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Höfe und Passagen

Leipzigs einzigartiges Passagensytem

Innenansicht der Rotunde in der Mädler-Passage mit Blick auf die Kümmel-Apotheke, Architektur in Leipzig, Shopping, Einkaufen, Gründerzeit
Die Kümmel-Apotheke in der Mädler-Passage. © Punctum

Ein Spaziergang durch das einzigartige Passagensystem und die Messepaläste erinnert an die jahrhundertealte Tradition als Messestadt. Bereits seit 500 Jahren wird das Bild der Leipziger Innenstadt von ihnen bestimmt. Ihre Geschichte ist eng mit der Entwicklung zur aufstrebenden Handels- und Messestadt verknüpft.

Zwar können auch andere europäische Städte viele Geschäftspassagen vorweisen, aber nur Leipzig verfügt über ein solch geschlossenes System innerhalb des Stadtzentrums. Die Größe des Leipziger Passagensystems ist in Europa einmalig. Dieser städtebaulichen Einzigartigkeit fühlt sich die Stadt Leipzig besonders verpflichtet und so bleiben die historischen Passagen und Durchgangshöfe nicht nur erhalten, sondern es entstehen sogar neue.

Zu den wohl bekanntesten Passagen zählt die elegante Mädler-Passage mit dem traditionsreichen Auerbachs Keller, in dem schon Goethe weilte. Doch es gibt noch viel mehr zu entdecken – am besten bei einem ausgedehnten Stadtbummel: Flanieren Sie durch Passagen, Höfe und Messehäuser und lassen Sie sich von ihrem Charme und ihrer architektonischen Vielfalt in Bann ziehen!

Passagen-Shopping

Blick in den Oelßners Hof, Passagen, Architektur in Leipzig, Shopping, Einkaufen
© Daniel Koehler

Viele der historischen Passagen und Höfe litten zu DDR-Zeiten unter zunehmendem baulichen Verfall. Nach der Wende erstrahlten sie nach und nach wieder in neuem Glanz. Sie wurden aufwändig denkmalschutzgerecht saniert und neue Geschäfte zogen ein.

Heute sind sie Anziehungspunkte für Touristen und Einheimische gleichermaßen. Neben gehobenem Einkaufsambiente und Designerläden finden Sie dort Buchhandlungen, kleine Spezialitätengeschäfte, Restaurants, Cafés sowie Kabarett- und Theaterbühnen oder Kinos.

Geschichte der Leipziger Passagen

Warenmesse und Passagen

Den ersten Leipziger Handelshof errichtete Heinrich Stromer von Auerbach in den Jahren 1530 bis 1538. Zu Zeiten der Warenmesse, insbesondere vom 16. bis 18. Jahrhundert, erlangte der berühmte Auerbachs Hof eine herausragende Bedeutung für den Messeplatz. Die Händler boten in bis zu 70 Kaufgewölben vor allem Luxusartikel feil. Solch ein Durchgangshof hatte den Vorteil, dass er Schutz vor Wind, Hitze und auch Nässe bot, außerdem konnten Fuhrwerke durchfahren, ohne umständlich wenden zu müssen. Da Auerbachs Hof mehrere sehr unterschiedliche Gebäude vereinte, wies er zu dieser Zeit abwechslungsreiche Fassaden auf.

Im 18. Jahrhundert dominierte dann das barocke Durchgangshaus, das im Gegensatz zu seinem Vorläufer aus Renaissancezeiten einen einheitlichen Stil und eine geschlossene Gestalt aufwies. Zunehmend lösten Fassaden aus Stein das eher schlichte Fachwerk ab. Einzig erhaltenes Beispiel dieser barocken Architekturform ist Barthels Hof direkt am Markt.

Neue Formen in der Messestadt

Mondän und stilvoll wurde es dann Ende des 19. Jahrhunderts: Als erste Stadt weltweit führte Leipzig die Mustermesse ein. Und so entstanden imposante Messehäuser, wie das Städtische Kaufhaus oder Steibs Hof, die auf die neuen Mustermessen des industriellen Zeitalters zugeschnitten waren. Allein im Bereich der Leipziger Innenstadt mit einer Fläche von einem halben Quadratkilometer entstanden zwischen 1893 und 1938 insgesamt 30 dieser meist monumentalen Bauten. Im Jahr 1927, zu Leipzigs „Messeblütezeit“, waren 50 Messehäuser in Betrieb.

Auch die klassische Passage kam am Ende des 19. Jahrhunderts in Mode. Als Fußgängerzone mit kleinen Läden zu beiden Seiten verbindet sie verschiedene Straßenzüge, wobei ein Glasdach vor Wind und Wetter schützt. Die auf dem früheren Auerbachs Hof errichtete Mädler-Passage ist heute Deutschlands größte und bedeutendste Passage aus der Hochzeit des Passagenbaus.

Videos der Leipziger Passagen

Im Teil 1 der Videoserie "Leipziger Passagen" werden die Mädler-Passage und der Barthels Hof vorgestellt, Architektur in Leipzig, Gründerzeit, Shopping, Einkaufen, Messestadt
Teil 1 - Mädler-Passage und Barthels Hof
Im Teil 2 der Videoserie "Leipziger Passagen" werden der „Steibs Hof“, die „Dussmann Passage“ und die Passage „Blauer Hecht“ vorgestellt, Architektur in Leipzig, Gründerzeit, Shopping, Einkaufen, Messestadt
Teil 2 - Steibs Hof, Dussmanns Hof, Blauer Hecht
Im Teil 3 der Videoserie "Leipziger Passagen" werden das „Städtische Kaufhaus“ und der "Stentzlers Hof" vorgestellt, Architektur in Leipzig, Gründerzeit, Shopping, Einkaufen, Messestadt
Teil 3 - Städtisches Kaufhaus - Stentzlers Hof
Im Teil 4 der Videoserie "Leipziger Passagen" werden der „Specks Hof“ und das "Hansa Haus" vorgestellt, Architektur in Leipzig, Gründerzeit, Shopping, Einkaufen, Messestadt
Teil 4 - Speck's Hof und Hansa Haus

Das Passagenfest

Kunst – Kultur – Shopping

Mädler-Passage während des Passagenfestes und Besucherströme in der Grimmaischen Straße, Architektur in Leipzig, Höfe, Gründerzeit, Messestadt, Shopping, Einkaufen
Passagenfest in Leipzig © LTM/Punctum

So einzigartig wie die Bauwerke selbst: Passagen und Höfe feiern jährlich am ersten Freitag im September das Leipziger Passagenfest. Dabei können sich die Gäste bei verlängerten Öffnungszeiten bis 24:00 Uhr von dem besonderen Charme und der eindrucksvollen Architektur der Passagen überzeugen.

Neben der Shoppingmöglichkeit bis Mitternacht gibt es ein einzigartiges Programm, bestehend aus Straßenkunst, Konzerten, Theater, Ausstellungen, gastronomischen Erlebnissen, Installationen und vielem mehr. Jede Passage widmet sich einem individuellen Thema, die beteiligten Händler präsentieren zudem ihre Geschäfte in besonderer Atmosphäre.

Video

Der Teil 5 der Videoserie "Leipziger Passagen" widmet sich dem Passagenfest, Architektur in Leipzig, Gründerzeit, Messestadt, Shopping, Einkaufen

Leipziger Passagenfest

Leipziger Höfe und Passagen