ANTISEX

Bühne/Theater
Oper
Show

Iokaste verspürt ein Unbehagen. Ihr Sohn Ödipus, der seit Jahrtausenden dauernd mit ihr schlafen will, hat sich vervielfacht, und jetzt will die ganze Welt sie ficken. Das ordnende Gesetz des Vaters gibt es nicht mehr (der Pisser ist einfach abgehauen), und auch am staatlichen Inzestverbot rütteln die Jungen Liberalen schon seit 2020. Nur ob Iokaste eigentlich Lust hat, mit ihrem Sohn zu schlafen, danach hat nie jemand gefragt. Frustriert macht sich Iokaste auf die Suche nach einer eigenen Subjektposition, doch trifft stattdessen: eine Gruppe Cheerleader, die nicht mehr wissen, wen sie eigentlich anfeuern. Ein Polycule, das sie unbedingt inkludieren muss. Und ein paar junge Männer, die glauben, ein Masturbationsverbot wäre die Lösung für alles.

ANTISEX untersucht das Begehren einer überspitzt gezeichneten Gegenwart. Das Stück fragt dabei speziell nach der Rolle der Frau: Welche Bilder der Frau entstehen im digitalen Datingmarkt, in rechten Chatgruppen, in Selbsterfahrungsworkshops, in der Sexindustrie? Was haben diese Bilder mit der noch immer unsichtbaren Sorgearbeit realer Frauen und Müttern zu tun? Und was heißt es, in all dem als Frau dennoch zu begehren?

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