Was wurde aus den DDR Marken aus Leipzig?

Vor 25 Jahren fiel die Mauer. Seitdem ist die komplette Wirtschaft der untergegangenen DDR grundlegend umstrukturiert worden. Aber was passierte mit den 14000 volkseigenen Betrieben Ostdeutschlands? In „Auf der Suche nach dem Nudossi-Äquator“ spürt Erik Lindner die zum Teil erstaunlichen Hintergründe von mehr als 100 ostdeutschen Produkten und Firmen auf und erzählt Geschichten von Marken im Kampf gegen Verdrängung und für Behauptung in dem auf die deutsche Einheit folgenden Wirtschaftsumbruch.

Karrierewege bekannter DDR Marken
Produkte aus Leipzig
Der Autor

Karrierewege bekannter DDR Marken

Es ist erstaunlich, dass doch vieles von der 1989 aus westlicher Perspektive als hoffnungslos marode deklarierten DDR-Wirtschaft bis heute überdauerte. Gegenwärtig floriert ein eigenwilliges, unverhofftes Erbe der sozialistischen Epoche. Und dies sogar in bemerkenswert breiter Palette, quer durch viele Branchen!

Doch wie lief die bis in die Gegenwart reichende Marktbehauptung im Einzelfall ab? Welche Strategien oder Hilfen waren dafür entscheidend? Von welchen Faktoren hing dies ab? Wie gelang es Rotkäppchen, die West-Konkurrenz Mumm, MM Extra und Geldermann zu übernehmen und zum deutschen Sekt-Marktführer aufzusteigen? Das Buch stellt die Umwandlung von Betrieben sowie die Neupositionierung ihrer Markenprodukte wie Spee, Hasseröder oder Milchmädchen dar. Es handelt von blühenden Konsumlandschaften, geglückten Privatisierungen und schlauem Marketing. Und von der Beharrlichkeit der einstigen Bürger der DDR, die zu selbstbewussten Kunden wurden und dann gerade verschiedensten Ostprodukten treu blieben.

Welche Strategie Rotkäppchen benutzte, um zum Marktführer zu werden, erzählt dir der Autor persönlich.

Produkte aus Leipzig

Die Krügerol Halsbonbons nach original Leipziger Rezept sagen dem Husten den Kampf an.©Krügerol GmbH
Die Krügerol Halsbonbons nach original Leipziger Rezept sagen dem Husten den Kampf an.©Krügerol GmbH

Zwei Betriebe aus Leipzig sind nicht untergegangen und haben es in das Buch geschafft. Die Krügerol Halsbonbons im kleinen rosa Tütchen helfen auch heute noch bei Halsschmerzen. Auf den Tütchen siehst du Richard Krüger, der die „Traditions-Halsbonbons aus Leipzig“ 1866 erfand. Die leckeren Hustenstiller wurden bis 1989 in Leipzig produziert. Mit der Wende wurde die Fabrik sofort geschlossen. 1994 wurde die Bonbonmarke wieder zum Leben erweckt. Die dafür gegründete Krügerol GmbH sitzt zwar in Leipzig, um den Vertrieb kümmert sich allerdings ein Pharmaunternehmen aus Köln.

Die Krügerol Hustenbonbons gibt es in drei Geschmacksrichtungen: original, zuckerfrei und Wildapfel ©Krügerol GmbH
Die Krügerol Hustenbonbons gibt es in drei Geschmacksrichtungen: original, zuckerfrei und Wildapfel ©Krügerol GmbH

Das zweite DDR-Produkt aus Leipzig, das du auch heute noch kaufen kannst ist die Elsterglanz-Metallpolierpaste. Das Putzmittel in der 150-Milliliter-Tube stammt aus Zwochau bei Leipzig. Den anhaltenden Erfolg verdankt Elsterglanz angeblich einem Komiker Duo aus Eisleben, das den Namen des Putzmittels übernommen hat. Die Entertainer Gilbert Rödiger und Sven Witte treten unter dem Namen Elsterglanz auf und erzielen damit viele hunderttausend Klicks auf Youtube. Ist das nur Zufall? Wir wissen es nicht. Die Fans der Polierpaste werden sich so oder so freuen, dass man Elsterglanz bei Amazon bestellen kann.

Die Elsterglanz Polierpaste lässt Oberflächen wieder glänzen. ©Ahrenshof GmbH
Die Elsterglanz Polierpaste lässt Oberflächen wieder glänzen. ©Ahrenshof GmbH

Der Autor

Autor Erik Lindner hat eine Leidenschaft für Marken und die Geschichten, die dahinter stecken. ©Sabine Würich
Autor Erik Lindner hat eine Leidenschaft für Marken und die Geschichten, die dahinter stecken. ©Sabine Würich

Erik Lindner lebt in Berlin und ist promovierter Historiker. Nach beruflichen Stationen im Verlagswesen und im Museum ist er seit 2010 als Geschäftsführer der Axel Springer Stiftung tätig. Auf der Suche nach dem Nudossi-Äquator ist bereits sein viertes Buch. Und das liegt ihm ganz besonders am Herzen.

Ich habe Spaß an Marken. Marken faszinieren mich. Marken haben Biografien und man kann wunderbare Geschichten erzählen.

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