Das Telefon kam wie ein Paukenschlag in die Welt. Ab 1900 eröffnete es völlig neue Möglichkeiten, über weite Distanzen hinweg miteinander zu sprechen und Informationen auszutauschen. Doch die Verbindungen zwischen Menschen und den national organisierten Telefonnetzen wurden noch von Hand hergestellt – meist von jungen Frauen. Als Telefonistinnen verbanden sie nicht nur Gesprächspartner und -partnerinnen miteinander. Sie regulierten, optimierten und stabilisierten ein komplexes Dreieck aus Sprache, Technik und Menschen. Die Telefonzentrale wurde zu einem Experimentierfeld: ein Ort, an dem ein pragmatisches Verständnis von Sprache, Kommunikation und menschlicher Interaktion entwickelt wurde. Der Thomasius Club fragt bei Larissa Schüller – Autorin des Buches „Kommunikationsarbeit in Telefonzentralen“ – nach, wie diese Frauen der Vermittlung unsere Kommunikationswelt geprägt haben und wie ihre Arbeit bis heute nachwirkt.
Larissa Schüller war wissenschaftliche Assistentin am Deutschen Seminar der Universität Zürich, wo sie mit ihrem zwischen der Geschichts- und Sprachwissenschaft angesiedelten Projekt in der Kulturanalyse promovierte. Seit 2025 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Pädagogischen Hochschule Zug.
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Das Gespräch führen Thomas Schmidt-Lux und Ringo Rösener. Eintritt frei.
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Der Thomasius Club ist eine offene Gesprächsrunde, die Wissenschaftler*innen einlädt und zu aktuellen Themen ihrer Forschung befragt. Das Programm des Thomasius Clubs wird von einer kleinen Gruppe Aktiver sorgfältig ausgewählt und beschlossen.Seinen Namen trägt der Thomasius Club in Erinnerung an den Leipziger Philosophen und Rechtsgelehrten Christian Thomasius, der im Jahr 1688 seine Monatsgespräche zu veröffentlichen begann. An die Idee dieser Zeitschrift, in deutscher Sprache wissenschaftliche Inhalte zu vermitteln, schließt auch der Thomasius Club an. Die ca. einstündigen Gesprächsrunden werden als Podcast für Interessierte bereitgestellt (http://www.thomasius-club.de).
Unterstützt von L.I.S.A. – Das Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung, der UB Leipzig und dem Institut für Kulturwissenschaften Leipzig.
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