Bu sözler bizim — Die Worte gehören uns

Bühne/Theater
Oper
Show

„wir wohnen irgendwo in deutschland“ — so beginnt Yade Yasemin Önders Stück, doch dieser scheinbar normale Satz beschreibt in „Die Worte gehören uns“ das Gegenteil einer Normalität. Hier, in dem Land, das für die Familie von Lale und Lilo ein Zufluchtsort ist, scheint im familiären Mikrokosmos nichts zu stimmen: Mama liegt nur noch auf der Couch, seit Papa ihr das Schreiben verboten hat. Lilo muss damit klarkommen, dass er einen „Mädchennamen“ trägt. Und als Einzige in der Familie spricht Lale kein Türkisch. Als die Dinge um sie herum zu verschwinden beginnen, und schließlich sogar Mama nicht mehr zu finden ist, scheint der letzte Halt für die beiden Kinder verloren.

Warum Lale mit ihrer Elternsprache so gar nichts anfangen kann, warum Mamas Schreiben, das ihr wichtig war, alle in Gefahr bringt, wieso die Wörter und die Sätze auseinanderfallen zu einzelnen Buchstaben — und was dieses Zerfallen mit der Politik in der Türkei, dem Land, aus dem Lales und Lilos Eltern fliehen mussten, zu tun hat — das finden die beiden Geschwister mit der Hilfe eines ganz unerwarteten, neuen und doch uralten Freundes heraus: ein sprechendes und fliegendes Sofa, das sie auf eine märchenhafte Reise durch ganz Europa entführt.
„Bu sözler bizim — Die Worte gehören uns“ trägt die Zweisprachigkeit nicht nur im Titel: Die Reise der Geschwister bringt sie räumlich ihrer Herkunft näher, sie führt aber auch durch die Zeit und vor allem an den Grenzen der Sprache entlang. Türkisch und Deutsch fließen poetisch ineinander, das Spiel mit den Sprachen wird zu einer Auseinandersetzung mit der Frage nach Identitäten.

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