Verborgenes Leipzig: Waldstraßenviertel

Das Waldstraßenviertel ist Deutschlands größtes zusammenhängendes Gründerzeitviertel. Nimm dir Zeit für einen Rundgang durch eines der prunkvollsten Viertel Leipzigs und lasse dich von den architektonischen Schätzen beeindrucken. Bei Verborgenes Leipzig erfährst du alles, was du bei einem Spaziergang durch das Waldstraßenviertel wissen musst.

Lage
Geschichte
Architektur
Führungen
Pause

Lage

Das Waldstraßenviertel liegt in unmittelbarer Nähe zur Leipziger Innenstadt. Das Sportforum erreichst du ebenfalls in wenigen Gehminuten und das idyllische Rosental ist nur einen Steinwurf entfernt. Genauer gesagt ist der Stadtteil im Norden durch die Leutzscher Allee, den Zöllnerweg und die Emil-Fuchs-Straße begrenzt. Im Süden grenzt die Käthe-Kollwitz-Straße an. Die östlichen Randpunkte sind die Pfaffendorfer Straße und der Goerdelerring. Im Westen wird das Waldstraßenviertel durch die Friedrich-Ebert-Straße eingegrenzt.

Geschichte

Prunkvolle Häuser und die Lage direkt am Wasser machen das Waldstraßenviertel so idyllisch. ©Andreas Schmidt
Prunkvolle Häuser und die Lage direkt am Wasser machen das Waldstraßenviertel so idyllisch. ©Andreas Schmidt

Auf dem Gebiet des heutigen Waldstraßenviertels befanden sich zunächst slawische Siedlungen. Die Elster-Pleiße-Aue lieferte ihnen das lebensnotwendige Wasser. Durch die umfangreichen Flussregulierungsarbeiten im 10. bis 12. Jahrhundert, der Verlegung der Parte und dem Bau des Elstermühlgrabens kamen schnell neue Ansiedlungen hinzu. Die Siedlungen gehörten jedoch nicht zu Leipzig, sondern befanden sich vor den Toren der Stadt. Das änderte sich im 15. Jahrhundert, denn mit wachsender Bevölkerungszahl konnte sich die Stadt Leipzig nicht mehr selbst ernähren und kaufte die Siedlungen vor ihren Toren samt deren großem Produktionspotential. Der Boom in Leipzig war nicht aufzuhalten. Ab 1830 begann die Entwicklung zur Großstadt und die Einwohnerzahlen stiegen weiter rasant an. Neuer Wohnraum musste her. Die Hoffnung, das Gebiet des heutigen Waldstraßenviertels als Bauland zu nutzen, wurde durch das immer wiederkehrende Frühjahrshochwasser zerstört. Erst durch den Bau des Elster-Saale-Kanals konnte das Waldstraßenviertel ab den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts ausgebaut werden. Leipzig entwickelte sich zur Geschäfts- und Handelsmetropole, aber auch zum kulturellen und geistigen Zentrum. Aus diesem Grund wurde Leipzig für jüdische Händler und Geschäftsleute immer attraktiver. Die überwiegend aus Osteuropa stammenden Juden fanden vor allem in dem neuen und modernen Waldstraßenviertel eine neue Heimat. Jüdische Kultur und jüdisches Leben waren für Jedermann im alltäglichen Leben des Viertels sichtbar. Bald wurde der Stadtteil im Volksmund Neu-Jerusalem genannt.

Architektur

Bei einem Spaziergang im Waldstraßenviertel wirst du viele architektonische Schätze entdecken. ©Andrteas Schmidt
Bei einem Spaziergang im Waldstraßenviertel wirst du viele architektonische Schätze entdecken. ©Andreas Schmidt

Bei einem Spaziergang durch das Waldstraßenviertel musst du aufpassen, dass dir bei so viel schöner Architektur nicht der Atem stockt. Auf relativ kleiner Fläche erlebst du eine Zeitreise durch die Wohnungsbaugeschichte Leipzigs von 1830 bis heute. Zwischen dem Naturkundemuseum und dem Mückenschlösschen erlebst du schlichte Wohngebäude aus der Zeit vor 1840, prachtvolle Vorstadthäuser aus der Zeit zwischen 1840 und 1870, gründerzeitliche Mietshäuser und Villen aus der Zeit bis 1900, Wohngebäude der Jugendstilarchitektur um und nach 1900, Gebäude aus den Jahren 1920 bis 1940 und schließlich auch der Wohnhausarchitektur nach 1900. Im Hof der Jahnallee 6 findest du das älteste erhaltene Wohnhaus. Die älteste Bausubstanz des Wirtschaftsgebäudes der ehemaligen Ratsziegelei stammt von 1740. Sogar der Erbauer des Völkerschlachtdenkmals Clemens Thieme hat seine Spuren im Waldstraßenviertel hinterlassen. Er besaß in der Tschaikowskistraße 4 ein prunkvolles Wohnhaus.

Führungen

Diesen Blick genießt du von der Liviastraße aus auf den Elstermühlgraben. ©Andreas Schmidt
Diesen Blick genießt du von der Liviastraße aus auf den Elstermühlgraben. ©Andreas Schmidt

Du willst das Waldstraßenviertel nicht alleine entdecken? Der Bürgerverein Waldstraßenviertel e.V. bietet geführte Touren in der Regel jeden 1. und 3. Samstag im Monat an. Lasst euch Häusergeschichten erzählen, erfahrt mehr über die Architektur oder wandelt auf jüdischen Spuren im Stadtteil. Weitere Touren entführen euch in die Gründerzeit, erklären euch das Gewässerkonzept der Stadt Leipzig oder lassen euch Leipzig von seiner sportlichen Seite erleben. Treffpunkt ist jeweils um 14 Uhr am Bürgerbüro des Vereins. Die 1,5 bis 2-stündigen Führungen kosten 7 Euro pro Person.

Pause

Wo früher Wurst und Schinken von der Wand hing, kannst du heute selbstgebackene Kuchen und Kaffee genießen. ©Tom Schulze
Wo früher Wurst und Schinken von der Wand hing, kannst du heute selbstgebackene Kuchen und Kaffee genießen. ©Tom Schulze

Bist du müde vom vielen Rumlaufen? Kein Problem, im Waldstraßenviertel findest du viele schöne Cafés, in denen du entspannen kannst. In der quirligen Gottschedstraße nahe des Zentrums reiht sich ein Café an das Nächste. Eine ganz besondere Atmosphäre erlebst du jedoch im Café Fleischerei auf der Jahnallee. Der Name kommt nicht von irgendwoher. Das Café war tatsächlich früher eine Fleischerei. Die Wursthaken und die Kuh auf der kunstvoll verzierten Art-déco Decke beweisen es. Doch keine Sorge, du musst deinen Kaffe nicht zwischen herabhängenden Schinken und Steaks trinken. Statt Fleisch gibt es ein wechselndes Angebot an selbstgebackenen Kuchen und Tartes. Bei den wunderschön gekachelten Wänden vergisst man allerdings schnell das Essen.

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Augustusplatz 9
04109 Leipzig
Tel. +49 (0)341 7104-340
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