So says the drum (50. Leipziger Jazztage)

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Brasilianisches Duo, ansässig in Köln: Perkussion als Medium der Kommunikation und des kollektiven Gedächtnisses – eine Live-Performance, die Ritual, Improvisation und technologische Experimente kombiniert und neue Formen transmedialer Klangkunst eröffnet.
In Brasilien, dem Herkunftsland von Bella Comsom und Bruna Cabral, steht die Trommel für weitaus mehr als Rhythmus. So gilt sie als uralte Technologie und verschlüsselte Sprache: ein Medium der Kommunikation und des kollektiven Gedächtnisses, in dem sich auch Erfahrungen von Widerstand und Gemeinschaft spiegeln.

Diese komplexe Traditionslinie greifen die beiden in Köln lebenden Künstlerinnen mit ihrem neuen Programm nun auf. Dass ausgerechnet Comsom und Cabral diese Idee verwirklichen, mag zunächst überraschen: Denn beide haben in der Vergangenheit an zahlreichen transdisziplinären, experimentell ausgerichteten Projekten mitgewirkt. Die Leitidee von Bella Comsoms künstlerischem Schaffen dreht sich um das Konzept »Catching without Capturing«: kolonialen Gesten soll ein Musizieren entgegengesetzt werden, das auf Wechselseitigkeit beruht. Sie arbeitet mit reaktiven Lichtinstallationen und elektronischen Manipulationen, verwandelt Klänge und Geräusche in immersive Klanglandschaften und lässt dabei auch Naturmotive wie verfremdete Vogelrufe aufscheinen. Bruna Cabral hingegen schwingt virtuos die Schlägel am Schlagzeug. So verbinden sich synthetische Klänge mit brasilianischen Rhythmen und performativen Elementen – eine Klangsprache, die auch auf Cabrals Solo-Debütalbum »Mana« eindrucksvoll zu erleben ist.

»So sagt es die Trommel« – ein wahrsprechender Satz. Doch was sagt sie eigentlich? Vielleicht keine Botschaft, die sich in Worte übersetzen lässt, sondern eine Sprache eigener Art: aus Rhythmus, Erinnerung und Resonanz.
(Text: Lennart Winterkemper)

Aperçu des rendez-vous