#MeinLeipzig: Eine Liebe auf den ersten Blick?

Glaubt ihr an die Liebe auf den ersten Blick? Ich für meinen Teil habe dieses Phänomen bisher immer für vollkommen überzogen gehalten. Warum? Weil es mir ganz einfach noch nie widerfahren ist. Wie soll man etwas gleich von Beginn an mögen, nein sogar lieben, wenn sich Gefühle doch meist erst im Laufe der Zeit entwickeln?

Für meine besondere Verbindung zu Leipzig waren definitiv nicht viele Blicke nötig. Wie es diese Stadt geschafft hat, dass ich mich in sie verliebe? Lest gespannt weiter, ich nehme euch mit auf eine kleine Reise.

Wie alles begann …

Der Uniriese und das Neue Rathaus faszinierten mich bereits vor meiner Zeit in Leipzig.

Für mich gab es natürlich auch eine Zeit vor Leipzig: In einer Kleinstadt in der Nähe von Gera aufgewachsen, verbrachte ich meine gesamte Kindheit, Jugend und auch die ersten Jahre des Erwachsenwerdens eher in den dörflicheren Gebieten der Thüringer Region. Vorteil: Ruhe, Gemeinschaft, jeder kennt jeden. Nachteil: Es war einfach rein gar nichts los. So sehr das dem einen oder anderen gefallen mag, konnte ich mich mit dem Gedankengang, für immer hier zu bleiben, so gar nicht anfreunden. Für mich zählte nur eines: Schule bzw. Abi fertigmachen und zack, weg von dort!

Einer dieser Orte, wo das Lernen besonders leicht fällt: Die Universitätsbibliothek Albertina.

Leipzig hatte ich bis dahin vielleicht zwei, drei Mal besucht gehabt – was allerdings ausreichte, um einen mehr als positiven Eindruck von der Stadt zu erhalten. Da ich ein Familienmensch bin und auch zahlreiche meiner Freunde den Weg hier her fanden, gab es für mich nur ein Ziel: Studium in Leipzig oder Nichts. Im ersten Anlauf hatte es mit meinem Wunschstudiengang leider nicht geklappt, weshalb die Option „Nichts“ für mich nun vorerst Ilmenau (Thüringen) hieß. Während meines Studiums war ich bereits oft in Leipzig zu Gast – einen Teil meiner Zeit nutzte ich sogar dafür, um in den Universitätsbibliotheken der Stadt zu lernen. Die Atmosphäre dort war schon damals anders und besonders.

Innerhalb der nächsten vier Jahre verschwand der Wunsch nicht, eines Tages nach Leipzig ziehen zu wollen. Nein, er war sogar noch größer geworden, sodass ich mich im Sommer 2016 schlussendlich dazu entschied, ihn zu verwirklichen. Ab dem 1. September stand es dann auch offiziell auf meinem Personalausweis: Hauptwohnsitz Leipzig. Endlich.

Was Leipzig so liebenswert macht …

Ein absoluter Blickfang: Die Architektur des Bundesverwaltungsgerichts zieht mich immer wieder in ihren Bann.

Eine über viele Jahre gereifte Wunschvorstellung war nun also Realität geworden. Und mein erster Eindruck von Leipzig? Unglaublich! Ich hatte zwar schon einiges gesehen, aber was ich in den letzten 2,5 Jahren kennen, schätzen und lieben lernen durfte, war einfach so viel mehr als das, was man überall im Internet oder in Büchern zu lesen bekommt. Architektonische Meisterwerke wohin das Auge reicht, Natur inmitten der Innenstadt und eine Fülle an Freizeitmöglichkeiten, dass einem eigentlich niemals langweilig werden kann. Als kleiner Fanboy gekommen, darf ich mich heute glücklicherweise Repräsentant dieser wundervollen Stadt nennen. Aber dazu später mehr.

Vor allem während der wärmeren Monate ein Muss: Eine Kanufahrt auf dem Karl-Heine-Kanal.

Ganz besonders hat es mir der Leipziger Westen angetan. Der Grund ist schnell gefunden, denn hier habe ich damals mein Zuhause gefunden. Und wer Leipzig in seiner vollen Blüte erleben will, dem möchte ich diesen Teil der Stadt wärmstens empfehlen – hier gibt es alles, was das Herz begehrt.

