Klimabuchmesse 2026: Zerstörung und Neuanfang: Das Mitteldeutsche Braunkohlerevier in Kultur und Konzernkritik – Vorgestellt vom Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre e.V.

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120 Jahre Braunkohletagebau in Deutschland haben tiefe Spuren hinterlassen: Mehr als 300 zerstörte Orte, 120.000 umgesiedelte Menschen und eine verwüstete Fläche von 1.000 Quadratkilometern in der Lausitz, im Leipziger Land und im Rheinland. Doch mit dem Kohleausstieg beginnt ein neues Kapitel. Die Veranstaltung „Zerstörung und Neuanfang. Das Mitteldeutsche Braunkohlerevier in Kultur und Konzernkritik“ will unterschiedliche Zugänge zu einer gigantischen Umweltzerstörung schaffen, menschliche Schicksale greifbar machen und gesellschaftliche Handlungsoptionen aufzeigen.
Bürgerinitiativen und Nichtregierungsorganisationen ist es mit zivilgesellschaftlichem Widerstand gegen die großen Energiekonzerne gelungen, einen früheren Ausstieg aus der Braunkohle zu erreichen und dadurch Dörfer wie Keyenberg im Rheinischen Revier und Pödelwitz im Mitteldeutschen Revier zu retten. Nun stehen die Großkonzerne LEAG, MIBRAG und RWE in der Pflicht, die kilometerlangen Gruben auf eigene Kosten, zum Teil aber auch mit Landes- und Bundesmittel, in sichere und anspruchsvoll gestaltete Landschaften zu überführen und die Nachsorge zu garantieren.
Das Ende des Braunkohlebergbaus in Deutschland konfrontiert mit schwierigen ökologischen Fragen. Zugleich bietet sich die Chance, die riesigen Tagebaue in Braunkohle-Nachfolgelandschaften zu verwandeln – eben in andere Landschaften. Der Autor und Spaziergangsforscher Bertram Weisshaar liefert hierzu mit seinem neuen Buch „Letzte Kohle. Andere Landschaften“ überraschende Anregungen aus unterschiedlichen Perspektiven. In Bild und Text vermittelt er die Ästhetik der Landschaften am Grund der Tagebaue und gibt einen Überblick über die Bergbausanierung seit 1990.

Verena Landau, freischaffende Künstlerin und Dozentin am Institut für Kunstpädagogik der Universität Leipzig, hat in ihren Werken immer wieder einen Zusammenhang zwischen der Kunst und der Welt der Konzerne hergestellt. Ihre „Edition pass_over“ (2006) vermittelt einen Eindruck von der kalten Atmosphäre auf Aktionärsversammlungen. Eine nach einem Besuch des Mitteldeutschen Reviers entstandene Postkartenserie zeigt Ansichten des Dorfes Pödelwitz, das vor dem Abbaggern gerettet wurde.

Franzi Knauer und Nora Mittelstädt haben mit dem Verein „Pödelwitz hat Zukunft“ seit 2020 das Ziel, ein Modelldorf im Sinne des sozial-ökologischen Wandels zu entwickeln. In dem Ort südlich von Leipzig am Rande des Tagebaus Vereinigtes Schleenhain wurde ein erstes Grundstück gekauft, der Vielseithof. Hier entsteht Schritt für Schritt ein inklusives Wohnen und Arbeiten mit einer solidarischen Landwirtschaft. Die Vereinsmitglieder berichten von Visionen, Herausforderungen und ersten Schritten. 2021 verlieh der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre dem Verein den konzernkritischen „Henry Mathews Preis“. Die vor 40 Jahren gegründete Aktionärsvereinigung und Nichtregierungsorganisation fordert von börsennotierten Konzernen wie beispielsweise RWE mehr Verantwortung für Klima- und Umweltschutz sowie Menschenrechte. Markus Dufner, Geschäftsführer des Dachverbands, erklärt, wie es mit nur einer Aktie möglich ist, auf Hauptversammlungen Konzerne zu mehr Nachhaltigkeit zu drängen.

Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre e.V. statt.
Eintritt frei

Eine Veranstaltung der Klimabuchmesse im Rahmen von Leipzig liest.

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