Sarah Farina (50. Leipziger Jazztage)

  • Open Air

Wer Lust hat im Anschluss an Sorvinas Konzert einfach gleich weiter das Tanzbein zu schwingen, ist beim DJ Set von Sarah Farina bestens aufgehoben. Die DJ denkt weder in Genres noch in Grenzen. In ihren Sets treffen bassgetriebene Frequenzen und futuristische Beats aufeinander: Bass Music, Breaks, Jungle. Anleihen aus dem Hardcore-Kontinuum verschmelzen mit Einflüssen der frühen Releases von beispielsweise Missy Elliott, Aphex Twin und J Dilla zu etwas ganz Eigenem, das Sarah Farina selbst RainbowBass nennt.
Dabei hört und sieht man nicht nur, wie präzise sie auflegt, sondern vor allem, wie viel Freude sie dabei hat. Kein Wunder also, dass sie bereits drei Boiler Room-Sets spielen durfte. Wer beim vorherigen Konzert von Sorvina schon das Tanzbein geschwungen hat, kann hier also gleich damit weitermachen.

Doch Sarah Farinas Arbeit endet nicht an den Decks, sondern schlägt auch darüber hinaus weite Wellen: Als DJ, Produzentin, Kuratorin und Community-Organisatorin setzt sie sich für eine diverse und offene Clubkultur ein, macht die afro-diasporischen Wurzeln der Underground-Szene sichtbar und schafft mit Projekten wie Emergent Bass und Transmission Räume für Austausch und historisches Bewusstsein. Auch in ihren DJ-Workshops, die sie unter anderem in Ruanda, Uganda, Alexandria und Detroit gibt, geht es ihr darum, Wissen weiterzugeben und vor allem die Freude an Musik, am Auflegen und an Clubkultur zu vermitteln.

Sarah Farina ist international bestens vernetzt – von Underground Resistance über Teklife und Hyperdub bis Buraka Som Sistema. Und trotzdem – oder gerade deswegen? – geht es bei ihr nie darum, wer vermeintlich dazugehört und wer nicht.
(Text: Jil Noack)

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