Um die Erinnerung an die Friedliche Revolution in Leipzig wachzuhalten, verbindet die Stadt Elemente einer lebendigen Erinnerungskultur mit der sichtbaren Verankerung im öffentlichen Raum. 20 Stelen markieren wichtige Originalschauplätze des demokratischen Aufbruchs von 1989 und 1990. An jedem dieser Orte fanden Aktionen statt, die entscheidend zum Sturz der SED-Diktatur beitrugen. Fotos und Texte auf Deutsch und Englisch vermitteln die Besonderheit, Vielschichtigkeit und Einmaligkeit der Friedlichen Revolution in Leipzig.
Mit der mehrsprachigen App “Leipzig '89” könnt ihr diese Orte auf eigene Faust erkunden. Der GPS-gestützte Stadtrundgang führt zu allen Stelenstandorten und macht die Ereignisse von 1989 direkt im Stadtraum hör- und sichtbar. Originale Fotos, Dokumente und zeitgenössisches Filmmaterial ergänzen die Hörführung. QR-Codes an den Stelen ermöglichen den direkten Einstieg in die jeweilige Station.
Am Goerdelerring lädt die frei zugängliche Open-Air-Ausstellung “Von der Burg zur Stasi-Zentrale” dazu ein, die vielschichtige Geschichte des Matthäikirchhofs nachzuvollziehen. Archäologische Funde und historische Zeugnisse erzählen vom Ursprung Leipzigs über Zerstörung und Diktatur bis zum demokratischen Aufbruch. Ergänzend führt der Audiowalk “Matthäikirchhof Leipzig - Die Keimzelle der Stadt” der Leipziger Künstlerin Diana Wesser in 89 Minuten durch die unterschiedlichen Zeitschichten des Areals. In neun Hörstationen kommen Expertinnen und Experten sowie Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zu Wort.
Eine weitere digitale Karte macht die ehemaligen konspirativen Wohnungen im Leipziger Stadtgebiet sichtbar. Diese geheimen Trefforte nutzte die Stasi unter anderem für Zusammenkünfte mit Inoffiziellen Mitarbeitern. Sie eröffnen einen zusätzlichen Blick auf das engmaschige Überwachungssystem der SED-Diktatur im Alltag der Stadt.