Verborgenes Leipzig: Bärlauch im Auwald

Hast du ihn schon gerochen? Jedes Jahr im April und Mai gibt es rund um den Leipziger Auwald eine wahre Geruchsexplosion, wenn der Bärlauch aus dem Waldboden sprießt. Die Pflanze duftet nicht nur unvergleichlich, sie hält dich auch noch gesund und verleiht deinen Gerichten eine ganz besondere Note.

Im Auwald
Im Arzneischrank
In der Küche

Im Auwald

Bärlauch wächst in schattigen und feuchten Wäldern. ©Andreas Schmidt
Bärlauch wächst in schattigen und feuchten Wäldern. © Andreas Schmidt

Hast du gewusst, dass das Auengebiet 5900 Hektar groß ist? Es erstreckt sich von Zwenkau im Süden bis hin zur nordwestlichen Grenze Sachsens und besteht aus den Flussauen der Weißen Elster, der Pleiße und Luppe sowie deren Nebenflüssen. Den wichtigsten und prägendsten Teil dieses Auensystems stellt das Landschaftsschutzgebiet Leipziger Auwald mit den eingebetteten Naturschutzgebieten Burgaue, Elster-Pleiße-Auwald, Lehmlache Lauer und Luppeaue dar. Zum Stadtwald Leipzig gehören ca. 1163 Hektar dieses Landschaftsschutzgebietes. Obwohl das Stadtgebiet Leipzig den Auwald in einen nördlichen und einen südlichen Teil trennt, verbinden Parks und Grünanlagen die beiden Teile. Somit reicht das Grün des Auwaldes über das Rosental und den Clara Zetkin- und Johannapark bis an die Innenstadt heran. Im Unterholz dieser feuchten und schattigen Wälder fühlt sich der Bärlauch besonders wohl. Ab Mai bedecken seine weißen Blüten den Waldboden und versprühen ihren charakteristischen Duft. Die beste Zeit zum Ernten ist jetzt, bevor der Bärlauch in voller Blüte steht.  Denn wenn er einmal blüht, schmeckt er bitter und ist nicht mehr sonderlich lecker.

Im Arzneischrank

Im April und Mai blüht der Bärlauch und verbreitet seinen typischen Duft. ©Andreas Schmidt
Im April und Mai blüht der Bärlauch und verbreitet seinen typischen Duft. © Andreas Schmidt

Seit Jahrhunderten ist der Bärlauch (Allium ursinum) als Gemüse-, Gewürz- und Heilpflanze bekannt. Er ist, wie Geruch und Geschmack erahnen lassen, verwandt mit Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch. Zwar ist die Pflanze komplett essbar, genutzt werden aber meist die klein geschnittenen Blätter in rohem Zustand. Denn bei Hitzeeinwirkung verliert der Bärlauch viel von seinem charakteristischen Geschmack. Doch der Bärlauch kann mehr als nur gut riechen. Die kleine Wunderpflanze hilft bei Magen-Darmstörungen aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung. Er enthält zahlreiche überwiegend schwefelartige ätherische Öle, die sich positiv auf Verdauung, Darm und Magen, aber auch die Atemwege, Leber und Galle auswirken. Außerdem soll Bärlauch Bluthochdruck senken, den Stoffwechsel anregen und einen positiven Einfluss auf den Cholesterinspiegel haben. Das Naturheilmittel sollte in deinem Arzneischrank auf keinen Fall fehlen. Aber Vorsicht! Bärlauch wird beim Sammeln immer wieder mit Maiglöckchen, den Blättern der Herbstzeitlosen oder dem Gefleckten Aronstab verwechselt. Diese drei Pflanzen sind äußerst giftig! Wenn du dir nicht sicher bist, dann reibe ein paar Blätter zwischen deinen Fingern. Breitet sich der typische Knoblauchgeruch aus, kannst du sicher sein, dass du Bärlauch erwischt hast.

In der Küche

Aus dem Bärlauch lässt sich leckeres Pesto zaubern. ©Andreas Schmidt
Aus dem Bärlauch lässt sich leckeres Pesto zaubern. © Andreas Schmidt

Zwar wächst der Bärlauch teilweise in Naturschutzgebieten, in kleinen Mengen für den Eigenbedarf darfst du ihn trotzdem pflücken. Und dann? Ab in die Küche! In nur 30 Minuten lässt sich aus der Pflanze ein leckeres Pesto zaubern, dass hervorragend zu Pasta, auf Brot oder zum Grillgut schmeckt. Wir verraten dir unseren Rezeptfavoriten.

Was du brauchst:

  • 500 Gramm frisch gepflückten Bärlauch
  • 80 Gramm geriebenen Parmesan
  • 80 Gramm geröstete Pinienkerne
  • 250ml Olivenöl
  • Salz und Pfeffer
  • Mörser oder Küchenmaschine

So funktioniert’s:

Bevor du anfängst solltest du den Bärlauch waschen und gut trocknen. Für das Pesto werden alle Zutaten im Mörser oder in der Küchenmaschine zusammen zerkleinert. Nach Belieben schmeckst du die Masse mit Salz und Pfeffer ab.

Zum Schluss füllst du die grüne Paste in saubere und sehr heiß gespülte Schraubdeckelgläser ab und lagerst diese im Kühlschrank. Gut gekühlt hält das Pesto dort bis zu einem Jahr, da der Bärlauch antiseptisch ist. Guten Appetit!

Kein Frühling ohne Bärlauch: Die weißen Blüten überziehen jedes Jahr den Boden des Auwaldes. ©Andreas Schmidt
Kein Frühling ohne Bärlauch: Die weißen Blüten überziehen jedes Jahr den Boden des Auwaldes. © Andreas Schmidt

Der Duft nach Bärlauch ist ein unverwechselbares Zeichen dafür, dass bald Frühling ist und gehört zu Leipzig wie das Völkerschlachtdenkmal. Bärlauch ist aber bei weitem nicht die einzige Leckerei, die die Stadt zu bieten hat. Diese Leipziger Spezialitäten solltest du dir auf keinen Fall entgehen lassen.

Das gesammelte Insider-Wissen zum Verborgenen Leipzig gibt es auch praktisch für unterwegs im handlichen Booklet. So hast du das Verborgene Leipzig immer dabei!

Eva Zeltner ist Expertin für das verborgene Leipzig und hat für euch zahlreiche weitere Posts zum Thema verfasst. Schaut rein!

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