Stadtspaziergang entlang des Leipziger Notenbogens: Herman Berlinski – Komponist aus Leipzig
Herman Berlinski (1910–2001) verbrachte die ersten knapp 23 Jahre seines Lebens in Leipzig. Er studierte Musik am Konservatorium und wurde in vielfältiger Weise durch das Kulturleben der Stadt geprägt. 1933 musste er fliehen: Über Polen führte ihn der Weg zunächst nach Frankreich, wo er seine langjährige Leipziger Freundin Sina Goldfein heiratete. 1941 gelang ihnen im letzten Moment die Flucht in die USA. Hier fand er als Organist, Chorleiter, Musikwissenschaftler und Komponist ein vielfältiges Wirkungsfeld. 1981 besuchte er gemeinsam mit seiner Frau erstmals wieder Leipzig, wo er zwei Konzerte gab. Wir begeben uns an Orte, die mit dem Leben von Herman Berlinski verbunden sind und spüren ihren Geschichten nach – beginnend in der Pfaffendorfer Straße, wo der Komponist mit seiner Familie mehrere Jahre wohnte. Den Abschluss der Führung bildet um 13:00 Uhr ein Kurzkonzert mit Werken Herman Berlinskis am ehemaligen Standort der von ihm besuchten Ez-Chaim-Synagoge in der Otto-Schill-Straße (Eintritt frei).
Der Leipziger Notenbogen wird am 6.9.2026 mit 13 Stationen eröffnet (weitere sechs folgen 2027) und ist eine musikalische Stadterkundungsroute mit dem Schwerpunkt jüdischer Musik westlich der Leipziger Innenstadt. Die insgesamt 19 Stationen führen durch die Zeit des ausgehenden neunzehnten und beginnenden zwanzigsten Jahrhunderts. Besucherinnen und Besucher können diesem Pfad selbständig folgen und mit Hilfe der Notenspuren-App beeindruckenden Musikbeispielen und eingängigen Hörszenen lauschen. Unterwegs wird die Zeit lebendig, in der Arthur Nikisch Gewandhauskapellmeister, Gustav Mahler Opernkapellmeister und Max Reger Universitätsmusikdirektor waren. Beim Weg durch das Waldstraßenviertel – ein nahezu in sich geschlossenes Gründerzeitviertel von europäischem Rang mit ehemals großem Anteil Jüdischer Bevölkerung, den Johannapark und das Musikviertel ist die Atmosphäre der Stadt noch erspürbar, in der das Zweite Gewandhaus als internationales Musikzentrum Komponisten wie Peter Tschaikowski, Edvard Grieg und Richard Strauss nach Leipzig zog.
Dieses Konzert wird gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und die European Heritage Days.
Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
Diese Maßnahme wurde mit Mitteln aus einem gemeinsamen Projekt der Europäischen Union und des Europarats erstellt. Die darin geäußerten Ansichten spiegeln in keiner Weise die offizielle Haltung der Europäischen Union oder des Europarats wider.
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