Verborgenes Leipzig: Fockeberg

Wenn du den etwa 850 Meter langen asphaltierten Weg bis zum Gipfel des Fockebergs hinaufläufst, bietet sich dir ein spektakuläres Leipzig Panorama. Bei Verborgenes Leipzig verraten wir dir, wie die Erhöhung in der Südvorstadt aus Schutt und Asche entstand.

Kein gewöhnlicher Berg
Aus Schutt und Asche
Vom Bauschutt zur Naherholung
Events auf dem Fockeberg

Kein gewöhnlicher Berg

Vom Fockeberg aus hast du ein tolles Panorama über Leipzig. ©Andreas Schmidt
Vom Fockeberg aus hast du ein tolles Panorama über Leipzig. ©Andreas Schmidt

Saftig grünes Gras, viele Sträucher und Bäume und oben eine tolle Aussicht. Auf den ersten Blick wirkt der Fockeberg wie ein normaler Berg. Hättest du gedacht, dass die Erhöhung künstlich geschaffen wurde? Und zwar aus Trümmerschutt! Der eigentliche Name des Fockebergs ist nämlich Trümmerkippe Bauernwiesen. Den heutigen Namen erhielt der Berg erst später von der angrenzenden Fockestraße.

Aus Schutt und Asche

Besonders abends kann die Aussicht vom Fockeberg atemberaubend sein. ©Andreas Schmidt
Besonders abends kann die Aussicht vom Fockeberg atemberaubend sein. ©Andreas Schmidt

Nach dem zweiten Weltkrieg musste der Bauschutt der zerstörten Häuser irgendwo hin gebracht werden. In ganz Leipzig wurden Trümmerbahngleise verlegt. Die sogenannte Südbahn brachte zuerst Trümmerschutt zu den Dölitzer Bruchfeldern an der Friederikenstraße. Als diese Deponie erschöpft war, nahm man 1947 an den ehemaligen Bauernwiesen eine weitere Kippe in Betrieb, die später zum heutigen Fockeberg werden sollte. Aus dem Schutt abgetragener Ruinen, vor allem aus der Inneren Südvorstadt, entstand so durch Aufschüttungen im Verlauf von zehn Jahren eine etwa 40 Meter aus der Umgebung aufragende Geländeerhebung. 1952 war der größte Teil der Aufräumarbeiten geschafft und alle anderen Deponien für Kriegsschutt wurden geschlossen. Doch die Kippe an den Bauernwiesen nutzte man noch einige Jahre bis der heutige Fockeberg eine Höhe von 153 Metern erreicht hatte.

Vom Bauschutt zur Naherholung

Heute ist der Fockeberg ein beliebter Ausflugsort für ein Picknick. ©Andreas Schmidt
Heute ist der Fockeberg ein beliebter Ausflugsort für ein Picknick. ©Andreas Schmidt

Von Schutt und Asche sieht man heute nichts mehr. Anfang der 1980er Jahre war Schluss mit der Mülldeponie. Man fing an das Haldengelände zu bepflanzen und zu gestalten. Es wurden Wege angelegt, Sitzmöglichkeiten geschaffen und bis heute insgesamt 15 Holz-Skulpturen aufgestellt. 1994 gestaltete man in der Hardenbergstraße den Eingangsbereich neu mit einer Pergola und Skulpturen von den Bildhauern Jürgen und Rainer Streege. Heute kannst du auf dem Fockeberg spazierengehen, grillen und entspannen. Ein Highlight ist die tolle Aussicht, die sich dir von dem Gipfel auf die Innenstadt, den direkt angrenzenden Auenwald und die südlichen Teile der Stadt bietet.

Events auf dem Fockeberg

Die Seifenkisten sind los: Einmal im Jahr findet das Rennen auf dem Fockeberg statt. ©Thomas Kademann
Die Seifenkisten sind los: Einmal im Jahr findet das Rennen auf dem Fockeberg statt. ©Thomas Kademann

Wenn du dich von der atemberaubenden Aussicht losgerissen hast, dann hast du vielleicht Lust sportlich aktiv zu werden. Der Fockeberg ist Schauplatz mehrerer jährlich stattfindender Sportveranstaltungen. Seit 1991 startet zweimal im Jahr (am ersten Samstag im März und im November) der Fockeberglauf. Ein Hauptlauf führt über zwölf Kilometer (sechs Runden, 270 Höhenmeter) und ein Fitnesslauf über sechs Kilometer (3 Runden, 135 Höhenmeter). Die nächste Chance mitzumachen hast du am 7. November.

Wundere dich nicht, falls dir einmal Menschen in bunt gestalteten Seifenkisten entgegen gesaust kommen. Einmal im Jahr organisiert das soziokulturelle Zentrum die naTo den „Prix de Tacot“. Das Seifenkistenrennen umfasst mehrere Disziplinen: Massenstart (Bergaufschieben), Zeitfahren (eine Runde auf dem Gipfelplateau), Abfahrt zum Fuße des Berges und Ingenieurliga D, in der die Teams auf dem Bergplateau aus mitgebrachten unbearbeiteten Materialien und Werkzeugen unter den Augen der Zuschauer in vier Stunden das beste Gefährt bauen müssen.

Kennt ihr weitere Beispiele bei denen industriell genutzte Gebiete in Naherholungsräume umgewandelt wurden? Immer her damit! Wir freuen uns über eure Tipps.

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4 Kommentare

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