Volleyball-Nationalspieler Anton Brehme steht mit Ballvor dem Neuen Rathaus Leipzig, Sport, Sehenswürdigkeiten

#MeinLeipzig: Volleyballer aus der schönsten Stadt Deutschlands

Hey.
Ich bin´s Anton und immer noch in Leipzig verliebt.

Vor 20 Jahren bin ich hier geboren. Ich komme aus dem schönen nördlich gelegenen Wiederitzsch. In dem bescheidenen kleinen Örtchen mit ca. 8500 Einwohnern verbrachte ich meine unbesorgte Kindheit und erlebte zahlreiche Schul- und Dorffeste auf der Wiederitzschen Dorfwiese. Hier traf ich jedes Jahr viele meiner Freunde, mit denen ich mir um die Wette den Magen mit Zuckerwatte, gebrannten Mandeln und Bratwürsten vollschlug. Anschließend fuhren wir noch etliche Runden Autoscooter und freuten uns dabei auf das kommende Fest.

Während meiner Grundschulzeit begann meine Volleyballkarriere beim SV Reudnitz. Nach der Schule fuhren unsere Eltern uns zum Training. In der noch übriggebliebenen Zeit besuchte ich die freiwillige Feuerwehr in Wiederitzsch, wo ich die Grundformen des Handwerkes erlernen durfte.

Blick vom Wackelturm im Rosental Leipzig über Teile des Auwalds und im Hintergrund ist die Red Bull Arena zu sehen, Sport, Grünes Leipzig, Parks, Freizeit, Aussichtspunkt
In der Nähe der Red Bull Arena ging ich zur Schule. © Robin Kunz

Im Alter von 10 Jahren wechselte ich an das Sportgymnasium Leipzig, welches im Ortsteil Zentrum-West liegt, umgeben von der Arena, Red Bull Arena und dem ehemaligem DHFK Trainingsgelände. Dreimal pro Woche fuhren wir mit der Tram vom schönen Leipziger Norden in den wilden Südosten. Dort wurde uns das Volleyball spielen in einer kleinen Schulhalle beigebracht. Anfangs machten wir anstrengendes Techniktraining mit einer leeren Klopapierrolle auf dem Kopf, bei dem wir den vom Partner geworfenen Federball über dem Kopf fangen mussten.

Später, als wir dem Trainer bewiesen hatten, dass wir es konnten, durften wir an den Ball und haben den Sport immer mehr lieben gelernt. Wir konnten uns ein Leben ohne Volleyball nicht mehr vorstellen. Schon in dieser Zeit schmiedeten wir Pläne, wo wir später spielen wollen und redeten über unsere Traumvorstellungen.

Nach Hause ging es mit der Wiedritzschen Fahrgemeinschaft, welche sich mit der Zeit und durch die Tatsache bildete, dass viele meiner Freunde auch aus dem kleinen Örtchen kamen. Die Eltern wechselten sich jederzeit ab, um uns vom Training abzuholen. Selbst dort konnten wir nicht aufhören, über diesen Sport zu reden. Für uns gab es nie etwas Anderes.

Blick auf die große Wiese im Rosental am Zoo Leipzig und im Hintergrund sieht man das City-Hochhaus, Parks in Leipzig, Freizeit
Das Rosental ist eine grüne Oase. © Philipp Kirschner

Zur 10. Klasse wechselten Louis (mein Zwillingsbruder) und ich nach Berlin auf das Schul- und Leistungssportzentrum Berlin in Hohenschönhausen, Ortsteil Lichtenberg. Dies fiel uns beiden nicht leicht, da Leipzig für uns die schönste Stadt der Welt ist. Außerdem mussten wir unsere Familie und Freunde und damit zum Beispiel auch die Nachmittagsstunden zwischen Schule und dem Abendtraining hinter uns lassen, die wir gerne im Rosental verbracht haben. Dort auf der großen Wiese diskutierten wir nie über Schulkram, unsere Prioritäten lagen im Volleyball und dem bevorstehenden Training.

Am Bundesstützpunkt für Volleyball durften wir 4 Jahre auf höchstem Niveau trainieren und spielen. Wir starteten in der Regionalliga und spielten, dank des Sonderspielrechtes, welches unser Verein „VCO Berlin“ hatte, jedes Jahr eine Liga höher. Dabei absolvierten wir 2019 ebenfalls unser Abitur.

Vier junge Leipziger stoßen gemeinsam auf dem Freisitz des Café Puschkin auf der Karl-Liebknecht-Straße in Leipzig an, Gastronomie, Nachtleben, Szenemeile
Auf der Karli kann man den Tag in entspannter Atmosphere ausklingen lassen. © Philipp Kirschner

Die Zeit war sehr hart, da wir jeden Tag einen straff durchgeplanten Tagesablauf hatten und nicht sehr viel Freizeit bekamen. Wir standen früh um 7 Uhr auf und gingen zum Training. Vom Training ging es direkt in die Schule. 16 Uhr, mit Schulschluss, ging es direkt zum nächsten Training. Am Abend nach den Hausaufgaben genossen wir die Zeit im Internat mit unseren Freunden.

Die Motivation in dieser Zeit war der Gedanke an das nächste freie Wochenende, an welchem wir nach Hause fahren konnten, um Freunde und Familie wiederzusehen. Hier traf ich mich mit meinen Freunden am Cospudener See zum Beachvolleyball, auf der Karli in einer Bar oder in der Brüderhalle bei einem Volleyballspiel der L.E.Volleys. Außerdem nutze ich die wenige Zeit mit meiner Familie.

Blick auf die Restaurant- und Kneipenmeile Barfußgässchen die auch Drallewatsch genannt wird, Gastronomie, Nachtleben in Leipzig
Das Barfußgässchen ist ein Hotspot in der Innenstadt! © Michael Bader

Oftmals besuchten wir unser Lieblingsrestaurant „Cafe Madrid“, wo wir aßen und uns über die neuesten Ereignisse austauschten. Nach dem Abendessen liefen wir im schönen lichtdurchfluteten Leipzig vorbei am Barfußgässchen, der Restaurantmeile am Markt, in der ich mich in der Schulzeit oft mit meinen Freunden getroffen habe.

Insgesamt war es für mich eine sehr harte aber prägende Zeit. Ich habe viele neue Erfahrungen gesammelt, wurde selbstständig und festigte meinen Charakter. Außerdem habe ich die Chance bekommen, meinen Traum zu verwirklichen, irgendwann mal ein Volleyballprofi zu werden.

Momentan befinde ich mich in Südafrika und genieße den Urlaub mit meinen Eltern und meinen Geschwistern, bevor ich wieder in das nächste Trainingslager mit der Nationalmannschaft gehe. Nach den Europameisterschaften werde ich die kommende Saison für Lüneburg spielen.

Ich versuche, so oft wie möglich in die schönste Stadt Deutschlands zurückzukommen!

Macht die Stadt unsicher, euer Anton.

Foto: Anton Brehme, Fotograf: Philipp KirschnerAnton Brehme, Volleyball-Nationalspieler

Anton Brehme ist Spieler in der deutschen Volleyball-Nationalmannschaft. Er ist in Leipzig geboren und hat hier seine ersten Schritte auf dem Weg zum Volleyballprofi gemacht.

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