Glücklicherweise kann ich zahlreiche Highlights sogar zu Fuß erreichen: Der Karl-Heine-Kanal zieht mich vor allem im Sommer immer wieder magisch an, wenn ich einen sonnigen Ort für entspannte Stunden mit Freunden suche, ich mich mit dem Kanu auf Entdeckungstour begebe oder die Strecke am Wasser entlang zum Joggen nutze. Als meinen Lieblingsort am Kanal habe ich die Treppenstufen vor der Philippuskirche auserkoren – hier treffen sich eigentlich tagtäglich Jung und Alt (vor allem während der wärmeren Monate) zu Gesprächen, Kaltgetränken und Musik, um nebenbei dem Rauschen des Wassers zu lauschen.

Auf dem Gelände der Alten Baumwollspinnerei in Plagwitz findet sich das Kunstzentrum der Stadt wider.

Für Kulturliebhaber (zu denen ich mich nach anfänglichen Schwierigkeiten mittlerweile auch zähle) stellt das Gelände der ehemaligen Baumwollspinnerei in Plagwitz sehr wahrscheinlich die erste Anlaufstelle dar. Wo früher das Baumwollgarn mit Hilfe von Spindeln verarbeitet wurde, laden heute zahlreiche Galerien und Ateliers zu Ausstellungen nationaler und internationaler Künstler ein. Mit Recht darf sich die Spinnerei als Kunstzentrum Leipzigs bezeichnen, das sogar über die deutschen Grenzen hinaus einen enormen Stellenwert genießt. Und eines kann ich euch versichern: Auch Kunst- und Kulturmuffel werden nach einem Besuch des Werksgeländes wiederkommen wollen.

Die Karl-Heine-Straße lockt mit zahlreichen tollen Lokalitäten – hier ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Abseits von Wasser und Kultur gibt es in Leipzig für Leute in den Zwanzigern natürlich noch mehr zu entdecken. Da fallen mir spontan die vielen Szenemeilen ein, die neben Restaurants, Bars und Clubs vor allem eines beherbergen: Viele junge Menschen. Egal, ob auf der Zschocherschen und der Karl-Heine-Straße im Westen, der belebten Karl-Liebknecht-Straße (besser bekannt als Karli) im Süden oder der Gottschedstraße im Zentrum – hier können so einige Stunden in angenehmer Atmosphäre mit Freunden, Arbeitskollegen oder Fremden verbracht werden.

Und falls ich euch meine persönlichen Empfehlungen mit auf den Weg geben darf: Lecker Frühstücken und Brunchen lässt es sich in der Luise (Café an der Gottschedstraße), eine herzhafte Speisekarte mit den größten Ofenkartoffeln hat das Kartoffelfräulein (auf der Karl-Heine-Straße) zu bieten und für stimmige Abendstunden ist das JET (Nähe Karl-Liebknecht-Straße) ein absoluter Geheimtipp, wenn du auf Kickern, Tischtennis, Airhockey oder Retro-Spiele an alten Nintendo-Konsolen stehst.

Die Ruhe im Grünen lässt sich im Richard-Wagner-Hain am Elsterflutbecken besonders gut genießen.

Mit steigendem Alter wird man jedoch auch ruhiger. Das geht nicht nur einem Großteil der Menschen, sondern auch mir so. Während ich früher erst einmal 2 Stunden Internetrecherche hinter mich bringen musste, um überhaupt einen Ort zu finden, der einerseits schön und andererseits ruhig ist, kann ich mir in Leipzig einfach Buch, Decke, Picknickkorb, Essen, Musik und Freunde schnappen, loslaufen und an der nächstgelegenen Ecke ein Café, einen Park oder einfach einen Ort finden, an dem es sich super entspannen lässt.

Vor allem während der wärmeren Jahreszeiten zieht es mich immer und immer wieder in einen der zahlreichen Leipziger Parks. Besonders angetan hat es mir der Richard-Wagner-Hain am Elsterflutbecken. Wenn du absolute Ruhe genießen willst, bist du hier genau richtig: Als Geheimtipp unter den vielen Grünflächen der Stadt wirst du definitiv seltener auf große, laute Menschengruppen treffen als es beispielsweise im Clara-Zetkin-Park der Fall wäre. Zudem zeigt sich die Großstadt-Natur-Kombination Leipzigs von ihrer schönsten Seite, wenn Wasser und Grün aufeinandertreffen. Ein Traum!

