#MeinLeipzig: Die Stadt im Fokus

Vor knapp neun Jahren bin ich für die Arbeit nach Leipzig gezogen. Damals habe ich die Kamera nur als Ausgleich zum Job als Wirtschaftsinformatiker in die Hand genommen. Aus dem Hobby aber wurde irgendwann mein heutiger Beruf. Am Anfang wollte ich raus aus dem Großraumbüro und der eigenen Intuition folgen. Nur die Kamera, das Motiv und ich. Als Motive mussten damals leere Bahnsteige oder einsame Gebäude herhalten, sie durften als Kontrastprogramm dienen.

Sonnenuntergang am Martin-Luther-Ring mit dem Neuen Rathaus und der Probsteikirche im Bild, Architektur, Kultur, Sehenswürdigkeiten
Am Martin-Luther-Ring treffen moderne und klassische Architektur aufeinander. © Daniel Koehler

Mit der Zeit lernte ich, die Bahnsteige mit Menschen zu füllen, mit Leben also. Mich faszinierte die Stadt und deren Menschen, wie sie umgeben von selbstgeschaffener Architektur ihren Leben nachgingen und gleichzeitig Teil der Stadt waren. Mich motivierte es, immer neue Blickwinkel auf die Stadt und ihre Menschen zu finden, mir vorzustellen, welche Gedanken sie wohl in diesem Moment haben mögen, in dem ich den Auslöser drücke. In meinen Bildern versuche ich, einen natürlichen Blick auf die Stadt zu schaffen, immer ein wenig zwischen Altbekanntem und Neuem, umwogen von Neugier und Nostalgie, in der Hoffnung zeitlose Motive abzulichten.

Monumentale Bauwerke wie die Kirchen der Innenstadt oder das Neue Rathaus haben es mir dabei angetan. Inmitten der geschäftigen Innenstadt, in der ein bisschen Großstadtflair aufkommt, finden sich architektonische Highlights, die teilweise bereits Jahrhunderte überdauert haben. Neben modernen Gebäuden und dem bunten Treiben des Zentrums erhalten diese Klassiker der Skyline einen neuen Rahmen. Das begeistert mich so an der Innenstadt.

Blick auf das City-Hochhaus vom Johannisplatz aus auf dem die Kirschblüten im Frühling blühen, Freizeit, Grassi Museum, Kultur
Ein Highlight im Frühling: Die Kirschblüten am Johannisplatz. © Daniel Koehler

Doch nicht unbedingt jedes Bild entsteht geplant. Natürlich, ein Foto mit japanischen Kirschbäumen am Grassi-Museum steht schon länger im Terminkalender, weil das Zeitfenster für dieses Motiv sehr kurz ist. Ansonsten aber lasse ich die Inspiration eher spontan über mich kommen und so entstehen meist Momentaufnahmen. Fotografien von den Leipziger Parks entstehen so zum Beispiel vor allem auch, weil sie für mich ein Rückzugsort zum Relaxen sind. Mitten in der Stadt dienen sie als Platz zum Entspannen und sind, ähnlich wie die Kirschblüten im Frühling, im Herbst mit ihren bunten Blättern in allen Farben ein Muss für die Linse.

Eine Frau spaziert durch Specks Hof in Leipzig, Architektur, Passagen, Shopping in Leipzig
Mein Bildband führt dich auf einen Spaziergang durch Leipzig. © Daniel Koehler

Vor knapp einem Jahr habe ich damit angefangen an einem Fotoband zu arbeiten, welcher nun endlich im September erschienen ist. „Leipzig. Im Fokus“ heißt dieser und ist so etwas wie ein Liebesbrief an die Stadt. Das Buch ist ein bisschen wie durch die Stadt spazieren gehen, man besucht bekannte und weniger bekannte Orte. Für mich war es wahnsinnig spannend, selbst auf diesen Spaziergang zu gehen, denn einige Bilder sind 3-4 Jahre alt und für mich ist das Buch auch ein wenig Rückblick.

Nicht nur zum Fotografieren war auch der Stadtteil Plagwitz immer wieder eine Anlaufstelle für mich. Nicht umsonst wird das Viertel „der Wilde Westen“ genannt: hier pulsiert die kreative Ader der Stadt, es ist immer etwas los, an jeder Ecke entdeckt man etwas Neues und wenn man ausgehen möchte, findet man unzählige Lokale, in denen man gut essen und trinken kann.

Blick auf die Rolltreppen in der S-Bahn-Station Bayerischer Bahnhof, Architektur, Anreise, Verkehr
Mein Lieblingsmotiv im Bildband: Die S-Bahn-Station Bayerischer Bahnhof. © Daniel Koehler

Eines meiner Lieblingsbilder im Bildband ist ein Motiv aus der S-Bahn-Station Bayrischer Bahnhof. Die meisten Leipziger S-Bahn-Stationen sind architektonisch wirklich beeindruckend, der Bayerische Bahnhof sticht mit seiner modernen und farbenfrohen Bauweise aber noch hervor. Die meisten Menschen, die auch schon sehr lange in Leipzig leben, wissen noch nicht mal, dass das tatsächlich hier in Leipzig ist. Das macht Fotografie für mich, und in Leipzig im Besonderen, weiterhin spannend. Neue und alte Dinge zeigen, vielleicht auch ein wenig überraschend.

Bild vom Café Kandler auf dem Pier 1 Zöbigker Hafen am Cosoudener See im Leipziger Neuseenland, Region Leipzig, Wassersport, Natur, Freizeit
Die schönsten Sonnenuntergänge sieht man am Cossi. © Daniel Koehler

Wenn ich mal entspannen möchte, dann zieht es mich ans Wasser. Der Cospudener See war für mich schon in den letzten Jahren ein „Naherholungsgebiet“, zu dem ich gerne geflüchtet bin. Seit einigen Monaten ist er durch meinen Umzug nach Markkleeberg sogar zur Heimat geworden. Besonders beeindruckend ist die Vielseitigkeit. Am Cossi kann ich entspannen, aber im und am Wasser auch Sport treiben. Spots wie der Pier 1 liefern außerdem auch immer ein tolles Foto. Generell die Leipziger sehen, ob Cospudener See oder Kanupark am Markkleeberger See, das Gefühl ist dasselbe. Ausgleichend, ruhig, schön. Ich glaube, da habe ich viel gemein mit allen, die Leipzig toll und lebenswert finden.

Foto: Daniel KoehlerDaniel Koehler, Fotograf

Daniel Koehler ist Fotograf aus Leipzig. Geboren 1982 in Schmölln und seit 2010 Wahl-Leipziger, studierte von 2005 bis 2008 Wirtschaftsinformatik. Seit 2015 arbeitet er als Fotograf und Social Media Content Creator für zahlreiche Kunden aus verschiedenen Branchen und setzte dabei erfolgreich regionale und internationale Projekte um.

 

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