Spidergawd & tba
Spätestens mit “Spidergawd III” (2016) war eigentlich alles aufgebraucht: all die Superlative, was Per Bortens Band angeht, sein Songwriting, dieses hochenergetische Hardrock-Amalgam, das verlässlich in lupenreine Hits gegossene Material. Eines vorweg: Mit dem achten Album hat sich daran nichts, aber wirklich gar nichts, geändert.
Im Gegenteil, diese bestimmte himmelhochjauchzende Energie bricht sich nach exakt 78 Sekunden zum ersten Mal Bahn – und wie: Die Akkordverschiebung von der Strophe zur Bridge des Auftaktstücks “The Grand Slam” ist ein Moment zum Pferdesatteln, um in Richtung Horizont davon zu galoppieren. Im Verlauf des Stückes werden buchstäblich alle Trademarks abgehakt: umgedrehte Beats, Slide-Gitarren aus einem anderen Universum, Breakdown mit isoliertem Gesang, Wiedereinstieg, Abfahrt, Outro, Applaus! Im Ernst: Wem hier nicht vor lauter Euphorie das Wasser in die Augen steigt, der hat nur einen Knorpel, wo bei anderen das Herz schlägt.
Stichwort Herz: Mit dem hatte Spidergawd-Vordenker Borten zuletzt Probleme und musste in Sachen Gesundheit einiges verpacken. Ein Grund, warum die Songs inhaltlich diesmal persönlicher klingen als in der Vergangenheit. Dieses bis zur Unendlichkeit reichende, achte Album feiert eine Art Wiedergeburt, den Tag danach, noch ganz aufgewühlt vom Blick in den Abgrund. „Coming back to my senses“, singt Borten im epischen Schlussstück “Winter Song”, einer bleischweren Ballade aus dem Permafrost. (aus der Review von Ingo Scheel / VISIONS)
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