Titelgrafik des Podcasts "Willkommen in Leipzig - Der Podcast für deine Leipzig-Reise" mit Konterfei des Völkerschlachtdenkmals und einer untergehenden Sonne und einem Stand Up Paddler auf dem Wasser mit der Leipziger Skyline im Hintergrund, Sehenswürdigkeiten, Freizeit, Familie, Kinder

„Willkommen in Leipzig“ Podcast Folge 4 – Kulinarische Stadtführung durch Leipzig

Die neue Podcastfolge von „Willkommen in Leipzig-Der Podcast für deine Leipzig Reise“ lässt dir das Wasser im Mund zusammenlaufen. Mit Axel und Paula begeben wir uns auf eine Reise durch die kulinarischen Highlights von Leipzig. Ein kleiner Tipp vorab: Nicht mit leerem Magen genießen! 😅

Die Szene der Leipziger Kulinarik ist riesig. Da wir uns schlecht durch alle Lokale futtern können, ohne zu platzen, stellen wir in dieser Podcastfolge zwei kulinarische Spezialitäten der Stadt Leipzig vor. Zu Gast ist Ina Thyrolf von Allerleipzig. Als Expertin für das Leipziger Essen kann sie uns eine Menge zu der kulinarischen Geschichte der Stadt erzählen. Sei gespannt!

Eine Gruppenführung bei den kulinarischen Stadtführungen von Allerleipzig, Gastronomie, Café, Kaffee
Bei den Touren von Allerleipzig entdeckt man Leipzigs kulinarische Highlights. © Daniel Remler

Leipziger Allerlei

Das erste Gericht, was wir heute genauer unter die Lupe nehmen, ist das Leipziger Allerlei. Dazu begeben wir uns ins Restaurant Mein Leipzig nahe der Innenstadt. Hier wird von Montag bis Freitag täglich frische regionale Küche mit internationalen Komponenten zubereitet. Als versteckte Perle in der Käthe-Kollwitz-Straße gilt das Restaurant als echter Geheimtipp jenseits der Touristenmeilen.

Im Dezember 2008 hat sich der gelernte Koch Garrit Oswald mit dem Restaurant einen Traum erfüllt. Nach einem Besuch in Leipzig hat er sich in die Stadt verliebt und mit Mein Leipzig den perfekten Ort gefunden, um seiner Liebe zum Kochen nachzugehen. Seit mittlerweile 12 Jahren werden in der Küche von Mein Leipzig Gerichte neu interpretiert – so auch das Leipziger Allerlei!

Blick in den Gastraum des Restaurants Mein Leipzig in der Käthe-Kollwitz-Straße, Gastronomie, Freizeit, Allerleipzig
Paula und Axel besuchen das Mein Leipzig in der Käthe-Kollwitz-Straße. © Mein Leipzig

Das Leipziger Allerlei verfolgt eine langjährige Geschichte. Was einst als Festessen galt, hat heutzutage augenscheinlich seinen Charme verloren. Das Gericht ist oft negativ behangen und wird fälschlicherweise mit dem Dreierlei aus Erbsen, Möhren und Blumenkohl in Verbindung gebracht, das meist als Schulessen serviert wird. Doch ich kann dich ganz bestimmt vom Gegenteil überzeugen!

Bis ins 19. Jahrhundert hinein war Leipziger Allerlei ein aufwendig zubereitetes Festessen aus weißem Spargel, Karotten, Erbsen, Blumenkohl, Flusskrebsschwänzen und Morcheln. Die Gemüsekomponenten wurden wahlweise durch ähnliche Gemüsesorten ersetzt. Charakteristisch für das Gericht war jedoch die Verwendung von sehr viel Butter. Die Weißweinsauce erhielt durch die Zugabe von Krebsbutter eine leicht rötliche Farbe. Traditionell wurden zum Leipziger Allerlei luftig flockige Semmelklöschen serviert.

Nach den Napoleonischen Kriegen 1815 verschwand das Essen allmählich. Der Stadtschreiber empfahl den Bürgern damals vor Steuereintreibern und Bettlern zu zeigen, dass es bei ihnen nichts zu holen gäbe. Also wurden die opulenten Bestandteile des Essens weggelassen und aus dem Leipziger Allerlei wurde ein Dreierlei an Gemüse.

