Die Autorin Christiane Hoffmann im Gespräch mit UBL-Direktorin Anne Lipp
Ende der achtziger Jahre: eine Gruppe von jungen Frauen studiert Russisch. Sie lesen Dostojewski, trinken Wodka und reisen durch die Sowjetunion. Es ist eine Zeit des Aufbruchs, der Träume von einem demokratischen Russland und einem friedlichen Europa. Jahrzehnte später nimmt sich eine von ihnen das Leben. Es ist die Woche, in der Russland die Ukraine überfällt.
Hoffmanns Buch verbindet die Erinnerung an eine besondere Freundschaft mit der Geschichte der deutsch-russisch-ukrainischen Beziehungen, erzählt aus der persönlichen Anschauung der Autorin. Es tut dies auf eine Weise, die Raum lässt für Zweifel und Trauer, für Fragen und Ambivalenzen. Damit gibt Christiane Hoffmann den Debatten um Russland die emotionale Tiefe zurück, für die im ersten Schock nach dem Angriff kein Platz mehr war, und schlägt zugleich Brücken über die Gräben, die dieses Thema in die deutsche Gesellschaft eingezogen hat.
Christiane Hoffmann ist Autorin, Journalistin und Osteuropa-Expertin. Nach dem Studium der Slawistik, osteuropäischen Geschichte und Journalistik in Freiburg, Leningrad und Hamburg arbeitete sie fast 20 Jahre für die FAZ, unter anderem als Auslandskorrespondentin in Moskau und Teheran. Anfang 2013 wechselte sie in die Leitung des Spiegel-Hauptstadtbüro. Sie war zudem häufig Gast in Rundfunk und Fernsehen, bevor sie unter der Ampelkoalition Stellvertretende Sprecherin der Bundesregierung wurde.
Anne Lipp, geboren 1967 im siebenbürgischen Großprobstdorf, studierte Geschichtswissenschaft, Politikwissenschaft und Germanistik. Nach ihrer Promotion war sie wissenschaftliche Angestellte an der Universität Tübingen und danach ab 2001 bei der DFG tätig, wo sie zuletzt 15 Jahre die Gruppe Wissenschaftliche Literaturversorgungs- und Informationssysteme (LIS) leitete. Seit November 2022 ist sie Direktorin der Universitätsbibliothek Leipzig.
Veransaltung im Rahmen des Leipziger Litererischer Herbst 2026
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