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Das Museum Schloss Neuenburg präsentiert vom 5. September 2026 bis zum 10. Januar 2027 die Sonderausstellung „Angezettelt – Weinetiketten aus der Sammlung“. Im Weinkabinett tauchen Besucher in die spannende Entwicklung des Flaschenetiketts ein. Als einziges Weinmuseum in Sachsen-Anhalt, im Zentrum des Weinbaugebiets Saale-Unstrut gelegen, zeigt das Haus erstmals eine Auswahl historischer Etiketten aus dem eigenen Bestand, der seit den 1960er Jahren gezielt zusammengetragen wurde. Der Schwerpunkt liegt auf Etiketten von regionalen Winzern aus Freyburg und der Umgebung.

Die Geschichte des Weinetiketts reicht rund 6.000 Jahre zurück. Schon die Sumerer kennzeichneten ihre Tongefäße mit informativen Rollsiegeln. Nach späteren antiken Ritzmarkierungen und angehängten kleinen Zetteln an Amphoren entstand das moderne Papieretikett erst 1798 mit der Erfindung der Lithografie, was den Massendruck erlaubte. Der Begriff „Etikett“ leitet sich vom altfranzösischen „estiquette“ (festgesteckter Zettel) ab. Am Hof Ludwigs XIV. bezeichnete man damit Handzettel für gutes Benehmen („die Etikette“), woraus sich im Deutschen „das Etikett“ für den Flaschenhinweis entwickelte.

Heute locken Weinberge und Weinfeste wie das Freyburger Winzerfest (vom 11. bis 13.9.2026) alljährlich tausende Besucher nach Freyburg. Die Kabinettausstellung spiegelt diese Tradition wider: Der Gesamtbestand umfasst rund 3.000 Flaschenetiketten, von denen die gezeigten Originale vor allem die letzten 100 Jahre abbilden. Als wertvolle Zeitzeugen dokumentieren sie die wechselvolle Weinbaugeschichte der Region. Viele der dort verewigten Winzer und Betriebe existieren heute gar nicht mehr. Zu den ganz besonderen Highlights der Schau zählt das älteste Exponat, ein rund 170 Jahre altes Etikett der historischen „Freyburger Champagner Fabrik“. Es belegt die Anfänge der regionalen Schaumweinproduktion, aus denen sich die weltbekannte Rotkäppchen Sektkellerei entwickelte.

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