Schneeblumen-Gedenkweg 2026 Markkleeberg-Leipzig
Im eisigen Regen wurden sie in der Nacht des 13. April 1945 vom KZ Buchenwald-Außenlager Markkleeberg ausgehend durch die verdunkelten Randbezirke Leipzigs getrieben: 1550 Zwangsar
beiterinnen – 1300 jüdische Ungarinnen und 250 französische politische Gefangene. Viele von ihnen überlebten den Marsch, der sie über Borsdorf, Bennewitz, Wurzen, Oschatz, Lommatzsch,
Meißen, Radeburg, Dresden, Teplitz nach Theresienstadt führen sollte, nicht. Für die meisten von ihnen war es aber ein entbehrungsreicher Weg in ein neues Leben. 81 Jahre nach der Lagerräumung laden wir Sie ein, einen Teil ihres Weges im Gedenken an die Gefangenen gemeinsam zu gehen. Keine von ihnen soll unter uns vergessen sein.Der Schneeblumen-Gedenkweg ist nicht nur eine Erinnerung an die beschämende Anpassung, die das Unrecht erst möglich gemacht hat. Er ist auch ein Zeugnis für die Kraft von Solidarität, Anteilnahme und menschlichen Werten. Zahava Szász Stessel erinnert sich, dass sie nach der harten Arbeit in den Rüstungsbetrieben im Lager gesungen, gedichtet, komponiert und die Lieder der jüdischen Feiertage angestimmt haben, um Kraft zur Bewältigung der schlimmen Erfahrungen zu gewinnen. Deshalb wird auch Musik am Gedenkweg erklingen.Einen äußeren und inneren Weg zu gehen und dies mit Musik zu verbinden, um den Eindruck zu vertiefen, ist ein Anliegen dieses Weges. Die Erinnerung soll nicht zusammen mit den letzten Zeitzeugen sterben. Wie in der jüdischen Kultur werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Gedenkweges nicht Zuschauer des Erinnerns, sondern Mitwirkende und damit lebendiger Teil der Erinnerung.Wir lassen uns unterwegs Zeit, das damalige Geschehen von Anpassung und Ausgrenzung in unsere persönliche Gegenwart zu holen: Was sind meine Feindbilder? Auf wen gehe ich den ersten Schritt zu? Feindschaft beginnt in uns, ebenso wie Anteilnahme und Solidarität. Zum Abschluss unseres Gedenkweges drücken wir mit Symbolen – Kerzen, Steinen, Blumen – unsere Anteilnahme mit den Frauen aus und teilen mit der jüdischen Gemeinde die Hoffnung, dass ein Neubeginn möglich ist.
Werner Schneider, Anja-Christin Winkler
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