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Torgau

Stadt der Reformation und Renaissance

© S. Jendrossek

Torgau, dereinst die bevorzugte Residenz der sächsischen Kurfürsten, hat sich über die Jahrhunderte viel vom Glanz der ehemaligen kursächsischen Landesmetropole bewahren können. Gäste sind immer wieder erstaunt, dass die Große Kreisstadt im Nordosten Sachsens an der Elbe heute nur 20.000 Einwohner zählt. Der Ort fand vor mehr als 1000 Jahren seine erste urkundliche Erwähnung. „torgowe“ kommt aus dem Slawischen und heißt soviel wie Marktplatz. Wichtige Fernhandelsstraßen kreuzten hier und über eine Furt ließ sich die Elbe überqueren.

Schloss Hartenfels ist das einzige erhaltene Schloss der deutschen Frührenaissance.  Der Große Wendelstein - eine Treppe, die ohne inneren Stützpfeiler nach oben führt - ist eine Meisterleistung des Baumeisters Konrad Krebs und noch heute sehr beeindruckend. Im Lapidarium kann die Kunst der Steinmetze des 16. Jahrhunderts an den Originalen bewundert werden. Ausstellungen im Albrechtsbau präsentieren anhand ausgewählter Exponate der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, die Bedeutung Torgaus als Haupt- und Nebenresidenz der sächsischen Kurfürsten im 16. und 17. Jahrhundert. Im Schlossgraben gibt es eine weitere Überraschung - echte Braunbären -  zu bestaunen. Vom Hausmannsturm schweift der Blick über die Schlossanlage, die Dächer der Altstadt bis weit in die Elbauenlandschaft und die umliegenden Heidegebiete. Lange Zeit das modernste Wohnschloss Sachsens, war Hartenfels Austragungsort glänzender Feste, Landtage, Hochzeiten und schon seit Kurfürst Johann Friedrich ein bedeutender Ort der Musikpflege. Im April 1627 erlebten zahlreiche Hochzeitsgäste die Uraufführung der ersten deutschsprachigen Oper „Daphne“ von Heinrich Schütz.
 
Am 5. Oktober 1544 wurde die Torgauer Schlosskirche von Martin Luther persönlich geweiht. Sie ist der erste protestantische Kirchenbau. Ihre Architektur zeigt noch heute die neuen Grundzüge der protestantischen Kirchenlehre. Die Kanzel hat eine zentrale Stellung im Kirchenraum, das Wort Gottes steht im Mittelpunkt. Die Festwoche der evangelischen Kirchenmusik erfreut seit Anfang der 1980-er Jahre Torgauer und Gäste. Die mit namhaften Künstlern besetzten Konzerte vermitteln einen lebendigen Eindruck von der traditionellen Pflege anspruchsvoller Kirchenmusik, die hier eng mit Johann Walter, dem Kantor der Reformation verbunden ist.

In der Stadtkirche St. Marien, einer spätgotischen Hallenkirche, sind bedeutende Kunstwerke zu sehen. Die Altartafel „Die vierzehn Nothelfer“ ist ein Frühwerk Lucas Cranachs d. Ä. und die Grabplatte der Herzogin Sophie von Mecklenburg wurde in der Nürnberger Vischer-Werkstatt geschaffen.  Der Grabstein der Lutherin zeigt uns eine beeindruckende, starke Frau. Katharina von Bora  verstarb 1552 in Torgau. In ihrem Sterbehaus, heute Katharinenstraße 11, befindet sich eine Gedenkstätte. Ganz nah bei der Stadtkirche, im früheren Pfarrhaus haben Luther, Melanchthon, Jonas und Bugenhagen die Torgauer Artikel als Grundlage der Augsburger Glaubenskonfession zum Abschluss gebracht. In diesem geschichtsträchtigen Gebäude hat das evangelische Jugendbildungsprojekt Wintergrüne mit der Ausstellung „Wurzeln und Flügel“ sein Domizil.

