• Kunst und Kultur

Werkstattgespräche zur Zeit/Geschichte:
Kampfgeist, Kreativität und Kontaktanzeigen. Lesbisches Leben in der DDR
Vortrag und Gespräch mit Lisa Leticia Weitzmann (Studentin am Historischen Seminar der Universität Leipzig)
In Kooperation mit dem Historischen Seminar der Universität Leipzig
Eintritt frei

Was bedeutete es, in der DDR als lesbische Frau zu leben? Homosexualität zwischen Frauen war nicht gesetzlich verboten – im Gegensatz zu männlicher Homosexualität, die bis 1968 strafbar war. Das hieß jedoch nicht, dass sie staatlich oder gesellschaftlich toleriert wurde. Homosexuelle Frauen mussten kreative Wege finden, sich untereinander kennenzulernen und zu vernetzen. Oft genug wurde lesbisches Leben sogar als ‚asoziales Verhalten‘ verfolgt.

Doch lesbische Frauen nahmen diese diskriminierenden Verhältnisse keineswegs passiv hin. Stattdessen bildeten sie widerständige Strategien heraus, um sich im Rahmen der sozialen und rechtlichen Umstände Raum für selbstbestimmtes Handeln zu verschaffen. Ihre Methoden reichten von kreativ genutzten Kontaktanzeigen über informelle Netzwerke und Treffen in Privatwohnungen bis hin zur organisierten Lesbenbewegung, die sich unter dem Schutz der evangelischen Kirche zusammenschloss.

Lisa Leticia Weitzmann ist in ihrer Staatsexamensarbeit der Geschichte lesbischer Lebensrealitäten und Handlungsspielräume in der DDR nachgegangen und stellt im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig ihre Ergebnisse zur Diskussion. Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Werkstattgespräche zur Zeit/Geschichte“. Regelmäßig stellen Studierende und Absolventinnen beziehungsweise Absolventen des Historischen Seminars der Universität Leipzig ihre Forschungsprojekte außerhalb des akademischen Raums zur Diskussion. Besucherinnen und Besuchern eröffnet die Reihe neue Perspektiven auf die universitäre Forschung und lädt zum Mitdiskutieren ein.

Lisa Leticia Weitzmann studiert an der Universität Leipzig die Fächer Deutsch und Geschichte für das Lehramt am Gymnasium.