Heute muss man nach einem echten Leipziger Allerlei regelrecht suchen, da es standardmäßig nur noch auf sehr wenigen Speisekarten zu finden ist. Darum führt uns das Gericht ins Restaurant Mein Leipzig. Hier steht das Leipziger Allerlei leicht abgewandelt und neu interpretiert noch immer auf der Speisekarte.

In der neuen Interpretation, welche zur kulinarischen Philosophie des Hauses passt, werden die Erbsen durch Zuckerschoten ersetzt. Zudem hat man die Morcheln aus dem Gericht verbannt, was das Gericht auf keinen Fall abwertet. Morcheln haben einen sehr speziellen säuerlichen Geschmack und eine gummiartige Konsistenz, weshalb sie nicht jedermanns Sache sind. Da Morcheln außerdem sehr kostspielig sind werden sie durch Austernpilze und braune Champignons ersetzt. Zudem muss der weiße Spargel dem aromatischeren grünen Spargel weichen. Die Krebsbuttersauce wird mit Fischfond angesetzt. Komplett wird das Gericht durch ein Doradenfilet und einem Graupenrisotto. Wenn das mal nicht köstlich klingt!? 🤤

Leipziger Lerche

Eine Frau hält eine Leipziger Lerche in der Hand, Gastronomie, Tradition, Geschichte, Kulinarik, Kaffeehauskultur, Café Maître
Die Leipziger Lerche ist ein heimisches Gebäck mit langer Tradition. © Romeo Felsenreich

Egal wie voll man ist, zu jeder köstlichen Mahlzeit gehört ein leckeres Dessert, nicht wahr? Und da gibt es in Leipzig wohl nichts Passenderes als die Leipziger Lerche!

Ebenso wie das Leipziger Allerlei hat auch die Leipziger Lerche nicht die glamouröseste Geschichte erlebt. Das Gebäck zählt heute zu den Spezialitäten Leipzigs doch in seiner ursprünglichen Form wird es seit über 100 Jahren nicht mehr verspeist.

Ursprünglich wurde als Leipziger Lerche die Feldlerche verspeist. Man hat den kleinen Vogel zu Pasteten verarbeitet oder gefüllt mit Speck ummantelt oder mit Lorbeerblättern zusammengebunden gebraten. Der Bestand der Feldlerche ging dadurch jedoch so rapide zurück, dass König Albert von Sachsen den Fang von Singvögeln 1876 verboten hat. Zu dieser Zeit wütete in Leipzig ein heftiges Unwetter, bei dem Hagelkörnern so groß wie Hühnereier vom Himmel fielen. Nach dem Unwetter lagen viel tote Tiere auf den Straßen von Leipzig und so hat es den Leipzigern den Appetit nach der Leipziger Lerche verdorben.

Heutzutage erinnern nur noch die Kreuze auf dem Teig der Leipziger Lerche an den zusammengebundenen Vogel, der damals verspeist wurde. Ein Körbchen aus Mürbeteig mit einer Füllung als Mandeln, Marzipan und einem Klecks roter Marmelade, der das Herz der Lerche symbolisiert, ist heute als Leipziger Lerche bekannt. Über die Füllung wird eine Teigdecke gelegt und das Körbchen mit Teigstreifen verschnürt.

Blick auf den Eingang und den Freisitz des Café Maître auf der Karl-Liebknecht-Straße in der Südvorstadt, Gastronomie, Kaffeehauskultur
Im Café Maître kann man auch draußen gemütlich sitzen. © Robin Kunz Fotografie

Die Beste Leipziger Lerche gibt es übrigens in der Pâtisserie des Café Mâitre auf der Karl-Liebknecht-Straße. Durch die feuchte Konsistenz ist die Leipziger Lerche dort ein besonderer Leckerbissen.

Das Kultgebäck gibt es als vegane oder glutenfreie Version übrigens auch in der Bäckerei Brotgefühle gegenüber den Höfen am Brühl im Herzen von Leipzig.