Das Stadt- und Kulturgeschichtliche Museum in der ehemaligen Kurfürstlichen Kanzlei sowie die Objekte des Torgauer Museumspfades präsentieren nicht nur wertvolle Exponate in den Vitrinen, sondern ermöglichen auch den Blick in einzigartige historische Bauten. Das Bürgermeister-Ringenhain-Haus zeigt mit der Engelstube, bemalten Kassettendecken und originalen Türen eindrucksvolle Zeugnisse der Wohnkultur reicher Torgauer Bürger. Es sucht in seiner Gesamtheit, der hervorragenden Qualität der Ausstattung und Ausmalung seinesgleichen in Deutschland. Fast winzig wirkt dagegen das, nur reichlich vier Meter breite, historische Handwerkerhaus, welches auch fachkundig restauriert wurde und sehr anschaulich den Lebensraum der armen Stadtbevölkerung zeigt. In Wolff-Giersings-Brauerbe, dem Torgauer Braumuseum kann man sich  über das Bierbrauen informieren und eine der alten Kelleranlagen Torgaus besichtigen.

Torgau schrieb auch in späterer Zeit Geschichte. Seit 1685 gibt es hier das älteste Spielwarengeschäft Deutschlands. Anfang des 19. Jahrhunderts lebte und wirkte Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, in Torgau. Ab 1811 wurde die Stadt auf Napoleons Geheiß zur Festung ausgebaut. Der Name „Torgau“ ging um die Welt, als sich im April 1945 die Alliierten hier an der Elbe, schon vor dem offiziellen Waffenstillstand trafen.

Über die verschiedenen Themen der Torgauer Geschichte informieren rund 20 Ausstellungen und Museen in der Stadt.

Die Torgauer verstehen es, mit ihren Gästen zu feiern. Der Elbe Day  Ende April, das Auszugsfest der Torgauer Geharnischten als älteste deutsche Bürgerwehr und  der Katharina-Tag sind nur einige Beispiele für traditionelle Feste.

Neben einem Ausflug in die Dübener und Dahlener Heide lohnt der Besuch im sächsischen Hauptgestüt Graditz, nur wenige Kilometer östlich von Torgau. Das 1686 gegründete Gestüt ist eine der ältesten sächsischen Pferdezuchtstätten. Seine barocke Gestütsanlage, in der u. a. Deutsches Reitpferd und Englisches Vollblut gezüchtet werden und ein kleines Museum zur Gestütsgeschichte können besichtigt werden.

Geschichte erleben und genießen! Kleine attraktive Geschäfte, Restaurants und Cafés laden zu einem Stadtbummel ein. Ganz verschiedene regionale Spezialitäten wie frisch gerösteter Kaffee, Torgauer Plinsen, süße Bärentatzen, herzhafter Käse, gesunde Milchprodukte, traditioneller Stollen, Obstbrände, das „Katharinentröpfchen“ oder Fisch aus dem Großen Teich können probiert werden. Vor nun bald 90 Jahren baute Villeroy & Boch das Torgauer Werk. Heute kann man hier Markenware im Werksverkauf zu günstigen Preisen erwerben.

Zahlreiche touristische Angebote machen die Geschichte auf interessante und unterhaltsame Art erlebbar. Bei  Führungen, Lesungen, Musik, „gut Speis und Trank“ lassen sich hier in Torgau die guten Seiten der alten Zeit auch in heutigen Tagen so richtig genießen.

Informationen

Ort Torgau-Informations-Center
Markt 1
04862 Torgau
Telefon 03421 70140
Fax 03421 701415
Web Website besuchen
Mail E-Mail senden
© S. Jendrossek
Schloss Hartenfels aus leichter Draufsicht, Kultur, Sehenswürdigkeiten
© Dirk Brzoska
© W. Siesing
© S. Jendrossek
Torgau Informations-Center
© S. Jendrossek
Eingangsportal und Brücke über den Bärengraben mit Schlossanlage im Hintergrund, Kultur, Sehenswürdigkeiten
© Wolfgang Sens
Hintergrundbild Anfahrt

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