283. Bürgerkonzert | Klassiker der Quintett-Literatur

klassisches Konzert
Pop-Konzert

Darbietungen von Bläsermusik verschiedenster Besetzung und Größe hatten sich mit ihrem unterhaltenden Charakter im 18. Jahrhundert als „Harmoniemusiken“ zu einem beliebten Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens adliger und bürgerlicher Kreise entwickelt, in der Regel als Freiluft-Serenaden oder Tafelmusiken. Ungefähr um das Jahr 1800 veränderte sich das Musikleben gravierend. Der bürgerliche Konzertbetrieb mit gut ausgebildeten Berufsmusikern begann mit der höfischen Musikpflege zu konkurrieren. Als Gegenstück zum klassischen Streichquartett begann sich das Bläserquintett in der Besetzung Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott zu etablieren. Franz Danzi (1763–1826) ist mit dieser Entwicklung untrennbar verbunden. Danzi war mit 15 Jahren Mitglied der Mannheimer Hofkapelle, einem der besten Orchester der Zeit, und somit bereits früh mit den klanglichen Eigenschaften der Blasinstrumente der damaligen Zeit vertraut.
Da es, verglichen mit Streichquartetten, nur wenige Originalwerke für Bläserquintett gibt, wurden bald auch Stücke anderer Besetzungen für Bläserquintett arrangiert. So auch das berühmte Divertimento in B-Dur mit dem bekannten Choral „St.Antoni“ von Joseph Haydn (1732–1809), welches ursprünglich für 2 Oboen, 2 Hörner, 3 Fagotte und Kontrafagott komponiert wurde. Die von uns gespielte Bearbeitung für Bläserquintett ist von Harold Perry (1942).
Ein weiterer Komponist, der ein umfangreiches Werkverzeichnis für Bläser hinterlassen hat, ist der Ungar Ferenc Farkas (1905–2000). Neben seiner Tätigkeit als Komponist und Musikpädagoge war er als Pianist, Dirigent, Chorleiter, Orchesterpianist, Klavierbegleiter, Regisseur und Leiter der Opernabteilung tätig. Weiterhin betätigte sich als Musikschriftsteller und beschäftigte sich mit Poesie und Literatur. Seine „Fünf alten Ungarischen Tänze“ haben Eingang in die Standardliteratur für Bläserquintett gefunden, ebenso die „Drei kleinen Stücke“ (1930) von Jaques Ibert (1890–1962). Seine stilistisch keiner eindeutigen Richtung zugehörigen Werke sind vor allem in der Frühzeit angelehnt an die Groupe des Six, lassen aber auch Beeinflussung durch den Impressionismus sowie den Neoklassizismus eines Igor Strawinsky erkennen. Vorherrschend ist elegante Virtuosität.

Programm:
Joseph Haydn (1732–1809)
Divertimento Nr. 1 B-Dur
(Bearbeitung für Bläserquintett)

Franz Danzi (1763–1826)
Bläserquintett g-Moll, op.56/2

Ferenc Farkas (1905–2000)
Fünf alte ungarische Tänze

Jacques Ibert (1890–1962)
Trois Piéces Bréves

Besetzung:
PASAKAS Bläserquintett

Johanna Sigler, Flöte
Amanda Taurina, Oboe
Matthias Kreher, Klarinette
Juliane Fleischmann, Horn
Eckehard Kupke, Fagott

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