„Eine Pianistin, die in keine Schublade passt“ – so beschreibt das Lucerne Festival die malaysische Pianistin Bridget Yee. In ihren fantasievollen, intensiven und emotional tiefgründigen Interpretationen verbindet sie technische Brillanz mit großer künstlerischer Eigenständigkeit. Ihre vielseitige Programmgestaltung verbindet Werke verschiedener Epochen und eröffnet neue Perspektiven auf das Klavierrepertoire.
Nach gefeierten Auftritten beim Lucerne Festival und in Edinburgh gibt Bridget Yee 2027 ihr Debüt in der Wigmore Hall London. Sie konzertierte international mit renommierten Orchestern und bei Festivals wie dem Aspen Music Festival. Ihre Auftritte wurden unter anderem von BBC Radio 3 und France Inter übertragen. Der Kritiker Christopher Axworthy würdigte ihre „Kühnheit“ und eine bisweilen „atemberaubende“ Beherrschung des Klaviers.
Auch das heutige Programm zeigt die stilistische und interpretatorische Bandbreite der Pianistin. Den Auftakt bildet Franz Liszts Klavierfassung des „Liebestods“ aus Richard Wagners Tristan und Isolde. Liszt verwandelt die orchestrale Klangfülle des berühmten Schlusses in eine hochvirtuose und zugleich zutiefst expressive Klavierkomposition.
Alexander Skrjabins Klaviersonate Nr. 2 in gis-Moll op. 19, die „Sonate-Fantaisie“, führt in eine traumartige, von poetischen Klangfarben und ungewöhnlicher Harmonik geprägte Welt. Mit Frédéric Chopins Polonaise-Fantaisie op. 61 folgt ein Werk, das traditionelle Form und freie Fantasie miteinander verbindet und lyrische Intimität mit großer pianistischer Ausdruckskraft vereint.
Einen bewussten Kontrast setzt Jean-Philippe Rameaus Suite in G-Dur/g-Moll aus den Nouvelles Suites de Pièces de Clavecin. Die Menuette, L’Enharmonique und Les Sauvages lassen die kunstvolle Ornamentik und den rhythmischen Reichtum der französischen Cembalomusik des 18. Jahrhunderts aufleben.
Den Abschluss bildet Liszts h-Moll-Sonate S. 178, eines der bedeutendsten Werke der romantischen Klavierliteratur. In ihrer Verbindung von lyrischen Passagen, dramatischen Steigerungen und virtuoser Brillanz bündelt sie zentrale Aspekte von Liszts musikalischer Sprache.
So spannt das Programm einen Bogen von Rameau über Chopin und Liszt bis zu Skrjabin – und vereint historische Klangwelten mit unterschiedlichen Formen pianistischer Freiheit und Ausdruckskraft.
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