Waffe Buchumschlag! Foto, Cover und Propaganda in den 1930er Jahren
Was das Schaufenster für den Laden, ist das Cover für das Buch. Ob Bild, Schrift, Farbgestaltung oder Haptik: Der Umschlag macht auf den Inhalt eines Buches neugierig, ohne zu viel zu verraten. Mit der Ausstellung „Waffe Buchumschlag!“ widmet sich das Deutsche Buch- und Schriftmuseum mit Blick auf die 1930er Jahre exemplarisch der Frage, wie sich in gesellschaftspolitisch aufgeheizten Zeiten auf den Covern von Büchern politische Diskurse und ideologische Kämpfe widerspiegeln – inwieweit der Buchumschlag zur Waffe wird.
Eine besondere Rolle spielt dabei die Fotografie: Durch den Hype der illustrierten Presse in den 1920er Jahren wurde das Foto zu einem Massenmedium und hat dadurch maßgeblich zum sogenannten „iconic turn“ der Epoche beigetragen. Seitdem Druckwerke massenhaft und kostengünstig hergestellt werden konnten, bot es sich an, Überzeugungsarbeit mithilfe fotografischer Bilder zu betreiben. Aber erst durch die Einführung des allgemeinen Wahlrechts nach dem Ersten Weltkrieg entwickelten politische Parteien Strategien zum Einsatz von Fotografie als Propagandainstrument.
Die Ausstellung widmet sich Druckwerken dieser Zeit mit Schwerpunkt auf österreichische Publikationen, deren Verlage auch in Deutschland, insbesondere in Leipzig, tätig waren und bisher wenig erforscht sind. Anhand von rund 100 Beispielen präsentiert die Ausstellung exemplarisch die Experimentierfreude bei der Covergestaltung mittels Fotografie und Typografie in den 1930er Jahren. In sechs Kapiteln zeigt die Schau, wie die öffentliche Meinung mit dem Medium Cover beeinflusst wurde und wie die neuen fotografischen Reproduktionstechniken den Buchgestalter*innen innovative Wege für ihre Arbeit mit visuellen Materialien ebneten.
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