Fotografen haben es in Leipzig nicht schwer: Tolle Fotospots findet man an fast jeder Ecke.

Ein weiterer Vorteil der Stadt: Man bekommt viele tolle Motive vor die Linse – und mit Linse meine ich Kamera. Das Fotografieren zählt seit einigen Jahren zu meinen allerliebsten Hobbies. Es macht einfach Spaß, neue Winkel und Sichtweisen zu entdecken und diese auf Bildern für immer festzuhalten. Für Fotografen ist Leipzig das reinste Paradies: Hier braucht es zum Fotografieren keine Models oder Personen. Das schönste Modell stellt die Stadt selbst dar.

Am Ende schließt sich der Kreis …

Wie man Leipzig als Stadt am besten vermarkten kann? Ein tolles Team und Spaß an der Arbeit sind der Schlüssel zum Erfolg © Philipp Kirschner

Bilder sind eine ganz besondere Form der Kunst. Sie erzählen Geschichten, informieren und inspirieren. Wer sich nicht zu den glücklichen fast 600.000 (!) Einwohnern Leipzigs zählen darf, dem machen schöne Fotos auf eine ganz besondere Art und Weise Lust auf die Stadt. Ich sehe es deshalb als ein Privileg mit riesengroßer Dankbarkeit an, diese Bereiche miteinander vereinen und nun bereits seit 2,5 Jahren meiner Liebe zu Leipzig auch auf beruflicher Ebene Ausdruck verleihen zu können. Als Teil des Online-Teams von Leipzig Travel darf ich meiner Kreativität mit Hilfe von Texten und Bildern freien Lauf lassen und unsere Heimat so darstellen, wie sie ist: Einfach natürlich und unglaublich schön.

Und das Beste an der ganzen Sache? Beim Recherchieren, Schreiben und dem Erstellen von Inhalten entdeckt man immer wieder neue Ideen, Spots und Lokale, die man vorher noch nicht kannte. Eine sich unendlich in die Länge ziehende To-Do-Liste, die mit Freude darauf wartet, in Zukunft abgearbeitet zu werden.

Eines habe ich in den letzten Jahren gelernt: Man muss Leipzig mit eigenen Augen sehen, besuchen und erleben, um auch nur im Ansatz verstehen zu können, was diese Stadt so unheimlich anziehend macht. Ob es nun Liebe auf den ersten, zweiten oder dritten Blick war, das weiß ich selbst nicht so genau. Aber eines weiß ich ziemlich sicher: Hier bin ich glücklich, hier bin ich zu Hause, hier bin ich endlich angekommen.

Foto: Tom WilligerTom Williger, Leipzig Travel

Tom Williger ist Social Media Manager im Online-Team von Leipzig Travel. Neben seiner Tätigkeit bei der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH geht er seinem Studium, der Fotografie und Bildbearbeitung sowie verschiedenen sportlichen Aktivitäten in Leipzig nach.

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2 Kommentare

  1. Mit großer Freude und Interesse verfolge ich diesen Blog und die Tipps. Einfach perfekt!!
    Auch ich bin großer Leipzig Fan und das seit 2000. Damals hatte mein Mann an der dortigen Uni einen Lehrauftrag. Den gibt’s nicht mehr, allerdings sind wir mindestens 6-7 Mal im Jahr in der Stadt. Gerade wieder an Silvester. Wir mögen die Stadt mit seinen Menschen und ihrer Offenheit. Mir ist noch nie ein unfreundlicher Leipziger begegnet. Bitte weiter so mit den Berichten, danke.

    1. Hallo Simone,

      freut uns wirklich sehr, dass dir die Beiträge auf unserem Blog gefallen! Und natürlich freuen wir uns auch, dass ihr Leipzig über die Jahre treu geblieben seid und die Stadt so oft besuchen kommt. Wir werden noch ganz viele tolle Leipziger befragen und unsere Tipps in die Welt hinaus streuen, sei also gespannt!

      Liebe Grüße vom Leipzig Travel Team

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