Zweite Wende. Warum Ostdeutschland uns alle angeht
Zweite Wende. Warum Ostdeutschland uns alle angeht
Buchvorstellung und Gespräch
Mit Marieke Reimann (Autorin, Journalistin) und Antonie Rietzschel (Journalistin, Leipziger Volkszeitung)
Eintritt frei
„Noch immer gibt es große strukturelle Ungleichheiten zwischen Ost und West – mit denen wir uns auf keinen Fall abfinden dürfen.“ Das sagt die renommierte Journalistin Marieke Reimann, geboren 1987 in Rostock, in ihrem aktuellen Buch „Zweite Wende“. Gleichzeitig kämpft sie gegen das Stereotyp des abgehängten, sächselnden Jammer-Ossis – ihr Tagesthemen-Kommentar dazu ging viral. Am 15. September ist Marieke Reimann im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig zu Gast.
Reimann erlebte selbst, wie schwierig es ist, als junge Frau ohne Vermögen und Netzwerk in westdeutschen Macht-Zirkeln zu bestehen, und brachte es dennoch bis zur Zweiten Chefredakteurin des Südwestrundfunks (SWR). In ihrem Buch, so schreibt sie, wolle sie ostdeutsche Geschichten authentischer erzählen und gesellschaftliche Dimensionen analytisch auffächern: Wie hängen Vermögen und Eigentum mit dem Wahlverhalten zusammen? Wie wird die Zeit nach der Wiedervereinigung in der Schule behandelt? Können Angela Merkel und Tokio Hotel Role Models sein? Und warum sind auf den Bildern der Einheitsfeiern nur Westdeutsche? Über diese und weitere Fragen kommt die Autorin mit Moderatorin Antonie Rietzschel ins Gespräch.
Für die Veranstaltung können keine Plätze reserviert werden. Bitte kommen Sie frühzeitig.
Marieke Reimann, geboren 1987 in Rostock, war bis 2024 Zweite Chefredakteurin des SWR und leitete die Runde der ARD-Chefredakteure. Reimann war damit die jüngste und erste ostdeutsche Chefredakteurin bei einem öffentlich-rechtlichen Medium im Westen. Bis 2020 war sie Chefredakteurin des Magazins ze.tt der Wochenzeitung DIE ZEIT. Hier entwickelte sie ein nachhaltiges Abo-Modell und gründete ein Ostdeutschland-Ressort. 2015 wurde sie als Deutschlands „Top 30 bis 30“-Journalistin ausgezeichnet.
Antonie Rietzschel, 1986 geboren, arbeitet als Reporterin bei der Leipziger Volkszeitung. Sie wuchs in einem kleinen Dorf nahe der Sächsischen Schweiz auf, einer Region, die lange durch Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus geprägt war. Unter anderem durch ihre persönlichen Erfahrungen bildet dieses Thema heute den Schwerpunkt ihrer mehrfach ausgezeichneten journalistischen Arbeit. Rietzschel studierte Politikwissenschaften und arbeitete unter anderem für Spiegel Online, den Tagesspiegel und die Süddeutsche Zeitung.
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