Das Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv Leipzig stellt zur Leipziger Buchmesse am Donnerstag, 19. März 2026, neue Publikationen über das Wirken der Staatssicherheit aus der Reihe „Die DDR im Blick der Stasi“ vor. In begleitenden Gesprächen schildern Zeitzeugen ihren Blick auf die geschichtlichen Ereignisse.
Um 17 Uhr wird die Publikation „Die DDR im Blick der Stasi 1973. Die geheimen Berichte an die SED-Führung“ präsentiert. Im Sommer 1973 trafen sich in Ost-Berlin im Rahmen der X. Weltjugendfestspiele nationale und internationale Delegationen zu Wettkämpfen und Kulturveranstaltungen. Die SED präsentierte die DDR als weltoffenes Land und erfreute sich, kurz vor ihrer Aufnahme in die Vereinten Nationen, an der internationalen Anerkennung. Gleichzeitig lehnte sie innenpolitische Lockerungen wie Reise- oder Meinungsfreiheit ab. Dieser Widerspruch zwischen Öffnung und Abschottung prägte das Jahr 1973 in der DDR und zeigt sich in Stasi-Berichten an die SED-Führung. Dietrich Kessler nahm als Mitglied der Rockband „Klosterbrüder“ an den Weltjugendfestspielen 1973 teil und erzählt von seinen Erlebnissen.
Um 19 Uhr folgt die Präsentation der Publikation „Die DDR im Blick der Stasi 1985 und 1986. Die geheimen Berichte an die SED-Führung“. Michail Gorbatschow, seit März 1985 neuer KPdSU-Generalsekretär, passte nicht in das damalige Bild kommunistischer Machthaber: Deutlich jünger als seine Vorgänger, wirkte er vital, locker und der Welt zugewandt. Schnell verbanden sich mit ihm Hoffnungen auf Veränderungen. Die SED-Führung dagegen hielt Reformen für unnötig und die Stasi fürchtete gar eine Untergrabung der kommunistischen Herrschaft. Das Spannungsfeld zwischen Reformerwartungen, Krisenstimmung und sozialistischem Alltag der 1980er Jahre ist ein Themenschwerpunkt der Bände 1985 und 1986. Uwe Schwabe berichtet von der oppositionellen Bewegung in Leipzig und den Erwartungen, die sich nach 1985 an Gorbatschow richteten.
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