rituale

Auf einen Blick

Rituale bewegen sich an der Schnittstelle von theatralem, religiösem und alltäglichem Handeln. Sie geben Struktur und Halt, bieten das Gefühl von Orientierung und Verlässlichkeit, auch in Zeiten der Krise oder des Wandels. Sie lassen uns innehalten und zu uns selbst kommen, sie rhythmisieren unser Leben von der ­Geburt bis hin zum Tod. Gleichzeitig sind Rituale ein ­Mittel der Selbstvergewisserung einer Gemeinschaft, sind Marker der Zugehörigkeit und prägen damit wesentlich die kulturelle Identität. Zwei unterschiedliche Kulturen treffen in Mario Schröders choreografischer Uraufführung »Rituale« aufeinander, die europäische und die japanische Kultur. Zur Musik von Franz Schuberts Streichquartett »Der Tod und das Mädchen« und Toru Takemitsus »RAN«-Suiten wirft Schröder die Frage nach den kollektiven und individuellen Mechanismen von Ritualen auf. Welche Rituale werden dem Menschen im Sinne einer sozialen Normierung von außen gesetzt und welche erschafft er sich selbst? Und was passiert, wenn das Ritual sich verselbstständigt, zur bloßen Hülle erstarrt oder gar zum Zwang wird?

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