Leipziger Spezialitäten

Ein Braumeister der Gosebrauerei im Bayerischen Bahnhof zeigt interessierten Gästen die Kupferkessel der Brauanlage, Gastronomie, Leipziger Spezialitäten
Im Bayerischen Bahnhof befindet sich die Gosebrauerei. © Andreas Schmidt

Mit dem Leipziger Allerlei und der Leipziger Lerche sind wir natürlich noch nicht am Ende der Leipziger Spezialitäten angekommen. Zu den regionalen Spezialitäten gehört außerdem der Leipziger Allasch – ein Kümmellikör. Der Likör besitzt seine Wurzeln eigentlich im Baltikum und ist erst in den frühen 1920er Jahren durch Willhelm Horn nach Leipzig gekommen.

Genauso wie der Leipziger Allasch zählt auch die Leipziger Gose zu den Spezialitäten der Stadt. Sie gilt als eines der ältesten Biere der Welt. Die Leipziger Gose hat Mitte des 19. Jahrhunderts ihren Weg nach Leipzig gefunden, da einem Dessauer Regent das Bier hier nicht schmeckte. Heute wird das Bier im großen Stil im Bayerischen Bahnhof gebraut.

Wissen für Angeber: Die Leipziger Gose wird nicht nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut. Durch die Zugabe von Milchsäure, Koriander und Kochsalz kommt zu der alkoholischen Gehrung außerdem noch eine bakterielle Gehrung, die die Gose extrem sauer macht.

Ein Tisch auf dem Freisitz des Café Kandler an der Thomaskirche voll bedeckt mit leckeren Leipziger Räbchen mit Vanillesauce und dem bekannten Kaffee des Kaffeehauses, Gastronomie
Im Café Kandler gibt es leckere Leipziger Räbchen mit fabelhaftem Kaffee! © Steve Hänisch / Backpacker.org

Etwas unbekannter aber ebenso köstlich sind die Leipziger Räbchen. Die süße Spezialität besteht aus einer mit Marzipan gefüllte Backpflaume. Die Pflaume wird in einem pfannkuchenartigem Teig gewälzt und anschließend gebacken. Serviert wird der Leckerbissen traditionell mit Vanille Sauce.

Kulinarische Stadtführungen

Dir hat dieser kleine Vorgeschmack der kulinarischen Stadtführungen gefallen? Dann buch dir deine kulinarische Stadtführung bei Allerleipzig ganz einfach per Telefon oder übers Internet. Die Touren führen durch die verschiedenen Stadtteile Plagwitz, Südvorstadt und ganz neu mit dabei das Musik- und Bachviertel. Allerleipzig berät dich gerne am Telefon und gemeinsam findet ihr die passende Stadtführung für dich

Weitere kulinarische Stadtführungen bieten Leipzig food tours und eat the world tour.

Noch mehr kulinarische Geheimtipps erwarten dich im Podcast. Hör rein!

Blick in den Gastraum des Kaiserbads das damals eine alte Eisengießerei war, Industriekultur, Gastronomie, Bar
Das Kaiserbad war damals eine alte Eisengießerei. © Philipp Kirschner
  • Don Kichot – Kumpir
  • Kaiserbad – saisonale heimische Küche mit modernem Twist
  • Mio – familienfreundlicher Italiener
  • Shady – orientalische Küche
  • Olive Tree – bester Döner
  • Auerbachs Keller – historisches Restaurant
  • Falco – Leipzigs 3 Sterne Koch
  • Restaurant in der Niemeyers Sphere – atemberaubendes Ambiente

In der nächsten Podcastfolge startet Staffel 2 von „Willkommen in Leipzig“. In dieser Staffel dreht sich alles Rund um das Thema Musikstadt. Auf keinen Fall verpassen!

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Posted by: Vanessa Burghardt
Als gebürtige Leipzigerin hat Vanessa ihre ersten Lebensjahre im südlichen Stadtteil Lößnig und später in Plagwitz verbracht bis es ihre Familie 2010 aufs Land zog. Doch ihre Leipzigliebe ist bis heute nicht erlischt. Ganz im Gegenteil: Neben ihrem Studium liebt sie es die Stadt immer wieder neu zu erkunden und bisher unentdeckte Ecken zu besuchen.

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